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Kiel: Köche verteilten mit Foodmobil Essen für Wohnungslose

Essen für Bedürftige  

Das Foodmobil verteilt warme Mahlzeiten an Wohnungslose in Kiel

23.12.2020, 15:55 Uhr
Kiel: Köche verteilten mit Foodmobil Essen für Wohnungslose. Das "SattMissions-Mobil": In dem Foodmobil werden warme Mahlzeiten für Wohnungslose gekocht. (Quelle: Sven Raschke)

Das "SattMissions-Mobil": In dem Foodmobil werden warme Mahlzeiten für Wohnungslose gekocht. (Quelle: Sven Raschke)

Mit einer mobilen Küche verteilen ehrenamtliche Köche ab sofort warme Mahlzeiten an Wohnungs- und Obdachlose in Kiel. Das ehrenamtliche Angebot stößt auf dringenden Bedarf – denn viele der üblichen Anlaufstellen für Bedürftige fallen zurzeit wegen Corona weg. 

Die Weihnachtszeit ist für viele eine Zeit des Schlemmens. Zumindest für die, die es sich leisten können. Die anderen – besonders die Obdach- und Wohnungslosen – sind in diesem Winter besonders bedürftig. Denn Corona hat dafür gesorgt, dass ihre üblichen Anlaufstellen – etwa viele Tafeln und andere Essensausgaben – geschlossen sind. Damit die betroffenen Menschen trotzdem mit warmen Mahlzeiten versorgt werden können, hat die Stadtmission Mensch in Kiel nun in ein Foodmobil investiert.

Mobile Küche für 400 Essen

Das "SattMissions-Mobil" ist ausgestattet mit einer kompletten Küche. In der können die ehrenamtlichen Köche das Essen dort zubereiten, wo sie es auch gleich verteilen. Die Jungfernfahrt startete am Sonntagnachmittag in der Frauen- und Familiennotunterkunft in Kiel-Wik. Als vorweihnachtlichen Festschmaus gab es Rinderbraten mit Rotkohl und Kartoffeln oder als vegane Alternative Saitanbraten. Anschließend ging die Fahrt zum TaKo, dem Tagestreff und Kontaktladen nahe des Exerzierplatzes, und weiter zu anderen Notunterkünften. Insgesamt wurden an diesem Tag mehr als 400 Essen verteilt.

Ein Weihnachtsessen ist in einer Schale zum Mitnehmen verpackt. 400 Essen wurden am ersten Tag des Mobils verteilt. (Quelle: Sven Raschke)Ein Weihnachtsessen ist in einer Schale zum Mitnehmen verpackt. 400 Essen wurden am ersten Tag des Mobils verteilt. (Quelle: Sven Raschke)

Das entspricht laut der Stadtmission der Zahl der Bedürftigen in Kiel. Nicht nur die üblichen Essensausgabe-Stellen sind für sie in diesen Tagen weggefallen. Auch Flaschensammeln oder Betteln sind als Einnahmequelle ausgetrocknet. Wo keine Partys oder Menschenansammlungen, da kein Flaschenpfand oder Spendengeld.

Christopher Winkler ist einer der Köche des "SattMissions-Mobil" und Chef einer Catering-Firma. Für die gibt es seit dem Corona-Ausbruch nicht viel zu tun, und so haben er und die anderen Köche schon während des ersten Lockdowns das Projekt "Sattmission" gegründet, um für Bedürftige zu kochen. Bisher hatten die Köche in ihren Küchen gekocht und Mitarbeiter der Stadtmission das Essen ausgeliefert. 30.000 warme Mahlzeiten waren es während des ersten Lockdowns. "Aber die dafür notwendige Logistik hätten wir jetzt nicht noch einmal hinbekommen", sagt Karin Helmer, die Leiterin der Stadtmission in Kiel. "Deshalb sind wir sehr froh, dass wir genügend Spenden für das "SattMissions-Mobil" zusammenbekommen haben." Und auch Caterer Christopher Winkler ist begeistert von der neuen Küche.

Zukünftige Mahlzeiten abhängig von Spendenwilligkeit

Das Geld für den Küchenwagen, 65.000 Euro, kommt von der NDR-Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" sowie von verschiedenen Unternehmen und privaten Spendern. Unterstützung kommt außerdem vom Diakonischen Werk, wo man sehr froh ist über das neue Mobil. "Was wir jetzt noch brauchen, sind Spenden für die weiteren Mahlzeiten", sagt Helmer von der Stadtmission. Mindestens zweimal die Woche soll das Mobil künftig warme Mahlzeiten in Kiel verteilen. Wenn denn dauerhaft ausreichend Geld zusammenkommt. "Um die Weihnachtszeit wird den Leuten immer bewusst, dass es Bedürftige gibt. Danach flacht es dann aber leider erfahrungsgemäß stark ab", so Helmer.

Karin Helmer, Leiterin der Stadtmission Mensch, steht vor dem Foodmobil. Die Organisation ist auf Spenden angewiesen. (Quelle: Sven Raschke)Karin Helmer, Leiterin der Stadtmission Mensch, steht vor dem Foodmobil. Die Organisation ist auf Spenden angewiesen. (Quelle: Sven Raschke)

Zur Einweihung des "SattMissions-Mobils" hatte eigentlich Prominenz aus der Politik anwesend sein sollen. Wegen des Lockdowns teilte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz stattdessen aus der Ferne seine Glückwünsche mit. Landtagspräsident Klaus Schlie ließ ausrichten, er sei "dankbar, dass die Stadtmission die Versorgung wohnungsloser Menschen sicherstellt." Von Sozialdezernent Gerwin Stöcken kommt die Botschaft: "Es sind harte Zeiten für alle, insbesondere aber für wohnungslose Menschen. Der Stadtmission – und allen Spender*innen, die das SattMissions-Mobil möglich gemacht haben, spreche ich an dieser Stelle meinen Dank aus."

Wer für das „SattMissions-Mobils“ spenden möchte kann das über die Webseite der Stadtmission Mensch tun.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Karin Helmer und Christopher Winkler

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