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Mehr Hygiene mit sensorgesteuerten Armaturen

Von dpa
Aktualisiert am 17.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Der Seifenspender von Keuco namens Plan mit Infrarotsensor kann auch Desinfektionsmittel integrieren.
Der Seifenspender von Keuco namens Plan mit Infrarotsensor kann auch Desinfektionsmittel integrieren. (Quelle: Keuco/dpa-tmn./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Corona steigert das Interesse an Produkten, die wir hierzulande vorher nicht im Sinn hatten. Schutzmasken gehören dazu. Oder sensorgesteuerte Armaturen und Seifenspender fĂŒr das private Badezimmer.

"Wir kennen diese bislang aus halböffentlichen und öffentlichen SanitĂ€rrĂ€umen, aber das ist eigentlich auch ein Thema fĂŒr jeden von uns zu Hause", sagt Dennis JĂ€ger, Chefredakteur der Fachzeitschrift des SanitĂ€rhandwerks "SBZ".

Abgesehen vom Thema "Hygiene, Viren, Bakterien" mal ganz pragmatisch gesprochen: "Ein Sensor hĂ€lt die Armatur sauber." Denn dadurch mĂŒssen wir die Armatur nicht anfassen - und das verhindert FingerabdrĂŒcke mit Seife oder Schmutz.

Solche Armaturen konnten Privatpersonen natĂŒrlich schon lĂ€ngst kaufen - optisch waren die Versionen aber eher fĂŒr den öffentlichen Raum gestaltet. "Also einfacher und reduzierter", erklĂ€rt JĂ€ger.

Schlanker und schicker als im öffentlichen WC

Mittlerweile gibt es Armaturen, die sich optisch harmonisch in ein privates Bad einfĂŒgen. "Die sind eben nicht nur zweckmĂ€ĂŸig, sondern auch schön anzusehen", erlĂ€utert JĂ€ger.

Möglich wird etwa eine schlanke Optik durch die Trennung der Elektronik von der Armatur, erlÀutert das Unternehmen Geberit zu seinen Produkten Piave und Brenta. Die Steuerung sitzt hier versteckt in der Unterputz-Einheit des Waschtisches.

Auch den bislang immer sichtbaren Sensor verĂ€ndern die Designer: Viele Hersteller gestalten ihre WasserhĂ€hne zusehends so, dass der Sensor optisch verschwindet. Zum Beispiel Axor bei seinen berĂŒhrungslosen Wandarmaturen der Kollektionen Citterio und Uno. Der Infrarot-Sensor ist in der Unterseite des Wasserlaufs integriert.

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Wie neue Technologien die Modelle verÀndern

Dornbracht nutzt die sogenannte Touchfree-Technologie fĂŒr eine berĂŒhrungslose Steuerung des Wasserhahns. Statt der ĂŒblichen Infrarot-Sensorik gibt es hier eine Hochfrequenztechnologie, die ohne sichtbaren Sensor auskommt. Diese ist mit jeder Designserie des Herstellers kombinierbar.

Weitere Pluspunkte einiger Modelle: ein automatischer Wasserstopp nach gewisser Zeit und eine Temperaturvoreinstellung. Beides hilft beim Sparen. Allerdings unterscheiden sich solche Armaturen von ĂŒblichen Modellen mit Hebel: Sie brauchen einen Stromanschluss oder eine Batterie.

Die Lebensdauer der Batterien ist in der Regel aber lang: Grohe garantiert etwa fĂŒr berĂŒhrungslose Armaturen mit dieser Niedrigenergie-Elektronik eine Lebensdauer von sieben Jahren - bei 150 BetĂ€tigungen pro Tag ohne Batteriewechsel.

Eine psychologische Corona-Folge

Dass diese Armaturen zunehmend im privaten Badezimmer und vor allem im GĂ€stebad einziehen werden, erwartet auch Jens J. Wischmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Vereinigung Deutsche SanitĂ€rwirtschaft. Der Drang, direkt HĂ€nde zu waschen, wenn wir nach Hause oder eben in ein fremdes Zuhause kommen, werde lange in uns bleiben, vermutet er.

Gleiches gilt fĂŒr die Erwartungshaltung an Besucher. "Man wĂŒnscht sich nun doch: Wer zu mir kommt, sollte sich die HĂ€nde waschen - und dabei so wenig wie möglich berĂŒhren", sagt Wischmann.

Daher vermutet der SanitÀrexperte, dass Menschen neben Armaturen mit Sensor auch vermehrt automatische Seifenspender Zuhause aufhÀngen. Die zeitweise gehypten Kernseifen könnten also wieder verschwinden, "denn die möchte man eigentlich nicht mehr anfassen".

In solche Seifenspender lĂ€sst sich oft auch Desinfektionsmittel integrieren. Der Spender von Keuco namens Plan gibt beispielsweise Schaumseife oder auch Desinfektionsschaum ab - dosiert in voreingestellter Menge. Das Modell mit Infrarotsensor wird wie die Armaturen ĂŒber Batterien oder ein Unterputz-Netzteil betrieben.

FĂŒr Dennis JĂ€ger ist diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen - ganz im Gegenteil. "Technisch tut sich wahnsinnig viel, gerade weil wir alle in diesem Land nun gelernt haben, dass Hygiene furchtbar wichtig ist", so der Chefredakteur der Zeitschrift "SBZ". "Und ein großer Bereich werden in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren sensorgesteuerte Armaturen sein - und zwar im privaten Bad."

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