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Kiel: Hier können Sie trotz Corona-Lockdown essen gehen

Corona-Wohnmobildinner  

Wie man jetzt in Kiel wieder essen gehen kann

23.01.2021, 16:47 Uhr
Kiel: Hier können Sie trotz Corona-Lockdown essen gehen. Ein Kellner trägt zwei Teller zu einem Wohnmobil: Am Falckensteiner Strand bietet ein Restaurant ein Wohnmobil-Dinner an. (Quelle: Sven Raschke)

Ein Kellner trägt zwei Teller zu einem Wohnmobil: Am Falckensteiner Strand bietet ein Restaurant ein Wohnmobil-Dinner an. (Quelle: Sven Raschke)

Ein "Restaurantbesuch" am Meer: Das ist in Kiel trotz Lockdowns möglich – und zwar am Falckensteiner Strand. t-online hat sich das besondere Dinner einmal angeguckt. 

Unter den kulinarischen Freuden geht wohl wenig über einen Restaurantbesuch mit Meerblick. Leider zurzeit nicht möglich? Doch – zumindest, wenn man in Kiel und Besitzer eines Wohnmobils ist. Zwar sind die Restaurants wegen des anhaltenden Lockdowns weiterhin geschlossen. Am Falckensteiner Strand aber hat ein Restaurantbetreiber trotzdem eine Möglichkeit gefunden, seine Gäste vor Ort zu bewirten – mit vier Gängen und Auflagen-konform. Die Lösung: Die Kundschaft kommt mit besagtem eigenen Wohnmobil und lässt sich das Essen auf dem Gelände des Restaurant Markmanns servieren.

"Die Idee haben wir uns abgeschaut", sagt Restaurantbesitzer Oliver Markmann. "Es hatten sich immer wieder Leute bei uns gemeldet und gefragt, ob sie nicht mit dem Wohnmobil vorbeikommen können, um sich das Essen abzuholen." Auch von andernorts hatte Markmann bereits von der Möglichkeit gehört, die sich zurzeit unter dem Hashtag #wohnmobildinner in Deutschland verbreitet.

"Das ist Neuland für uns"

Statt, dass sich die Kunden das Essen einfach abholen, reservieren sie jetzt bei Markmanns einen der acht Stellplätze. Die bieten zwar keinen direkten Strandblick. Mit ein paar Schritten ums Restaurantgebäude liegt das Meer aber auch schon vor einem. "Das ist Neuland für uns", sagt Markmann sichtlich aufgeregt. "Da gibt es vielleicht viele Dinge, die man nicht beachtet, weil man sie nicht vorhersehen konnte."

Für die Premiere am heutigen Freitagabend hat sich erst einmal nur ein Pärchen angemeldet. "Es muss sich noch rum sprechen", sagt der Chef. Die Folgetermine würden sich bereits füllen, dank der Werbung über Facebook, Instagram und die Mund-zu-Mund-Propaganda der Stammkunden. "Wir haben schon ganz viel Feedback und positive Kommentare bekommen", sagt Markmann und ergänzt scherzhaft: "Die größte Frage unter unseren Stammgästen ist jetzt: Wo bekomme ich ein Wohnmobil her?"

Die ersten Gäste sind Christian und Sandra. "Endlich wieder Filet!", freut sie sich. Vor dem Filet Mignon vom Barbecue-Grill gibt’s erst Hummersuppe, dann hausgebeizten schottischen Lachs mit Dilldipp, zum Nachtisch Brownies mit Vanillesoße.

Als Vorspeise gibt es eine Suppe: Das Besteck müssen die Gäste selbst mitbringen. (Quelle: Sven Raschke)Als Vorspeise gibt es eine Suppe: Das Besteck müssen die Gäste selbst mitbringen. (Quelle: Sven Raschke)

Das Servieren des Vier-Gänge-Menüs läuft kontaktfrei. Essen und Getränke werden von der Bedienung auf einem Tisch vorm Wohnmobil abgestellt, die Gäste nehmen Teller und Flaschen selbst mit ins Innere. Serviert wird auf Porzellan, jedoch aus Hygieneschutz-Gründen ohne Besteck, Serviette oder Gläser – die haben die Wohnmobilisten selbst dabei. Sandra und Christian schmeckt's, wie immer bei Markmanns. "Wir wollten mal nicht einfach nur Essen von der Pizzeria, sondern was Besonderes", sagt Sandra. "Und das kriegen wir hier."

Gastronom bangt um seine Existenz

Ob sich das Wohnmobildinner für den Gastronomen rechnen wird, kann er noch nicht abschätzen. Markmann: "In erster Linie sehe ich das als Service für unsere Gäste." Daneben bietet er den für viele Restaurants in diesen Zeiten üblichen Außer-Haus-Verkauf an. "Da wir gehobene Abendgastronomie machen und aufgrund der Außenlage am Strand können wir das nur an zwei Wochentagen machen", so Markmann. Das werde zwar gut angenommen, trage aber den Betrieb bei weitem nicht. "Das macht vielleicht fünf Prozent des üblichen Umsatzes aus", schätzt er.

Würden die Hilfen so weitergehen wie bis Ende des vergangenen Jahres, würde Oliver Markmann sich um die Zukunft seines Restaurants keine Sorgen machen. „Da aber die Überbrückungshilfe III wie ein Damoklesschwert über uns schwebt, ist gar nicht abzusehen, ob wir überhaupt noch Hilfe für die Zeit ab Januar bekommen“, so der Gastronom. „Die Situation ist extrem unklar, du kannst nicht planen. Der Staat müsste uns die Angst nehmen, dass wir alle bankrott gehen – das ist nicht der Fall im Moment.“

Trotzdem will er positiv bleiben. "Wir haben das große Glück, dass wir sehr liebe und treue Stammgäste haben – die besten Gäste der Welt. Die haben ein großes Interesse, uns zu unterstützen." Er werde weitermachen – komme was wolle. Der erste Abend des Wohnmobildinners zumindest verlief ohne die befürchteten "unvorhergesehenen Dinge".

Verwendete Quellen:
  • Besuch bei Dinner am Falckensteiner Strand

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