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1. FC Köln: Das große Fazit zum Trainingslager – Baumgart liebt harte Arbeit

Fazit des Kölner Trainingslager  

Baumgarts Liebe für harte Arbeit

Von Marc L. Merten

26.07.2021, 17:46 Uhr
1. FC Köln: Das große Fazit zum Trainingslager – Baumgart liebt harte Arbeit. Steffen Baumgart beim Training in Donaueschingen (Archvbild): Der FC-Coach hat seine Spieler hart rangenommen. (Quelle: imago images/Herbert Bucco)

Steffen Baumgart beim Training in Donaueschingen (Archvbild): Der FC-Coach hat seine Spieler hart rangenommen. (Quelle: Herbert Bucco/imago images)

Der 1. FC Köln hat sein Trainingslager in Donaueschingen beendet. Zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal wähnt sich die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart auf dem richtigen Weg. t-online zieht ein Zwischenfazit der Kölner Vorbereitung.

"Keine Hackentricks!" Die Worte von Steffen Baumgart schallten über den Rasen des Salinenstadions, als Tim Lemperle gegen Elversberg eine Situation im gegnerischen Strafraum allzu elegant lösen wollte und den Ball verlor.

Als Ondrej Duda wenige Minuten dasselbe versuchte, nur wenige Meter von Baumgart entfernt, schloss Baumgart nur noch die Augen und richtete sein Gesicht dem wolkenverhangenen Himmel entgegen. Baumgart braucht keine brotlose Kunst. Wenn in Donaueschingen eines überdeutlich wurde, dann ist es Baumgarts Liebe für harte, schnörkellose Arbeit.

Das Training

Der FC-Trainer ließ seine Spieler im Trainingslager leiden. Vor allem in den ersten Tagen. Knallharte Einheiten, auch am Tag nach Testspielen. Viele Spielformen, ja, aber in höchstem Tempo, ohne Verschnaufpausen. Wer nicht spielte, musste auf dem Nebenplatz auch mal Tempoläufe absolvieren.

Ob Torhüter oder Feldspieler, Baumgart trimmte seine Truppe. Denn über allem steht die Fitness: Die Spielidee des neuen FC-Trainers funktioniert nur, wenn die FC-Spieler bereit und in der Lage sind, 90 Minuten in der Bundesliga zu marschieren. Dafür legte der 49-Jährige mit der Trainingsarbeit in Donaueschingen die Grundlage.

Die Testspiele

Der FC testete gegen die Bayern (3:2), Schaffhausen (2:0) und Elversberg (2:1). Drei Siege – aber mit welchem Wert? Die Gegner, selbst der FC Bayern, waren unterklassig besetzt. Noch haben die Geißböcke keinen Test gegen eine Mannschaft auf Bundesliga-Niveau absolvieren müssen. Das gehört zur Wahrheit einer ansonsten positiven Vorbereitung.

In den Tests konnte man klar erkennen, was Baumgart vor hat – und die Spieler konnten sich daran gewöhnen, dass ihnen 90 Minuten von draußen ihr Chef in den Ohren liegt. Etwas, das es beim FC länger nicht gegeben hat.

Die Taktik

Im Trainingslager hat sich verfestigt: Der FC wird mit einer Viererkette und einem alleinigen Sechser vor der Abwehrreihe verteidigen. Im Mittelfeld lässt Baumgart mit vier Mann in einer Raute agieren, davor sollen zwei Angreifer für ständige Torgefahr sorgen. Gleichzeitig ist das Duo die erste Pressingreihe einer offensiven Defensive. Baumgarts Vorgabe: Je früher der FC einen Ball erobert, desto kürzer ist der Weg zum gegnerischen Tor. Das gelang in den Testspielen häufig und gut.

Dazu kommt die Vorgabe: Wenn der Weg zum Tor versperrt ist, sollen die FC-Spieler Standardsituationen herausholen. Sie sollen eine der zentralen Waffen der Kölner werden. Auch, weil der FC mit Mark Uth, Florian Kainz, Ondrej Duda und Louis Schaub vier überragende Schützen für diese Momente im Kader hat.

Der Kader

Baumgart erklärte im "GEISSBLOG"-Interview: "Wir haben einen guten Kader, auch in der Breite. Natürlich kann man immer sagen: Uns fehlt noch dieser Stürmer, jener Innenverteidiger oder dort ein Linksverteidiger. Trotzdem bin ich schon jetzt fest davon überzeugt, dass wir mit diesem Kader eine gute Saison spielen werden."

Damit benannte der FC-Trainer direkt die drei Positionen, auf denen der FC noch nach Verstärkungen sucht. Zudem nannte er die Anzahl an Spielern, die die Geißböcke in der Breite brauchen, um in der Bundesliga bestehen zu können: "Du brauchst nicht nur eine gute erste Elf, sondern 16 bis 18 Spieler, die immer spielen können. Dazu kommen Spieler, die sich weiterentwickeln sollen und Spieler, die aus einer Verletzung kommen."

So ist der Kader aufgestellt – allerdings noch etwas zu groß und an eben jenen drei Stellen noch nicht Bundesliga-tauglich. Dieser Eindruck hat sich im Trainingslager auch für Außenstehende verfestigt.

Die Prognose

In der kommenden Woche wird Steffen Baumgart den Kader noch einmal aussortieren. Gespräche mit mehreren Spielern werde er führen, kündigte er am Samstag an, die nur noch geringe Chancen hätten. Dann muss es Sportchef Jörg Jakobs trotzdem noch gelingen, diese Spieler zu verkaufen oder zu verleihen, ehe die benötigten Neuzugänge kommen können.

Am Mittwoch nimmt der FC das Training wieder auf, am kommenden Wochenende soll es ein letztes Testspiel geben. Der Gegner steht aber noch nicht fest. Danach beginnt bereits die erste Pflichtspiel-Woche vor dem Duell im DFB-Pokal in Jena. Nicht mehr viel Zeit also für den Feinschliff. Doch Baumgart hat in Donaueschingen die Grundlagen gelegt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen und Recherchen des GEISSBLOG

Marc L. Merten gründete 2015 den GEISSBLOG.KOELN. Die unabhängige Onlinezeitung informiert die Fans des 1. FC Köln über alles rund um die Geißböcke. Merten studierte Journalismus in Fribourg und arbeitete anschließend als Sportredakteur für t-online.de. Später berichtete er für die Abendzeitung München über den TSV 1860, ehe er für den GEISSBLOG in seine Heimatstadt Köln zurückkehrte.

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