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Tipps von einem Experten: So werden Ihre Türen und Fenster einbruchsicher

INTERVIEWSicherheitstipps vom Experten  

So werden Ihre Türen und Fenster einbruchsicher

26.10.2019, 13:53 Uhr
Tipps von einem Experten: So werden Ihre Türen und Fenster einbruchsicher. Einbruchsspuren an einer Tür: Wird eine Tür nicht ausreichend gesichert, kann sie leicht eingetreten werden. (Quelle: imago images/Seeliger )

Einbruchsspuren an einer Tür: Wird eine Tür nicht ausreichend gesichert, kann sie leicht eingetreten werden. (Quelle: Seeliger /imago images)

Ein Einbruch dauert nur wenige Sekunden – weil die Tür oder das Fenster nicht einbruchsicher ist. Aber kann man beides wirklich sicher machen?

Eine unzureichend gesicherte Tür oder ein gekipptes Fenster: Einige machen es Einbrechern sehr leicht, in die Wohnung zu gelangen. Aber auch bei verschlossenen Türen und Fenstern gibt es noch ausreichend Schwachstellen, durch die Kriminelle ins Haus gelangen können. Können Sie einen Einbruch wirklich verhindern? Darüber hat t-online.de mit dem Experten Till Lenze, der eine eigene Sicherheitsfirma besitzt, gesprochen.

t-online.de: Ist jedes Schloss sicher?

Till Lenze: Nein, nicht jedes Türschloss oder jeder Schließzylinder sind automatisch sicher. Wichtig sind folgende Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Der Zylinder sollte nicht weiter als drei Millimeter aus dem Beschlag herausragen. Andernfalls können Kriminelle ihn leicht abbrechen.
  • Kaufen Sie nicht den günstigsten Zylinder. Zwar entsprechen sie der DIN-Norm, allerdings kann man die Schlüssel problemlos kopieren.
  • Zum Zylinder sollte eine Sicherungskarte vorhanden sein. Dadurch können nur berechtigte Personen den Schlüssel nachmachen lassen.

Achten Sie beim Kauf eines Zylinders auf das VdS-Zertifikat. Die VdS Schadenverhütung GmbH ist Europas größtes Institut für Unternehmenssicherheit. Es bewertet die Qualität und Widerstandsklasse. Je höher die Zahl, desto mühsamer ist der Einbruch für Kriminelle. Ein derart zertifiziertes Schloss ist zudem besser für den Versicherungsschutz der Wohnung.

Was macht eine sichere Tür aus?

Haus- und Wohnungstüren sollten aus einem soliden, dicken Material bestehen. Altbautüren können leicht an den für die Bauart typischen Kassetten eingetreten werden. Und dafür ist es egal, wie gut Ihr Türschloss ist. Um eine Tür stark zu machen, reichen schon wenige Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem die Drei-Punkt-Verriegelung oder ein Kernschlussbeschlag des Schließzylinders. Bandseitensicherungen, fachsprachlich Bänder, verhindern das Aushebeln der Scharniere. Für eine Altbautür sind ein Stangenschloss sowie Bleche auf der Türinnenseite sinnvoll. Sie verhindern das Eintreten der Kassetten.

Reichen nicht nur zwei Maßnahmen? Schließlich erkennt man von Außen, dass eine Tür einbruchsicher ist. Und das schreckt Einbrecher doch schon ab.

Natürlich sind die Maßnahmen von außen erkennbar, vor allem für Einbrecher. Dennoch ist die Montage mehrerer sinnvoll. Sie können die Kriminellen von ihrer Tat abbringen oder den Einstieg zumindest erschweren. Durch die ganzen durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen ist die Zahl der Einbrüche seit Jahren rückläufig. Allerdings gibt es weiterhin eine hohe Anzahl versuchter Einbrüche – die dann aber wegen der Sicherheitsmaßnahmen nicht vollendet werden können. Wichtig ist es, die zusätzlichen Sicherungen und Schlösser auch zu benutzen. Seien Sie nicht nachlässig. Sonst ergeben sie keinen Sinn.

Sind abschließbare Fenster sinnvoll oder rausgeschmissenes Geld? 

Abschließbare Fenster sind eine gute Schutzmaßnahme. Allerdings sollte das Schloss dann auch benutzt werden und das Fenster bei Abwesenheit nicht auf Kipp stehen. Sinnvoll sind auch Pilzkopfstifte, da sie sich besser in den Fensterzargen verkrallen als die Standardverriegelungen. Zusätzlich können Sie noch einen Fensterquerriegel einsetzen. Er lässt sich herausnehmen, sodass Sie weiterhin ungehindert aus dem Fenster schauen können. Wichtig ist, die Verriegelung anschließend wieder zu befestigen.

Till Lenze: Altbautüren sind vor allem in den Zwischenräumen sehr instabil.  (Quelle: Till Lenze)Till Lenze: Altbautüren sind vor allem in den Zwischenräumen sehr instabil. (Quelle: Till Lenze)

Besonders im Erdgeschoss, im 1. Stock oder auch auf schlecht einsehbarem Gelände, wo Leute herumschleichen können und viel Zeit für einen Einstieg ins Haus haben, sollten die Fenster einbruchssicher sein.

Kann ich meine Terrassen- und Kellertür so ebenfalls absichern oder sollte ich lieber zur Gittertür greifen?

Gittertüren sind nicht unbedingt nötig. Es gibt innenliegende Querriegel, die von außen nicht sichtbar sind. Hohe Türen, wie Terrassen- oder Balkontüren können auch mit einer durchwurfhemmenden Folie bestückt werden. Sie verhindert, dass die Scheibe durch den Aufprall mit spitzen oder schweren Gegenständen wie Steinen gleich zerstört wird, da sie elastisch ist. Zusätzlich verlängert sie die Zutrittszeit.


Natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten. Das sind allerdings die wichtigsten. Lassen Sie sich nicht zu zu vielen überreden. Zwar ist die richtige Wahl schwer, aber später fühlen Sie sich, als säßen Sie im Gefängnis. Und das will ja keiner.

Vielen Dank, Herr Lenze, für das Gespräch. 

Verwendete Quellen:
  • Interview Till Lenze, www.semper-apertus.com

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