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Karlruhe: Wie eine Apothekerin mit der Corona-Krise kämpft

Apotheken in Corona-Krise  

Abstand heißt nicht gleich Distanz

15.04.2020, 10:59 Uhr
Karlruhe: Wie eine Apothekerin mit der Corona-Krise kämpft. Das rote Apotheken-A: In der Corona-Krise dürfen Apotheken weiterhin öffnen. (Quelle: imago images/Symbolbild/foto2press)

Das rote Apotheken-A: In der Corona-Krise dürfen Apotheken weiterhin öffnen. (Quelle: Symbolbild/foto2press/imago images)

In Karlsruhe werden Apotheken geradezu überrannt – während andere Einrichtungen des täglichen Lebens wegen der Corona-Krise geschlossen sind. t-online.de hat mit einer Apothekerin gesprochen.

Mit Kitteln und Handschuhen bekleidet, hinter Plexiglasscheiben verschanzt; der Anblick der Apothekerinnen und Apotheker wirkt in diesen Zeiten erst einmal befremdlich. Aber die Schutzvorkehrungen erfüllen ihren Zweck, das hofft man zumindest. "Die Plexiglasscheiben reduzieren die direkte Kontamination durch Sprechen, Husten oder Niesen. Die Handschuhe sollen das ständige ins Gesicht fassen verhindern. Der Kittel ist vor allem eine psychologische Maßnahme. Man streift ihn nach dem Arbeitstag ab, und die Viruslast bleibt in der Apotheke", erklärt Anja Hertel. Sie ist  Apothekerin in der Marienapotheke in Malsch bei Karlsruhe.

So wie viele Arbeitende in systemrelevanten Berufen, setzen sich die Mitarbeiter in Apotheken momentan täglich einem hohen Infektionsrisiko aus. Um dieses zu minimieren braucht es nicht nur Schutzkleidung, sondern auch Sicherheitshinweise für die Kunden, wie das korrekte Vorgehen bei Corona-Verdacht oder die Bitte, ausreichend Abstand zu halten. Vor allem aber braucht es Kunden, die sich an die Hinweise halten.

"Der Großteil der Kundinnen und Kunden reagiert angemessen. Sie sind verständnisvoll und halten sich an die Vorsichtsmaßnahmen. Ein geringer Teil aber ist immer noch unvorsichtig, manchmal fast ignorant. Das ist ärgerlich, da man durch dieses Verhalten zu Zeiten von Corona nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährdet", so Hertel.

"Man fühlt sich manchmal etwas allein gelassen"

Zwar gibt es in jeder Apotheke mittlerweile Schutzvorkehrungen, einheitlich sind diese jedoch nicht. Es existieren lediglich empfohlene Vorgehensweisen. Alles bleibt der Apothekenleitung selbst überlassen. Die Plexiglasscheiben, angebracht vom Ehemann der Kollegin, und die Handschuhe aus dem Privatbesitz der Mitarbeiter, ebenso die wenigen Mundschutze. "Man fühlt sich manchmal etwas allein gelassen. Natürlich sollten zuerst die Krankenhäuser, Ärzte und Pflegeeinrichtungen mit Schutzkleidung versorgt werden. Aber dass für Apotheken gar keine Versorgung gewährleistet werden kann, ist schlecht."

Obwohl die jetzige Situation in den Apotheken schwierig ist, hofft Hertel, dass Politik und Gesellschaft aus der Krise lernen und diese sogar positive Entwicklungen mit sich bringen wird. "Die Produktion wichtiger Rohstoffe und Medikamente muss sicherer werden und der Produktionsweg kalkulierbarer. Vor allem aber die Arbeit direkt am Menschen muss mehr wertgeschätzt werden", findet Anja Hertel.

Konkret auf Apotheken bezogen erhofft sie sich, dass die Arbeit der Vor-Ort-Apotheken geschätzt wird. Denn der zwischenmenschliche Kontakt wie Aufklärung, Beruhigen und Nähe zeigen, kann eine Online-Apotheke eben nicht leisten.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Anja Hertel

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