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Richtig Tapezieren: Ganz einfach mit Anleitung | Tipps und Tricks

Tipps und Tricks  

Richtig tapezieren: So geht es einfacher

06.01.2022, 14:55 Uhr | dpa-tmn, jb

Richtig Tapezieren: Ganz einfach mit Anleitung | Tipps und Tricks . Tapete wird eingekleistert (Quelle: imago images/Westend61)

Neue Tapete: Mit guter Vorbereitung und Knowhow kann beim Tapezieren nichts schief gehen. (Symbolbild) (Quelle: Westend61/imago images)

Tapezieren ist gar nicht so schwer. Achten Sie aber darauf, diese zehn Fehler beim Tapezieren zu vermeiden. Dann bekommen Sie Ihre Tapeten ohne Schwierigkeiten an die Wand.

Was brauchen Sie?

Damit die Wandgestaltung mit Tapeten nicht zur nervigen Qual wird, sollten Sie sich vor Beginn der Arbeiten mit dem nötigen Werkzeug versorgen. Am wichtigsten ist ein ausreichend großer Tapeziertisch, auf dem eine komplette Tapetenbahn Platz hat und eingekleistert werden kann.

Tapeziertisch mieten oder kaufen?

Wer keinen eigenen kaufen möchte, kann sich einen Tapeziertisch ausleihen. Viele Baumärkte bieten diesen Service an. In größeren Städten lohnt sich zudem der Blick ins Internet, ob jemand aus der Umgebung einen Tapeziertisch vermietet. Kommt man um den Neukauf nicht herum, sollte man nicht zu den ganz billigen Tischen greifen. Diese sind meist nicht sonderlich stabil, was die Arbeit behindert. Gute Modelle sind ab etwa 50 Euro zu bekommen.

Wichtige Werkzeuge zum Tapezieren

Neben dem Tisch gehören Trittleiter, Quast und Eimer, sowie Zollstock, Bleistift, Tapeziermesser und Wasserwaage zur Grundausstattung. Muss vor dem Tapezieren noch die alte Tapete entfernt werden, braucht man außerdem einen Spachtel und gegebenenfalls eine Stachelwalze, den so genannten Tapetenigel. Mit einigen Tipps und Tricks geht das Ablösen der alten Tapeten spielend leicht von der Hand.

Muss die alte Tapete vor dem Tapezieren runter?

Ist der alte Belag auf der Wand bereits porös oder sind die Schichten mit Tapete bereits sehr dick, sollte diese entfernt werden. Am besten hierfür eignen sich Tapetenlöser oder Dampfreiniger. Lesen Sie hier, mit welchen Tricks das einfach funktioniert.

Bei lediglich einer Tapetenschicht müssen Sie diese vor dem Renovieren nicht entfernen – außer, die Struktur oder Farbe der alten Tapete scheint durch die neue durch.

So viel Tapete benötigen Sie

Bevor man nun mit dem Tapezieren beginnen kann, muss man sich darüber klar werden, wie viele Rollen Tapete man braucht. Entscheidend für den Bedarf sind Raumhöhe und Raumumfang. Beim Tapezieren von Muster- oder Fototapeten muss der Bedarf besonders großzügig geplant werden, weil hier mehr Verschnitt anfällt. Achten Sie bei der Berechnung auf Türen und Fenster. Die verschiedenen Tapeten-Rollen unterscheiden sich in Breite und Höhe. Im Folgenden sind Mengen an Raufasertapete am Beispiel der Standardrolle mit 33,5 Meter mal 0,53 Meter aufgelistet:

Raumumfang

Anzahl der Raufasertapeten-Rollen (33,5 m x 0,53 m) bei einer Raumhöhe...

...von 2,10 - 2,35 m

..von 2,40 - 3,05 m

...von 3,10 - 4,00 m

6 m

3 Stk.

4 Stk.

5 Stk.

10 m

5 Stk.

7 Stk.

8 Stk.

12 m

6 Stk.

8 Stk.

10 Stk.

15 m

7 Stk.

10 Stk.

13 Stk.

18 m

9 Stk.

11 Stk.

15 Stk.

20 m

10 Stk.

12 Stk.

17 Stk.

24 m

11 Stk.

15 Stk.

21 Stk.

Untergrund für Tapeten gründlich vorbereiten

Damit die neue Tapete gut hält, sollten Sie den Untergrund gründlich reinigen und alte Tapeten- und Farbreste entfernen. Sie werden sonst durch den Kleister gelöst und die neue Tapete kann auf der Wand nicht haften. Bei Trockenbauwänden sollten Sie besonders aufpassen: Wenn Sie die Grundierung auf einer Gipskartonwand vergessen und einfach drauf los tapezieren, bekommen Sie die Tapete nie wieder herunter, ohne den Untergrund zu beschädigen. Die Tapete verbindet sich so fest mit der Papierschicht des Gipskartons, dass Sie diese Oberfläche ganz herunterreißen und der Gips frei liegen würde.

Ob der Untergrund zum Tapezieren geeignet ist, sollten Sie zuerst mit einer einzelnen Bahn oder einem kleineren Tapetenstück testen. Wenn Sie dabei feststellen, dass die Tapete sich nicht mit dem Untergrund verbindet, müssen Sie sich die Mehrarbeit machen und die Wände vor dem Tapezieren grundieren. Das ist jedoch immer noch besser, als den ganzen Raum fertig tapeziert zu haben und dann festzustellen, dass die Tapeten wieder von der Wand rutschen.

Tapezieren nach dem Verputzen

Wer die Wand frisch verputzt hat, muss warten, bis der Putz richtig trocken ist. Feststellen lässt sich dies, indem man für rund zwölf Stunden eine Abdeckfolie auf einer Fläche von 50 mal 50 Zentimeter mit Klebeband befestigt. Wenn sich in der Zeit Feuchtigkeit hinter der Folie sammelt, braucht der neue Putz noch etwas Zeit zum Trocknen.

Wenn sich die Tapete wieder löst

Löst sich die Tapete nach kurzer Zeit wieder von der Wand, kann es an der falschen Einweichzeit liegen. Weicht die Tapete zu kurz, hält sie nicht an der Wand. Weicht sie jedoch zu lange, kann sie reißen. Beachten Sie deshalb immer die Herstellerangaben. Bei Papiertapete liegt die Einweichzeit bei acht bis zwölf Minuten. Zudem ist es wichtig, nach dem Einkleistern die Einwirkzeit einzuhalten, betont das Deutsche Tapeten-Institut. 

Wichtige Tipps fürs Tapezieren

Einer der wichtigsten Punkte beim Tapezieren ist das richtige Falten der eingeweichten Tapetenbahnen. Das eine Ende der eingekleisterten Bahn sollte zu 2/3 und das andere dementsprechend um 1/3 eingeklappt werden. Die Bahn muss so genau gefaltet sein, dass keine Flächen unbedeckt sind. Sonst trocknet der Kleister nach der Einweichzeit und die Tapete haftet nicht an der Wand.

Die Falten beim Zusammenlegen dürfen auf keinen Fall glatt gestrichen werden, stattdessen müssen weiche Schlaufen entstehen. Sonst lassen sich die Bahnen nur schwer an die Wand bringen und Sie haben später Knicke in den Bahnen.

Blasen beim Tapezieren entfernen

Blasen in Tapeten lassen sich mit einer möglichst großen Spritze gut entfernen. Spritzen erhalten Sie in jeder Apotheke. Feuchten Sie die betroffene Stelle an. Dann ziehen Sie die Spritze mit Leim auf und spritzten ihn in die Blase. Anschließend verteilen Sie den Kleber vorsichtig und rollten ihn mit einer Malerrolle glatt. Herausquellenden Leim können Sie mit einem Tuch wegtupfen.

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Die richtige Tapete für die Wandgestaltung wählen

Tapeten unterscheiden sich nicht nur im Design, sondern auch, was Material und Oberflächenbeschaffenheit angeht. Im Bad etwa sollten keine Kunststofftapeten zum Einsatz kommen, da sie keine Feuchtigkeit aufnehmen können und nicht dampfdurchlässig sind. Das kann im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führen. Das Wasser kondensiert an der Oberfläche und kann nicht schnell genug aus dem Raum entweichen.

Um festzustellen, ob eine Tapete für Ihr Renovierungsvorhaben geeignet ist, sollten Sie auf die Symbole an Anfang und Ende jeder Tapetenrolle achten. Zum Beispiel eignen sich Tapeten, die waschbar sind, besonders für Küchen und Kinderzimmer. In lichtdurchfluteten Räumen, mit vielen oder großen Fenstern, sollte die verwendete Tapete lichtbeständig sein. 

Das beste Tapetenmaterial

Am leichtesten zu verarbeiten und deshalb am beliebtesten sind Vliestapeten. Vliestapeten sind eine Mischung aus Zellstoff und Papier. Klassiker sind allerdings die Papiertapeten, oft aus Recyclingmaterial. Der Unterschied kommt beim Kleister zu tragen: Je nach Tapetenmaterial benötigen Sie den entsprechenden Kleister.

Vliestapete tapezieren

Bei Vliestapeten wird nicht der Belag, sondern die Wand mit Kleister bedeckt. Dafür eignen sich am besten Farbroller aus Kunstfasern. Experten raten: Je kürzer der Flor, desto geringer ist die Spritzneigung. Als Klebemittel dient ein spezieller Vliestapetenkleister. Davor muss aber der Untergrund bearbeitet werden: Vliestapeten mit Muster benötigen unbedingt einen weißen Tapetenwechselgrund. Sonst kann es passieren, dass Flecken vom Untergrund durch die Tapete durchscheinen.

Ecken richtig tapezieren – Schritt für Schritt

  1. Den Abstand von der Bahn zur angrenzenden Wand ausmessen.  
  2. Die Bahn mit ein bis zwei Zentimeter Überstand auf die Tapetenrolle übertragen.
  3. Die zurechtgeschnittene, eingekleisterte Bahn dann wie die vorherigen Bahnen an die Wand kleben und leicht andrücken.
  4. Etwaige Überstände mit Cutter und Tapezierschiene abtrennen. 
  5. Die restliche Tapetenbahn wird an der anliegenden Wand angebracht. Vorher erneut das Lot fällen.

 (Quelle: DIY Academy/DTI)  (Quelle: DIY Academy/DTI)  (Quelle: DIY Academy/DTI)


Wichtig ist, auf ein sauberes Arbeiten zu achten. 

Checkliste Tapezieren:

Diese Werkzeuge benötigen Sie:

  • Tapeziertisch
  • Trittleiter
  • Quast/Kleisterbürste zum Auftragen des Kleisters
  • Farbrolle zum Einkleistern der Wand
  • Eimer
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Tapeziermesser, Tapezierschere
  • Wasserwaage
  • Tapeten-Tiger oder Igelwalze zum Abnehmen alter Tapetenreste
  • Zum Anbringen der Tapete: Normale Tapezierbürste für robustere Raufaser- und einfache Papiertapeten; Andrückspachtel für strapazierfähige Oberflächen wie Glasgewebe, Makulaturvlies oder Vliestapeten; eine Andrückwalze kann auf allen Tapetenarten verwendet werden.
  • Kleisterspritze zum Füllen von Lufteinschlüssen
  • Nahtroller, um gegebenenfalls die Ränder der Tapetenbahnen zu glätten

So trocknet die Tapete schneller

Damit der Kleister schneller trocknet, sollten Sie während und nach dem Tapezieren die Fenstern und Türen geschlossen halten. Stellen Sie auch die Heizung aus – andernfalls wird die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, was die Schimmelbildung begünstigt.

Würden Sie die Fenster geöffnet und die Heizung aufgedreht lassen, könnten sich die Bahnen verziehen, da die durch den Kleister feucht gewordene Tapete schneller trocknen als den Kleister selbst. Allerdings ist es wichtig, dass dies genau anders herum geschieht. Das erklärt das Deutsche Tapeten-Institut in Düsseldorf.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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