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Solaranlage reinigen: So geht's ohne Schäden


Effektive Tipps und Tricks
Solaranlage reinigen: So geht's ohne Schäden

Von t-online, jb

30.05.2024Lesedauer: 4 Min.
Ablagerungen: Geringe Verschmutzungen spült der Regen weg.Vergrößern des BildesAblagerungen: Geringe Verschmutzungen spült der Regen weg. (Quelle: WichienTep/getty-images-bilder)
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Blütenpollen, Feinstaub, Blätter, Vogelkot – nach kurzer Zeit sammelt sich viel Dreck auf der Solaranlage. Sie sollten sie daher regelmäßig reinigen. So geht’s.

Im Frühling, Sommer und Herbst kann es sinnvoll sein, die Solaranlage zu reinigen. Allerdings nur in bestimmten Fällen. Denn meist reichen die Regenschauer aus, um die Paneele von Pollen, Staub und anderen, leichten Verunreinigungen zu befreien. Im Winter trägt dann der Schnee zur Reinigung der Sonnenkollektoren bei.

Bei Modulen jedoch, deren Neigungswinkel sehr gering ist (unter 12 Grad), reicht die "natürliche Reinigung" nicht immer aus. Und auch bei Paneelen eines Balkonkraftwerks müssen Sie ab und zu noch einmal zu Eimern mit Wasser und Besen greifen.

Die richtige Reinigung Ihrer Photovoltaik-Anlage: Schritt für Schritt

Sie brauchen:

  • zwei Eimer
  • sanftes Reinigungsmittel – beispielsweise Geschirrspülmittel
  • Wischmopp mit Teleskopstange
  • Besen mit weichen Borsten und mit Teleskopstange

So gehen Sie vor:

  1. Schalten Sie die Solaranlage aus und nehmen Sie sie vom Stromnetz.
  2. Geben Sie etwas Reinigungsmittel in einen der beiden Eimer.
  3. Füllen Sie beide Eimer mit kalkarmem, weichem, klarem Wasser. Dabei kann es sich ruhig um kaltes Wasser handeln. Denn Module sind selten durch Fett verunreinigt.
  4. Mit dem Besen entfernen Sie Staub, Laub, Baumnadeln, Äste, Sand und andere grobe Ablagerungen von der Oberfläche.
  5. Tauchen Sie den Mopp in das Seifenwasser und wischen Sie damit die Glasflächen ab. Reicht einmal nicht aus, gehen Sie ein zweites Mal über die Fläche.
    Wichtig: Wischen Sie lieber mehrmals mit dem Wischaufsatz über das Modul, anstatt zu viel Druck auszuüben. Um den Schmutz zu lösen, kann es auch helfen, das Reinigungsmittel kurz einwirken zu lassen.
  6. Spülen Sie umgehend nach der Reinigung mit klarem Wasser nach. Dadurch brennt das Reinigungsmittel nicht in die Oberfläche oder hinterlässt gar unschöne Streifen und Flecken – wie beim Fensterputzen.
  7. Säubern Sie mit einem weichen Lappen oder Schwamm den Rahmen und die Halterung – erst mit Seifenwasser, dann mit klarem Wasser.
    Wichtig: Die Textilien sollten nur nebelfeucht sein, damit nicht so viel Wasser in das Gerät dringt. So verhindern Sie Schäden.
  8. Notieren Sie – beispielsweise in dem Wartungsheft oder der Bedienungsanleitung –, wann (und wie) Sie die Anlage gereinigt haben.

Wichtig

Achten Sie bei der Reinigung auf Ihre Sicherheit. Insbesondere, wenn Sie auf eine Leiter klettern, sich über die Balkonbrüstung lehnen oder auf das Dach steigen müssen. Eine weitere Person sollte Sie dabei stets absichern.
Darüber hinaus sollten Sie die Putzaktion nur bei guten Witterungsverhältnissen durchführen. Die Oberfläche, auf die Sie treten oder an der Sie sich festhalten, muss trocken und griffig sein.

Putzaktion: Darauf unbedingt achten

Es gibt noch weitere Tipps, die Sie (vorher) beachten sollten:

  1. Lesen Sie sich die Anleitung des Herstellers gut durch, bevor Sie die PV-Anlage reinigen.
  2. Denken Sie an eine ausreichende Eigensicherung – im Idealfall durch eine weitere Person.
  3. Der beste Zeitpunkt für die Reinigung ist der frühe Morgen. Dann sind die Module noch kühl. Reinigungsmittel verdampfen demnach nicht so schnell.
  4. Verwenden Sie Putzutensilien, die für Ihr Vorhaben geeignet sind: Die Teleskopstange für den Wischmopp sollte ausreichend lang und stabil und die Schwämme und Lappen möglichst weich und saugfähig sein. Greifen Sie zu Putzmitteln, die für die Modulreinigung ausgelegt sind.
  5. Extra-Tipp: Kalkarmes, weiches Wasser ist ideal für die Reinigung. Alternativ können Sie auch nach destilliertem Wasser oder Regenwasser aus der Regentonne oder Zisterne greifen.

Wichtig: Eine PV-Anlage ist keine Fensterscheibe. Halten Sie sich unbedingt an die Reinigungsempfehlung des Herstellers. Verwenden Sie demnach auch keinen Hochdruckreiniger, um Moos, Flechten oder Vogeldreck zu entfernen. Der harte Wasserstrahl kann die Module beschädigen oder gar irreparabel zerstören. Und auch die Dichtungen können durch das Gerät beschädigt werden.

Solaranlage: Weniger Ertrag durch Verschmutzungen?

Oft wird behauptet, dass Verschmutzungen den Ertrag um 20 bis 30 Prozent verringern können. Das ist jedoch so nicht korrekt, beziehungsweise hier sollten Sie abwägen.

Gängige Verschmutzung führen normalerweise zu keinem Ertragsverlust. Zum einen ist die Verschmutzung größtenteils nur punktuell. Es ist also noch ausreichend Fläche vorhanden, durch die die Sonnenstrahlen eindringen können. Zum anderen ist die Dreckschicht aus Sand, Feinstaub, toten Insekten, Pollen und Nadeln überwiegend sehr dünn. Die Strahlung kann – ebenso wie bei einer Schneedecke – hindurchdrängen.

Darüber hinaus kann der Wechselrichter die schwächere Leistung bestimmter – beispielsweise verschmutzter, bedeckter oder beschatteter – Module ausgleichen, sodass es nicht wirklich zu einem Ertragsverlust durch leichte Verunreinigungen kommt beziehungsweise dieser kaum spürbar ist.

Ist die Verschmutzung allerdings sehr stark und großflächig, kann es unter Umständen zu einem geringen Ertragsverlust kommen. Kontrollieren Sie am besten, wie sich der Ertrag entwickelt. Sinkt er trotz guter Witterungsbedingungen stets, könnte sich eine Reinigung lohnen.

Solaranlage reinigen: Darum ist es wichtig

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie bei der Reinigung die Module zugleich warten und prüfen können – zumindest eine Sichtprüfung wäre beim Putzen möglich. Und: Eine saubere, glänzende PV-Anlage sieht schön, ordentlich und gepflegt aus – und das wiederum wirkt sich positiv auf das Erscheinungsbild Ihres Hauses aus.

Die Photovoltaik-Reinigung kann auch Nachteile haben. Bei Fehlern werden die Module beschädigt oder/und die Gewährleistung des Herstellers erlischt. Beispielsweise, weil Sie zu aggressive Mittel, scharfkantige oder schleifende Utensilien verwenden oder zu viel Kraft bei der Reinigung aufwenden. Seien Sie sich zudem bewusst, dass Sie bei der Reinigung teilweise aufs Dach klettern oder sich über das Geländer lehnen müssen. Die Putzaktion birgt also durchaus eine gewisse Gefahr.

Wie oft muss ich meine PV-Anlage reinigen?

Das hängt zum einen vom Standort der Anlage als auch vom Verschmutzungsgrad ab. In ländlichen Regionen sammeln sich Pollen und Schwebeteilchen – beispielsweise nach dem Düngen oder der Ernte – schnell auf der Oberfläche. In der Stadt oder in einem industriell geprägten Gebiet hingegen spielen Feinstaub und aggressiverer Vogelkot eine ausschlaggebendere Rolle.

Solaranlagen-Reinigung vom Fachbetrieb

Ist die Reinigung der Photovoltaik-Anlage nur mit waghalsigen Manövern zu bewerkstelligen oder haben Sie nicht die richtigen Reinigungsmittel und Putzutensilien zur Hand, lohnt es sich, einen Fachbetrieb mit der Reinigung zu beauftragen. Das erspart Ihnen zum einen Zeit und Arbeit. Zum anderen müssen Sie dann nicht die zahlreichen Hilfsmittel – Putzmittel und -utensilien – bei sich lagern. Sie sparen somit auch Platz. Zumal die Reinigung oft nur ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt wird.

Fazit

In der Regel reinigen Regen und Schnee die Module der Solaranlage. Bei gröberen und hartnäckigen Verschmutzungen greifen Sie besser zu Besen, Wasser und Seife, um die Oberfläche zu säubern. Verwenden Sie bei der Reinigung möglichst wenig Kraft und Druck sowie Wasser, um die Module nicht zu beschädigen. Es reicht aus, die Solaranlage einmal im Jahr zu putzen – idealerweise in den frühen Morgenstunden im Frühsommer.

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