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Neun populäre Energiespar-Mythen: Was ist wirklich dran?


Energie sparen: Wir decken Energie-Mythen auf

  • Jennifer Buchholz
Yvonne Vavra / hadiet

Aktualisiert am 25.03.2022Lesedauer: 5 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Falsches Wissen: Nicht alle Energiespartipps sind wirklich sinnvoll und gut.Vergrößern des Bildes
Falsches Wissen: Nicht alle Energiespartipps sind wirklich sinnvoll und gut. (Quelle: Igor Vershinsky/getty-images-bilder)

Verbraucht ein leerer Kühlschrank mehr Energie als ein voller? Sparen Kombi-Geräte bares Geld? Und soll das Licht dauerbrennen oder nicht?

Viele Verbraucher fühlen sich angesichts der Fülle an Energiespar-Gerüchten verunsichert. Und auch die Schnelllebigkeit in der Welt der Technik macht es nicht einfacher. Denn neue Geräte und Siegel lassen die Grenzen zwischen Energieschleudern und sparsamen Geräten schnell verschwimmen. Was ist also dran an den Energiespar-Mythen?

Mythos 1: Spart das Kochen in hohen schmalen Töpfen Energie?

Tatsächlich heizt sich ein kleiner Topfboden schneller auf als ein großer. Außerdem strahlt das kleinere Gefäß durch seine geringere Oberfläche weniger Wärme ab. So kann Energie gespart werden. Viel entscheidender für das energiesparende Kochen ist allerdings, dass die Topfgröße der Inhaltsmenge und der Topfboden dem Kochplattendurchmesser entspricht.

Aber auch die Art des Kochfeldes ist ausschlaggebend: Ein Induktions- und Gasherd ermöglichen ein punktgenaues sowie schnelles Erwärmen der Speisen. Wenn Sie bei einem Glaskeramikkochfeld allerdings mit der Restwärme arbeiten, können Sie auch hier bares Geld sparen. Das zeigen Stromkostenvergleiche beim Eierkochen und Wasser erwärmen sehr deutlich.

Mythos 2: Sparen Kombi-Geräte Platz und Geld?

Das trifft nicht zu. Ein Waschtrockner braucht weniger Platz und ist beim Kauf günstiger als zwei Geräte. Auf lange Sicht zahlt es sich aber aus, zwei separate Geräte anzuschaffen. Waschtrockner verbrauchen viel Wasser und Energie, denn ihre Trommel wird mit Wasser gekühlt. Klassische Trockner brauchen kein Wasser. Sie arbeiten mit einem Abluft- oder Kondensprinzip. Am günstigsten für Umwelt, Geldbeutel und das Platz sparen ist aber immer noch das Trocknen der Wäsche auf der Leine.

Mythos 3: Müssen Steckerleisten aus der Steckdose gezogen werden?

Ja und nein, denn das hängt vom gewählten Modell ab. Verfügt die Steckerleiste über einen Kippschalter, genügt es in der Regel diesen zu betätigen und damit alle eingesteckten Geräte vom Strom zu trennen. Steckerleisten ohne Kippschalter müssen immer heraus gezogen werden. Nur so lässt sich der ständige Energieverbrauch der Standby-Geräte stoppen.

Aber Achtung: Nicht alle Geräte dürfen vom Netz genommen werden. So sollte beispielsweise bei moderne TV-Geräte mit einem OLED-Display der Stecker nicht gezogen werden. Auch beim Router kann das Trennen vom Stromnetz Probleme verursachen.

Mythos 4: Ladegeräte in der Steckdose verbrauchen keinen Strom

Das stimmt nicht. Auch wenn weder ein Smartphone noch ein Laptop am Netzteil angeschlossen ist, so zieht es dennoch Strom – allerdings nur sehr wenig. Den Energieverbrauch können Sie daran erkennen, dass das Netzteil relativ warm es, solange es am Stromnetz hängt.

Mythos 5: Verbraucht ein leerer Kühlschrank mehr Strom als ein voller?

Am meisten Strom verbrauchen Kühlgeräte, wenn sie frisch befüllt werden. Dabei ist der Energieaufwand zum Kühlen eingekaufter Lebensmittel bei einem vollen Gerät geringer als bei einem leeren. Denn haben alle Lebensmittel die Zieltemperatur erreicht, ist es energetisch gesehen nur noch ein Kinderpiel ein einzelnes Produkt auf die gewünschte Temperatur zu kühlen. Ein voller Kühlschrank hat auch noch einen weiteren Vorteil: wird die Tür geöffnet, geht weniger Energie verloren. Die vielen Lebensmittel verhindern einen großzügigen Luftaustausch, so dass kein großer Temperaturausgleich statt finden kann. Wer keine Lebensmittel hat, kann auch Wasserflaschen in den Kühlschrank legen. Diese speichern die Kälte ebenfalls.

Tipp: Reinigen Sie regelmäßig sowohl Ihren Kühlschrank als auch Ihren Gefrierschrank. Das sowie ein regelmäßiges Abtauen der Geräte kann den Energieverbrauch senken.

Mythos 6: Ist es stromsparender, das Licht brennen zu lassen?

Bei Leuchten, die noch mit Glühlampen betrieben werden, zahlt es sich immer aus, das Licht auszuschalten. Denn der Verbrauch hängt hier von der tatsächlichen Brenndauer ab.

Verwendet man allerdings Energiesparlampen, ist die Frage nicht mehr so leicht mit ja oder nein zu beantworten. Billig hergestellte Energiesparlampen verfügen in der Regel generell über eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer. Bei ihnen ist auch die sogenannte "Schaltfestigkeit" sehr gering. Das bedeutet, dass das häufige An- und Ausschalten die Lebensdauer der Energiesparlampe wesentlich verkürzt. Qualitativ hochwertige Kompaktstoffleuchten – der eigentliche Name der Energiesparlampen – verfügen über eine hohe Schaltfestigkeit. Gerade für Hausflure- und -korridore gibt es spezielle Lampentypen, die auf das häufige An- und Ausschalten optimiert sind. Im Übrigen gibt es beim Einschalten nur einen geringen Energieanstieg, der aber über die geringe Stromspannung in diesem Moment wieder ausgeglichen wird.

Und was ist mit LED-Lampen? Im Vergleich zu den alten Glühlampen verbrauchen LED-Leuchtmittel nur ein Bruchteil – zwischen 85 und 90 Prozent weniger. Das liegt unter anderem an der großen Wärmeentwicklung, die bei Glühlampen zusätzlich gegeben ist und daher für einen größeren Energieverbrauch sorgt. Und auch im Vergleich zu gängigen Energiesparlampen kommt die LED-Technik besser weg. Aber: Das ist noch kein Grund, die Leuchtmittel nicht auszuschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Denn auch bei einem geringen Stromverbrauch können Sie so auf lange Sicht gesehen viel Energie sparen.

Mythos 7: Ist es Strom- und Wasserverschwendung, wenn die Waschmaschine nur mit halber Ladung läuft?

Ja und nein, denn neue Waschmaschinen haben eine Mengenautomatik. Das heißt Wasser- und Stromverbrauch werden in Abhängigkeit von der eingefüllten Wäschemenge reguliert. Am energiesparendsten ist es jedoch, die Kapazität der Maschine immer voll auszunutzen. Optimal ist eine Füllmenge von 90 Prozent beim normalen Waschprogramm und bis zu 60 Prozent beim Pflegeleicht-Programm – andernfalls reiben die Textilien zu stark aneinander und werden beschädigt.

Mythos 8: Sind Akkus besser als Batterien?

Ja und nein. Die Ökobilanz von Akkus ist sicherlich besser, als die normaler Batterien. Denn für die Herstellung werden abgesehen von großen Mengen an Energie und Rohstoffen auch giftige Schwermetalle verwendet, die Mensch und Natur schaden. Umweltfreundlicher und günstiger sind dagegen Alkali- und Mangan-Akkus, da sie wieder aufladbar sind. Die beste Lösung für Geräte wie Wecker, Taschenrechner oder beispielsweise Küchenwaagen ist allerdings eine eingebaute Solarzelle, durch die auf Batterien gänzlich verzichtet werden kann. Aber: Auch bei deren Herstellung sowie späteren Entsorgung ist die Öko-Bilanz eher schlecht als gut.

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Mythos 9: Elektronische Geräte sollte man so lange nutzen, bis sie kaputt sind.

Nein, auch das ist ein Mythos, der nicht beim Energiesparen hilft. Denn ein 20 Jahre alter Kühl- oder Gefrierschrank, eine 15 Jahre alte Waschmaschine oder ein Backofen, der bereits 15 Jahre auf dem Buckel hat, verbrauchen wesentlich mehr Strom als neue Geräte. Das liegt unter anderem mit der Abnutzung der Dichtungen zusammen. So kann bei einem älteren Kühlschrank, warme Luft eher eindringen und die gekühlte schneller entweichen, als bei einem neuen Modell. Laut Untersuchungen ist dieser Effekt sogar schon nach einem Jahr messbar. Auch bei einem Ofen gibt es dasselbe Phänomen. Es ist daher immer sinnvoll, die Dichtungen seiner Haushaltsgeräte zu warten, instandzusetzen und gegebenenfalls auszutauschen.

Bei einer Waschmaschine können neue Geräte Energie und somit Geld sparen, da sie die Füllmenge genau abmessen und dementsprechend den Wasser und somit auch Energieverbrauch danach ausrichten.

Info: Was leistet eine Kilowattstunde im Haushalt?

Mit einer Kilowattstunde (kWh) kann man laut dem Umweltbundesamt (UBA) 15 Hemden bügeln, 70 Tassen Kaffee zu kochen, zwei Tage einen 300 Liter großen Kühlschrank betreiben oder eine Trommel Wäsche waschen. Was man noch alles mit einer Kilowattstunde machen kann, erfahren Sie hier.

Experiment: Und wie viele Waschmaschinenladungen sparen Sie?

Testen Sie Ihren Haushalt auf Stromfresser: Schauen Sie zu einem festen Zeitpunkt auf Ihren Stromzähler und notieren Sie sich den Zählerstand. Wiederholen Sie den Vorgang nach 24 Stunden. Berechnen Sie die Differenz. Und nun schalten Sie tagsüber, wenn Sie nicht da sind und nachts, wenn Sie schlafen alle Geräte und Steckerleisten aus, die sie in diesen Zeiträumen nicht benötigen. Dann notieren Sie die Zählerstände im Abstand von 24 Stunden erneut. Sie werden staunen, wie viel Tassen Kaffee Sie an einem Tag gespart haben!

Verwendete Quellen
  • Co2online
  • Verbraucherzentrale NRW
  • Vattenfall
  • Eigene Recherche
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