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2021 war im S├╝dwesten vor allem nass

Von dpa
20.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Regenwetter
Eine Frau geht mit einem Regenschirm auf einer Stra├če entlang. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Es ist nicht nur eine gef├╝hlte Wahrheit: Das zu Ende gehende Jahr war in Baden-W├╝rttemberg k├╝hler und deutlich feuchter als die Vorjahre. Schon im Januar verzeichnete die Landesanstalt f├╝r Umwelt Baden-W├╝rttemberg (LUBW) erheblich mehr Niederschlag im Vergleich zum langj├Ąhrigen Mittel. Vielerorts rieselte der als Schnee herab. Aber gerade im Sommer erreichten die Niederschlagsmengen Werte deutlich ├╝ber den Vergleichswerten aus den vergangenen Jahrzehnten. Das Ergebnis: "Die Grundwasserst├Ąnde und Quellsch├╝ttungen haben sich erholt und sind derzeit im Normalbereich", sagte die Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit und Naturschutz, Svea Wiehe, der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe.

Gerade im Sommer haben Starkregenereignisse auch in manchen Regionen im S├╝dwesten ihre Spuren hinterlassen. Landesweit gab es den Angaben nach 40 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel der letzten 30 Jahre. So erreichten die Werte im Juni dieses Jahres 160 Millimeter, im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 waren es gerade einmal 90 Millimeter.

Das sei ein ├Ąhnlicher ├ťberschuss wie in Rheinland-Pfalz, sagte Sabrina Plegni├Ęre aus dem Kompetenzzentrum Klimawandel der LUBW unter Berufung auf Daten des Deutschen Wetterdienstes. In Nordrhein-Westfalen habe die Niederschlagssumme im Sommer 25 Prozent ├╝ber dem Schnitt gelegen. Beide Bundesl├Ąnder waren von extremen Hochwassern mit Dutzenden Toten und immensen Sch├Ąden betroffen. Das zeigt aus Sicht von Plegni├Ęre, dass sich lokale Ereignisse nicht anhand solcher gemittelten Daten ablesen lassen.

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Sowohl der Fr├╝hling als auch die Monate seit September liegen beim Niederschlag jedoch schon wieder deutlich unter den Vergleichswerten vergangener Dekaden. Wie lange sich die Grundwasservorr├Ąte im S├╝dwesten daher im Normalbereich befinden, bleibt abzuwarten.

Verglichen mit Vorjahren war 2021 aber nicht nur nasser, sondern auch k├╝hler. An der Messstation in Rheinstetten bei Karlsruhe zum Beispiel habe es nur acht hei├če Tage mit Temperaturen ├╝ber 30 Grad gegeben, sagte Plegni├Ęre. Selbst im Zeitraum 1961 bis 1990 seien es mit durchschnittlich 12 Tagen mehr gewesen, in der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 waren es sogar 21 hei├če Tage.

W├Ąhrend der Fr├╝hling eher k├╝hler war, lag hingegen der Juni ├╝ber den Mittelwerten, wie Wiehe deutlich machte. Nach drei sehr hei├čen und trockenen Jahren habe die Natur wieder etwas aufatmen k├Ânnen.

Langfristig gesehen verzeichnen die LUBW-Expertinnen allerdings starke Anstiege bei den Temperaturen. Allein seit 2000 habe es 17 Jahre gegeben, die zu den 20 w├Ąrmsten in Baden-W├╝rttemberg z├Ąhlten, sagte Wiehe. Die Tendenz verschiedener Modelle f├╝r die kommenden Jahre sei ebenfalls eindeutig: "Wir m├╝ssen uns auf trockenere, hei├čere Sommer und nassere, mildere Winter einstellen." In der Konsequenz kann das zum Beispiel hei├čen, dass k├╝nftig manche Winter ganz ohne Eis und Schnee auskommen, wie Plegni├Ęre erkl├Ąrte.

Schon jetzt liege die Durchschnittstemperatur am Feldberg bei ├╝ber 4 Grad, im Mittel der Jahre 1961 bis 1990 seien es noch 3 Grad gewesen. Das ist zwar gerade mal ein Anstieg von gut einem Grad. Tiere und Pflanzen, die niedrigere Temperaturen gewohnt und daran angepasst sind, stellt das aber vor gro├če Herausforderungen. In den kommenden Jahren sei zudem damit zu rechnen, dass manche Pflanzen fr├╝her bl├╝hen, dann aber von Sp├Ątfr├Âsten erwischt werden.

In w├Ąrmeren Regionen wie dem Oberrheingraben um Karlsruhe wiederum k├Ânnte es Plegni├Ęre zufolge sein, "dass wir in ferner Zukunft zwei Monate lang hei├če Tage haben". Das einzige, das laut Wiehe helfen kann: "Wir m├╝ssen ambitionierten Klimaschutz betreiben und uns mit geeigneten Ma├čnahmen an die unvermeidbaren Folgen anpassen."

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