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Karlsruhe: Banknoten-Parfüm kein Fall für Steuerzahler-"Schwarzbuch"


Banknoten-Parfüm kein Fall für Steuerzahler-"Schwarzbuch"

Von dpa
Aktualisiert am 10.06.2021Lesedauer: 1 Min.
Ein Mann hält vor dem Karlsruher Finanzamt einen Flakon mit Banknoten-Duft, das Parfüm "Aerarium", in der Hand (Archivbild): Das Parfüm wurde im Rahmen von "Kunst am Bau" produziert.Vergrößern des BildesEin Mann hält vor dem Karlsruher Finanzamt einen Flakon mit Banknoten-Duft, das Parfüm "Aerarium", in der Hand (Archivbild): Das Parfüm wurde im Rahmen von "Kunst am Bau" produziert. (Quelle: Uli Deck/dpa-bilder)
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Der baden-württembergische Steuerzahlerbund hat sich mit dem "Banknoten"-Parfüm des Karlsruher Finanzamts abgefunden. Der Verein sieht das Projekt nun nicht mehr als Steuerverschwendung.

Der Steuerzahlerbund in Baden-Württemberg hat sich damit abgefunden, dass im neuen Karlsruher Finanzamt Parfüm mit Banknoten-Duft verkauft wird. "Derzeit ist das Parfüm-Projekt am Karlsruher Finanzamt im Rahmen von "Kunst am Bau" kein Fall für das "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Eike Möller. In dem sogenannten Schwarzbuch listet der Verein regelmäßig Beispiele auf, bei denen staatliche Behörden aus seiner Sicht Geld verschwenden.

Konzeptkünstlerin Katharina Hohmann hatte mit dem Parfüm "Aerarium", das nach frisch gedrucktem Geld riechen soll, den "Kunst-am-Bau"-Wettbewerb für den Finanzamtsneubau gewonnen. Die Kreation wird in Flaschen unterschiedlicher Farbe und Form abgefüllt, die eine Art Perlmuttschimmer haben. Die Flakons kosten 60 Euro – den Angaben zufolge sind das die Herstellungskosten, es entstehe kein Mehrwert. Die Einnahmen sollen in die Produktion einer neuen Charge fließen.

Projekt kostete 90.000 Euro

Laut Hohmann sind zwei Drittel der ersten 600 Flakons schon verkauft. Wegen der Corona-bedingten Schließung des Finanzamts gibt es allerdings Verzögerungen zwischen der Bestellung im Internet und der Abholung im Finanzamt unter Vorlage des Bezahlungsnachweises.

Nach Angaben des baden-württembergischen Finanzministeriums hatten die Ausgaben für das Kunstwerk 90.000 Euro betragen, die Investition in den Neubau insgesamt rund 27 Millionen Euro. Bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten des Landes kann demnach – "soweit Zweck und Bedeutung der Baumaßnahme dies rechtfertigen" – bis zu ein Prozent der anrechenbaren Kosten für sogenannte Kunst am Bau veranschlagt werden. Eine Kunstkommission wählt die Kunstwerke aus.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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