Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service > Ratgeber >

Autodiebstahl: Das taugen Lenkradschloss, künstliche DNA & Co.

Autodiebstahl  

Lenkradschloss, GPS oder künstliche DNA – was schützt das Auto am besten?

18.11.2020, 16:45 Uhr | dpa-tmn, mab, t-online

Autodiebstahl: Das taugen Lenkradschloss, künstliche DNA & Co.. Wuchtig: Eine sogenannte Lenkradkralle solle Diebe davon abhalten, mit einem geknackten Auto fahren zu können. (Quelle: dpa/tmn/ADAC)

Wuchtig: Eine sogenannte Lenkradkralle solle Diebe davon abhalten, mit einem geknackten Auto fahren zu können. (Quelle: ADAC/dpa/tmn)

Autodiebe arbeiten schon lange nicht mehr mit Drahtschlaufen und Schraubenzieher. Sie setzen Störsender ein, fangen Codes ab oder hacken gleich das ganze Fahrzeug. So kann man sich trotzdem vor Autodiebstahl schützen.

Mehr als 16.000 Autos sind im vergangenen Jahr in Deutschland gestohlen worden, die meisten davon in Berlin und NRW. Allerdings dürfte die tatsächliche Zahl liegt weit höher liegen. Wie kann man sein Auto am besten vor Diebstahl schützen?

Lenkradschloss schreckt nur Amateure ab

Verschiedene technische Hilfsmittel sollen Dieben das Leben erschweren. An erster Stelle steht die elektronische Wegfahrsperre, die bei allen Neuwagen seit dem 1. Januar 1998 Pflicht ist. Sie bietet bereits einen sehr guten Basisschutz, der automatisch nach dem Abschalten der Zündung aktiviert wird. Das Fahrzeug kann dann schlicht nicht mehr gestartet werden, weil Kraftstoff- und Stromzufuhr unterbrochen sind.

Allerdings besteht für ältere Autos nur die Nachrüstpflicht für eine mechanische Wegfahrsperre – etwa ein Lenkradschloss oder eine Lenkradkralle. Hier warnt der Auto Club Europa (ACE) vor zu hohen Erwartungen: Die oft simplen Schließzylinder dieser Systeme würden maximal Amateure abschrecken. Eher könne eine massive Parkkralle an einem Rad einen gewissen Schutz bieten. Allerdings ist sie im Alltag unhandlicher. Mit rund 40 Euro sind Lenkrad- und Parkkralle aber relativ günstig.

Autodiebstahl: Etwas umständlich, aber wirksam: Eine Parkkralle kann zumindest Gelegenheitsdiebe abschrecken. (Quelle: dpa/tmn/Arno Burgi)Etwas umständlich, aber wirksam: Eine Parkkralle kann zumindest Gelegenheitsdiebe abschrecken.

GPS-Sender lohnt sich nicht für jeden

Eine weitere Möglichkeit sind moderne GPS-Ortungssysteme, über die der Standort jederzeit ermittelt werden kann. Allerdings werden viele geklaute Autos auch sehr schnell in ihre Einzelteile zerlegt. Und dann nutzt auch ein Ortungssystem nichts mehr.

Künstliche DNA

Zu den modernen Abwehrmethoden gehört auch künstliche DNA, bei der die Fahrzeug-Identnummer chemisch in die Seitenscheiben geätzt wird. Daneben können einzelne Bauteile des Autos unsichtbar markiert werden. Über die individuelle Kodierung, die in einer zentralen Datenbank hinterlegt wird, ist jederzeit die eindeutige Zuordnung des Fahrzeugs und der Teile möglich. Dadurch wird das Auto unattraktiver für Diebe. Rote Aufkleber in den Seitenscheiben können die DNA-Kodierung von außen kenntlich machen. Die Preise beginnen bei etwa 70 Euro.

SMS von der Alarmanlage

Zu den Klassikern der Autoüberwachung zählt die Alarmanlage, die es im Kfz-Zubehörhandel in allen Preisklassen ab rund 40 Euro gibt. Dabei wird beispielsweise über Kontakte gemeldet, wenn sich jemand an der Motorhaube oder dem Kofferraum zu schaffen macht. Bei anderen Systemen registriert die Innenraumüberwachung verdächtige Bewegungen. Je nach Ausführung stellen die elektronischen Wächter auch eine Mobilfunkverbindung her und informieren via Kurznachricht.

Bloß nicht den Schlüssel in der Jackentasche lassen

Mindestens genauso wichtig sind Verhaltensregeln, die jeder Autofahrer beachten sollte. So rät die Polizeiliche Kriminalprävention dazu, immer das Lenkradschloss einzurasten und auch bei kurzen Stopps an der Tankstelle den Schlüssel einzustecken und das Fahrzeug zu verriegeln. Gegenstände wie Handys, Navigationsgeräte oder andere Wertsachen sollten nie im Innenraum liegengelassen werden, auch nicht im Kofferraum.

Auch mit dem Autoschlüssel gehen viele Fahrer zu sorglos um. Zum Beispiel im Restaurant: Hier hat der Autoschlüssel nichts in der Manteltasche an der Garderobe zu suchen. Geht ein Schlüssel verloren, sollten Autobesitzer in ihrer Vertragswerkstatt die Schlüsseldaten im Steuergerät löschen lassen. Dann lässt sich die Wegfahrsperre auch mit dem abhanden gekommenen Türöffner nicht mehr überbrücken.

Entscheidend ist zudem der Abstellort. Am sichersten steht das Auto in einer verschlossenen oder überwachten Garage. Dunkelheit und wenig Verkehr hingegen machen es den Dieben leichter. Daneben gehören der Zweitschlüssel und die Papiere nicht ins Auto. Vorsicht bei Fernbedienungen und schlüssellosen Systemen: Profis können die Signale auffangen und replizieren. Dadurch wird auch der Nachweis, sich nicht fahrlässig verhalten zu haben, gegenüber der Versicherung schwierig.

Garage spart Versicherungskosten

Der Abstellort spielt auch für die Höhe des Versicherungsbeitrags eine Rolle: Eine Garage oder ein Carport wirkt sich positiv auf die Versicherungsprämie in der Kasko-Versicherung aus.

Diebstahlschutz für Oldtimer

Ältere Fahrzeuge ohne komplizierte Bordelektronik lassen sich bereits durch einfache Handgriffe effektiv vor Diebstahl schützen. Mit einem Batterieschalter mit Rändelschraube, die man einfach in die Tasche stecken kann, lässt sich die Batterie einfach vom Bordnetz abklemmen. Vor allem bei Oldtimern wird diese Art von Diebstahlschutz gerne eingebaut.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Gebrauchtwagensuche

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal