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Kiel: Jura-Studierende bieten Geflüchteten Rechtsberatung

"Refugee Law Clinic"  

Kieler Studierende bieten Rechtsberatung für Flüchtlinge

Von Agata Strausa

02.11.2020, 13:20 Uhr
Kiel: Jura-Studierende bieten Geflüchteten Rechtsberatung . David Schenk: Er engagiert sich im Ehrenamt. (Quelle: Stadt Kiel)

David Schenk: Er engagiert sich im Ehrenamt. (Quelle: Stadt Kiel)

Die "Refugee Law Clinic" in Kiel bietet kostenlose Rechtsberatung für Bedürftige. David Schenk ist einer der Ehrenamtlichen, die mithelfen. Die Corona-Krise hat die Arbeit seines Teams komplizierter gemacht.

David Schenk studiert Jura an der Christian-Albrechts-Universität und engagiert sich nebenbei seit mehreren Jahren bei dem Verein "Refugee Law Clinic" in Kiel. Die Initiative von Studierenden bietet Rechtsberatung zu Fragen des Flüchtlingsrechts an – und das kostenlos. In der Corona-Krise müssen die Beratungen nun wieder digital stattfinden. Doch das stellt die Berater vor eine Herausforderung, wie Schenk t-online sagt.

Zum einen "ist es schwieriger geworden, Empathie zu zeigen", so der Jurastudent. "Das geht natürlich im persönlichen Gespräch besser." Auch Unterlagen müssen nunmehr von seinen Klienten vorher eingescannt werden, was alles umständlicher mache. Aber noch etwas anderes erschwert die digitale Beratung: Ämter sind in der Corona-Pandemie schlechter erreichbar, da diese auch größtenteils ihre Beratung vor Ort eingestellt haben.

Stattdessen hieße es nun "bitte schreiben Sie eine E-Mail". Doch diese Mails werden oft tagelang nicht beantwortet, so Schenk. Das wiederum führe bei den Absendern zu viel Unsicherheit und Frust – "und das ist ein Problem". So versuche Schenk schon seit Längerem mit der Ausländerbehörde in Kiel in Kontakt zu kommen – doch bislang ohne Erfolg. Auch seine Kollegen hätten eine ähnliche Erfahrung gemacht. Es komme der Eindruck auf, dass die Behörde chronisch unterbesetzt sei, mutmaßt Schenk. 

Eine gefragte Anlaufstelle

Die Menschen, die sich an die "Refugee Law Clinic" wenden, haben zum Teil existenzielle Anliegen: Wie kann ich meine Familie nach Deutschland holen? Wie bekomme ich ein unbefristetes Aufenthaltsrecht? Kann ich etwas gegen meine Abschiebung tun?

Dann können Schenk und sein Beraterteam unterstützend eingreifen. Denn nicht immer seien seine Klienten von den Behörden korrekt beraten und behandelt worden. Da wäre etwa der Fall eines IT-Spezialisten mit einer Duldung, dessen Abschluss zwar staatlich anerkannt wurde, er jedoch keine entsprechende Arbeitserlaubnis von der Ausländerbehörde bekommt. In solchen Fällen könne die "Law Clinic" versuchen, Einfluss auf die Behörden zu nehmen. Da wäre auch der Fall eines Mannes, der seine Familie nach Deutschland holen wollte, dazu aber eine unverhältnismäßig hohe Sicherheitsleistung hätte zahlen müssen. In Fragen des Asyl- und Aufenthaltsrechts ist die "Refugee Law Clinic" eine gefragte Anlaufstelle. 

Nicht immer können die Beraterinnen und Berater jedoch weiterhelfen. Denn viele Menschen kommen auch mit "weltlichen Belangen" zu ihnen, wie Schenk sagt. Sie sind auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum oder nach einem Job. "In Sachen Sozialleistungen können wir nichts machen", sagt Schenk. Auch wenn ihn das Thema dennoch beschäftigt: "Für die Integration der Menschen ist es wichtig, dass man sie nicht in Wohnungen in benachteiligten Stadtteilen abdrängt". 

Zum Team der "Refugee Law Clinic" zählen über 60 Beraterinnen und Berater. Es gibt wöchentliche Beratungstermine, die über E-Mail angefragt werden müssen. Auf verschiedenen sozialen Kanälen kann man sich zusätzlich über die Arbeit des Teams informieren.

Disclaimer: Das Nachrichtenportal t-online ist ein Angebot der Ströer Content Group, in deren Zusammenarbeit die Aktion "Kieler Engagement zeigt Gesicht" entstanden ist. Die Aktion würdigt Ehrenamtliche wie David Schenk für ihren Einsatz mit Plakaten an verschiedenen Orten in der Stadt. 

Verwendete Quellen:
  • Mitteilung der Stadt Kiel
  • Gespräch mit David Schenk
  • Webseite der Refugee Law Clinic
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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