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Neue Attacktion in Kiel: Elektro-GoKart-Bahn eröffnet

Rasen mit Windkraft  

Kiel hat eine neue Freizeit-Attraktion

08.04.2021, 07:04 Uhr
Neue Attacktion in Kiel: Elektro-GoKart-Bahn eröffnet. Zwei Personen fahren auf der Rennstrecke: Nach mehrmaligem Verschieben haben die Betreiber die Kartbahn eröffnet. (Quelle: Sven Raschke)

Zwei Personen fahren auf der Rennstrecke: Nach mehrmaligem Verschieben haben die Betreiber die Kartbahn eröffnet. (Quelle: Sven Raschke)

Im Süden Kiels hat eine Elektro-Gokart-Bahn eröffnet. Ohne Lärm, ohne Gestank – aber wegen Corona-Auflagen nur mit halber Kundschaft. Ein Minusgeschäft für die Betreiber – und trotzdem die bessere Alternative.

Am lautesten tönt das aggressive Quietschen der Reifen durch die große Halle. Von den Motoren der Karts ist dagegen nur ein ruhiges Summen zu hören. Es ist der Eröffnungstag von Eco Kart im im Kieler Stadtteil Wellsee. Nach mehrmaligen Verschiebungen haben es die Betreiber der neuen Elekro-Gokart-Rennstrecke am 1. April doch endlich gewagt – trotz Lockdown und Corona-Auflagen.

Die Motorsportanlage steht mit ihren elektrischen Rennmaschinen, die mit Ökostrom aus dem Norden laufen, im Zeichen der Zeit. Ein neuer Freizeitbetrieb mitten im Lockdown ist trotzdem ein Wagnis für die Betreiber. Das Konzept hat in der Pandemie aber auch Vorteile gegenüber anderen Sporteinrichtungen.

Kein Lärm, kein Gestank und grüner Strom

Gegen 13 Uhr hat an diesem Donnerstag die erste Gruppe ihre Runden hinter sich. Der 15-jährige Timon Kohl freut sich über die neue Kartbahn. "Ich habe schon monatelang der Eröffnung entgegengefiebert", sagt er. Sein Vater findet es gut, dass es nicht so laut ist in der Halle – und auch nicht so nach Sprit stinkt wie auf herkömmlichen Gokart-Strecken.

Auch Lena Gruber (25) war schon auf verschiedenen Gokart-Bahnen unterwegs. Ihr Urteil: "Die E-Karts können gut beschleunigen, und die Strecke ist auch sehr cool – tatsächlich sehr anspruchsvoll mit vielen Haarnadeln." – "Es ist viel ruhiger und ruckelt nicht so", meint Phillip Dieckmann (48). "Die Wagen beschleunigen gleichmäßiger als die Benziner – und sind nicht so dreckig."

Grüner Strom für die E-Karts

Damit fassen die Premieren-Fahrer die Besonderheiten der elektro-betriebenen Karts gut zusammen. "Man muss schon mit dem Zeitgeist gehen", sagt Götz Jopp, einer der beiden Geschäftsführer der Anlage. "Und Verbrenner sind einfach nicht mehr zeitgemäß." Zwar verbrauchen auch die E-Karts letztlich nicht weniger Energie als die Benziner. "Aber wir bekommen grünen Strom von den Stadtwerken – von Windkraftanlagen aus Norddeutschland", so Jopp.

Ein für die Betreiber vielleicht noch wichtigeres Argument für die Batterie-Flitzer: "Wir wollten die Strecke unbedingt in einer Halle haben, um das ganze Jahr offen haben zu können." Verbrenner hätten da enormen Lärm erzeugt – und eine aufwändige Entlüftungsanlage notwendig gemacht, die wiederum den Energieverbrauch in die Höhe getrieben hätte.

Die Karts stehen am Start: Alle Fahrzeuge werden mit Ökostrom und Strom aus Windkraft betrieben. (Quelle: Sven Raschke)Die Karts stehen am Start: Alle Fahrzeuge werden mit Ökostrom betrieben. (Quelle: Sven Raschke)

Ein verspäteter Start, der sich nicht rechnet

Ursprünglich hatte die Gokart-Bahn bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres öffnen sollen. Mit Lockdown, Verschärfungen, Lockerungen und wieder Verschärfungen wanderte der Termin immer weiter ins aktuelle Jahr. "Wir hätten auch schon im März aufmachen dürfen", sagt Götz Jopp. "Wir wollten aber einfach auf Nummer sicher gehen und auch das Hygienekonzept ordentlich vorbereiten."

Letzteres lässt sich mit dem Gokart-Sport relativ gut vereinbaren. Anders als bei vielen anderen Sport- und Freizeitbeschäftigungen besteht hier ohnehin ausreichend Abstand zwischen den Akteuren. Allerdings sind Zuschauer wegen der Auflagen zurzeit nicht erlaubt. Mit maximal zehn Kunden pro Stunde ist die Anlage zudem nur zur Hälfte ausgelastet. Kann sich das rechnen?

"Nein", sagt Götz Jopp, "Geld verdient man so nicht." Warum er trotzdem geöffnet hat? "Weil ich Mitarbeiter habe. Und weil es doch immer noch ein bisschen günstiger ist, als die Anlage zuzulassen." Denn laufende Kosten wie Miete oder Versicherung fallen in jedem Fall an. "Und", so Jopp, "ich mache es auch, weil ich Spaß daran habe. Und andere sollen den auch haben."

Hoffen auf den Sommer

Immerhin: Nach anfänglich zurückhaltender Reaktion seitens der Kunden, stehe seit dem Vortag der Eröffnung das Telefon nicht mehr still. Die begrenzten Plätze für den ersten Tag waren nach kurzer Zeit vergeben. Man merke, so Jopp: "Die Leute haben Lust!"

Für die Zukunft ist er verhalten zuversichtlich. "Ich vertraue darauf, dass die Politik ein gutes Augenmaß anlegen wird – und vielleicht auch ein bisschen Mut." Die Auswirkungen von Corona werde man noch das ganze Jahr spüren. "Aber ich denke, dass irgendwann im Sommer Normalbetrieb für uns möglich sein wird."

Verwendete Quellen:
  • Gespräche bei der Eröffnung der Kartbahn

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