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Stuttgart: Ministerpräsident Kretschmann verteidigt Aus für Impfzentren im letzten Sommer

"Nur eine Handvoll Leute hingegangen"  

Kretschmann verteidigt Aus für Impfzentren im Sommer

07.12.2021, 14:07 Uhr | dpa

Stuttgart: Ministerpräsident Kretschmann verteidigt Aus für Impfzentren im letzten Sommer. Winfried Kretschmann ließ sich als erster Ministerpräsident impfen – mit Astrazeneca (Archivbild): Dass es immer noch viele Ungeimpfte gibt, besorgt den Regierungschef. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)

Winfried Kretschmann ließ sich als erster Ministerpräsident impfen – mit Astrazeneca (Archivbild): Dass es immer noch viele Ungeimpfte gibt, besorgt den Regierungschef. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images)

Dass viele Impfzentren vor einigen Monaten geschlossen wurden, erscheint vielen angesichts der angespannten Corona-Lage ein großer Fehler gewesen zu sein. Politiker Winfried Kretschmann hat nun dagegen gehalten.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Schließen der Impfzentren im vergangenen Sommer verteidigt. "Da sind ja nur noch eine Handvoll Leute eigentlich hingegangen. Da kann man doch nicht solch eine gigantische Infrastruktur machen", sagte er in der am Dienstag ausgestrahlten SWR-Sendung "Leute". Das Angebot sei heute mit mobilen Impfteams und kleineren Impfstützpunkten in den Kommunen viel flexibler.

Kretschmann zeigte sich in dem Radio-Interview zudem zuversichtlich, bis zum Jahresende in Baden-Württemberg mehr als drei Millionen Menschen mit einer Auffrischungsimpfung zu versorgen. Zudem gebe es sehr viele Wochenendtermine. "Das ist eine unglaubliche zusätzliche Kapazität", sagte Kretschmann. Bis zum Montagnachmittag seien in Baden-Württemberg 1,78 Millionen Menschen "geboostert" worden.

Stuttgart: Ministerpräsident erschrocken über hohe Zahl der Ungeimpften

Der Regierungschef zeigte sich bei der Aufzeichnung der Sendung am Montag zudem bestürzt über die hohe Zahl ungeimpfter Menschen in Baden-Württemberg. "Das beschwert mich unglaublich, dass so viele Leute einem Eigensinn nachgehen, der rational nicht mehr erklärbar ist", sagte er.

Kretschmann widersprach auch dem Argument, Impfen sei Privatsache und der Staat habe eine Ablehnung zu akzeptieren: "Das ist nicht so. Der Ungeimpfte gefährdet auch andere, indem er sie einfach ansteckt." Daher sei es nicht mehr eine Privatangelegenheit. "In einer Pandemie bin ich eben mit meiner Ansteckung nicht mehr allein", sagte der Grünen-Politiker.

In diesem Zusammenhang plädierte Kretschmann erneut für eine Impfpflicht. "Das sind tiefe Eingriffe in Grundfreiheiten", sagte er. Das Virus wandle sich so sehr, dass kein Weg mehr an einem solchen Schritt vorbeiführe, "sonst kommen wir aus dem Schlamassel nie raus".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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