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Mehr Menschen aus Einwandererfamilien im öffentlichen Dienst

Von dpa
14.01.2022Lesedauer: 2 Min.
NRW-Integrationsminister Joachim Stamp
Joachim Stamp (FDP) bei einer Pressekonferenz. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Im öffentlichen Dienst sollten Integrationsminister Joachim Stamp zufolge mehr junge Leute aus Familien mit Migrationsgeschichte beschÀftigt werden. "Unsere vielfÀltige Gesellschaft bildet sich hier nicht ausreichend ab", sagte der FDP-Politiker am Freitag beim Landesintegrationskongress in Solingen. Der öffentliche Dienst im "offenen Einwanderungsland" NRW solle mit gutem Beispiel vorangehen.

In einer Kampagne werbe man daher fĂŒr mehr Menschen aus Einwandererfamilien. "Wir wollen bewusst dazu einladen." Oft bestehen nach EinschĂ€tzung des Ministers noch Hemmungen, sich fĂŒr den öffentlichen Dienst zu bewerben. Es sei wichtig, "dass wir motivieren". Auch in den AuslĂ€nderĂ€mtern sollten kĂŒnftig mehr Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, meinte Stamp.

Zuwanderer seien ein wichtiger und bereichernder Teil der Gesellschaft, betonte der stellvertretende NRW-MinisterprĂ€sident bei der Online-Tagung "Raum fĂŒr Chancen" mit renommierten Experten aus Wissenschaft und Praxis. Vor allem der ersten Generation der sogenannten Gastarbeiter, die vor rund sechs Jahrzehnten nach Deutschland kamen, sei viel zu lange die nötige WertschĂ€tzung vorenthalten worden. Statt "immer nur ĂŒber Defizite zu sprechen", sollten die vielen guten Alltagsvorbilder stĂ€rker herausgestellt werden. Das blende nicht aus, dass es nach wie vor Rassismus, Alltagsdiskriminierung, Reibereien und Konflikte gebe.

Migrationsexpertin Yasemin El-Menouar sagte, bei allen Fortschritten mĂŒssten noch zentrale Integrationsbarrieren abgebaut werden. Vorurteile und Feindseligkeiten verhinderten gleichberechtigte Teilhabe. Bei gleicher Qualifikation wĂŒrden Zugewanderte auf dem Arbeitsmarkt weiterhin benachteiligt, auch auf dem Wohnungsmarkt hĂ€tten sie es schwerer, schilderte die Wissenschaftlerin der Bertelsmann Stiftung.

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Eine Unterscheidung in "Die und Wir" mĂŒsse ĂŒberwunden werden, mahnte Robert Fuchs, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Migrations-Dokumentationszentrums DOMiD. Die Schule sei ein wichtiger Ort, um auch Migrationsgeschichte zu vermitteln und beim Abbau von Vorurteilen zu helfen.

FĂŒr gesellschaftlichen Zusammenhalt sei Zuhören und "Verstehen-Wollen" wichtig, sagte Stamp. Gerade in sozialen Netzwerken komme das oft zu kurz. Dort gehe es vielen nur ums "eigene Recht-Haben", es werde bewusst ĂŒberspitzt und polarisiert, um Follower zu gewinnen.

Bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Austausch ging es diesmal auch um die Frage, ob Menschen mit Zuwanderungsgeschichte von Corona besonders stark getroffen sind. Stamp unterstrich, die tagtÀgliche Integrationsarbeit werde vielerorts durch die Pandemie erheblich erschwert.

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