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Tipps: Tulpen im Garten richtig pflanzen und pflegen

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Tricks für Hobbygärtner  

Mit diesen Tipps blühen Ihre Tulpen schön

15.03.2018, 13:01 Uhr | GMH/PRE, tos, sah, dpa-tmn, t-online.de

Tipps: Tulpen im Garten richtig pflanzen und pflegen. Tulpenmeer: Ein Tulpenbeet ist eine wahre Augenweide. (Quelle: Getty Images/Tetsuya Tanooka/amanaimagesRF)

Tulpenmeer: Ein Tulpenbeet ist eine wahre Augenweide. (Quelle: Tetsuya Tanooka/amanaimagesRF/Getty Images)

Was wäre ein Frühling ohne Tulpen? Denn dann haben die Gartenklassiker ihre Blütezeit. Tipps, wie Ihre Tulpen im Garten auch im nächsten Jahr wieder blühen, lesen Sie hier.

Blütezeit der Tulpen

Bereits im März blühen die ersten Tulpen (Tulipa) im Garten. Dank der Vielzahl an Arten und Sorten zieht sich die Blütezeit lange hin. Das Schauspiel lässt sich bis in den Mai fortsetzen. Die beliebten Blumen setzen bunte Farbtupfer in rot, weiß, orange oder gelb.

Der Zwiebelblumengärtner Bernd Schober aus Augsburg hat für die Blütezeit eine Merkformel: "Je größer und üppiger die Blüten sind, desto später öffnen sie sich." Den Anfang machen vor allem die kleineren, dafür kräftig gefärbten Wildtulpen. "Für die gefüllten und großen Blüten von Papageientulpen braucht es dann mehr Zeit im Frühjahr, bis sie sich entwickelt haben", erklärt Schober.

Der richtige Standort für Tulpen

Die Pflege von Tulpen ist recht einfach: Die Pflanzen stellen keine großen Ansprüche an den Standort und die Bodenverhältnisse. "Am besten gedeihen Tulpen auf durchlässigen Böden", sagt Diplom-Gärtnerin und Gartenbuchautorin Herta Simon. "Ist dieser nicht vorhanden, mischt man den Boden mit etwas Sand. So stehen die Zwiebeln nicht zu nass und die Gefahr von Fäulnis ist gebannt."

Tulpen bevorzugen einen sonnigen Standort. Dieser bietet ihnen auch im Sommer gute Bedingungen zum Ausreifen der Zwiebeln. Das ist für die Tulpenblüte im folgenden Jahr wichtig.

Pflanzzeit für Tulpen

Gepflanzt werden die Blumenzwiebeln im Herbst, am besten zwischen Mitte November und dem Nikolaustag. Die Winterkälte macht den Zwiebeln nichts aus. Ganz im Gegenteil: Die ersten Fröste im Spätherbst töten Schädlinge im Boden ab, sodass sich die Tulpen gesund entwickeln können.

Wer das Anpflanzen in dieser Zeit verpasst hat, kann im Frühjahr auch vorgetriebene Tulpen kaufen und in den Balkonkasten oder den Garten setzen. Die Tulpenzwiebeln dürfen aber nicht komplett eingegraben werden. Noch rund zwei Zentimeter müssen aus der Erde schauen.

Pflege: Gießen und Düngen

Düngen sollte man Tulpen im Frühjahr, sobald sich die ersten Blattspitzen zeigen, bis zur Blüte regelmäßig mit einem Volldünger. Erst wenn die Tulpen verblüht sind, stellt man die Versorgung mit Dünger wieder ein.

Tulpen mögen ausreichend Wasser: Während der Blütezeit sollten Gärtner die Tulpe regelmäßig gießen, damit die Erde feucht bleibt.

Tulpenpflege nach der Blüte

"Nach der Blüte sollten Stängel und Laubblätter stehen bleiben, damit die Tulpe anschließend Kraft für das nächste Frühjahr sammeln kann", sagt Tulpenexpertin Claudia Gölz. Man schneidet nur die welke Blüte der Tulpe ab, damit sich keine Samen bilden und die Kraft aus dem Stiel und den Blättern in die Blumenzwiebeln geht. Ist das Laub welk und trocken, lässt es sich einfach entfernen. Wen die welken Tulpen stören, der kann die Pflanzen beispielsweise mit Stauden verdecken.

Langlebige Tulpen

Die meisten Zwiebeln entwickeln sich schon im zweiten Jahr nicht mehr so prachtvoll. Häufig lautet der Rat der Gärtnereien sogar: Die Tulpen direkt nach der Blüte komplett entfernen und im Herbst wieder neue pflanzen. Wer sich diese Mühe und natürlich das Geld sparen will, dem empfiehlt Professor Cassian Schmidt vom Staudensichtungsgarten Hermannshof in Weinheim eine besondere Art: "Die Darwin-Hybrid-Tulpen, die zu den klassischen Garten- und Beettulpen zählen, können Jahrzehnte ausdauern."

Deren farbliche Bandbreite ist zwar nicht besonders groß und beschränkt sich vor allem auf die Grundtöne Gelb und Rot. Aber in den meisten Jahren blühen sie rechtzeitig zum Osterfest. Auch die Gruppe der Lilienblütigen und Viridiflora-Tulpen, die ihre Blütenblätter mit grünen Mustern schmücken, gehört zu den langlebigeren. "Darüber hinaus sind das tatsächlich sehr schöne Tulpen für den Schnitt", sagt Prof. Schmidt.

Tulpenzwiebeln überwintern

Empfindliche Tulpensorten sollten Gärtner nach der Blüte ausgraben und die Blumenzwiebeln samt Blätter in einer Holzkiste an einem trockenen Ort lagern. Dies empfiehlt sich besonders, wenn die Erde im Sommer schlecht trocknet und somit Fäulnisgefahr besteht. Außerdem macht man auf diese Art natürlich Platz für Sommerblüher. Im Herbst werden die Blumenzwiebeln dann wieder in die Erde gebracht.

Wer seine Tulpen in der Erde lässt, sollte keine einjährigen Sommerblumen dazu pflanzen, die regelmäßig gegossen werden. Denn Nässe schätzen die Zwiebeln nach der Blüte gar nicht. Trockenheit ist wichtig für das Überleben der Tulpenzwiebeln. Besser setzt man seine Tulpen zwischen Stauden und Sträucher.

Tulpen verwildern

Lässt man die Blumenzwiebeln in der Erde, wo sie sich über mehrere Jahre hinweg vermehren, spricht man von Verwildern. Dafür muss allerdings der Standort ideal sein: im Sommer trocken und nährstoffreich. Und es lässt sich nicht jede Pflanze verwildern.

Geeignet sind einige Sorten der Wildtulpen oder beispielsweise Fosteriana-Tulpen (Tulipa fosteriana) sowie die wilde Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris), die mittlerweile in vielen Bundesländern auf der Roten Liste steht.

Tulpen gibt es in vielen Formen

Man unterscheidet zwischen klassischen Tulpenformen wie

  • Einfache frühe Tulpen,
  • Einfache späte Tulpen,
  • Triumph-Tulpen,
  • Lilienblütige Tulpen,
  • Darwin-Hybriden, 
  • Wildtulpen und
  • Botanische Tulpen.

Darüber hinaus sieht man Sonderformen wie

  • Gemusterte Papageientulpen,
  • Crispa-Tulpen mit gefransten Blütenblatträndern,
  • Grünlich gestreifte Viridiflora-Tulpen,
  • Gefüllt blühende Tulpen und den
  • Tulpenbaum: die Tulpen-Magnolie.

Es gibt auch extravagante Tulpen, zum Beispiel die fast schwarze, einfach blühende Sorte "Queen of the Night" oder die schwarze, gefüllte Tulpe "Black Hero".

Selbst wer Wert auf einen frischen Frühlingsduft im Garten legt, kann sich die passende Tulpe aussuchen: Tulpenexpertin Gölz empfiehlt besonders duftende Sorten wie die rosa gefüllte Sorte Tulipa "Angélique" oder die orangefarbene Tulipa "Ballerina".

Tulpenbaum: Tulpen-Magnolie

Eine besondere Art der Tulpe ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangeanaer), ein Tulpenbaum (Liriodendron) oder -strauch aus der Familie der Magnoliengewächse. Die Tulpen-Magnolie kann bis zu neun Meter hoch werden. Gepflanzt wird sie im Frühjahr. Die Blütezeit der Tulpenmagnolie geht von April bis Mai. In dieser Zeit besetzen schier unzählige Blüten die Pflanze und lassen den Großstrauch als Blütenmeer erscheinen.

Die ausladende Tulpen-Magnolie wird wegen ihrer beeindruckenden Blütenfülle auch gerne in Parkanlagen gepflanzt. (Quelle: Getty Images/Antonel)Die ausladende Tulpen-Magnolie wird wegen ihrer beeindruckenden Blütenfülle auch gerne in Parkanlagen gepflanzt. (Quelle: Antonel/Getty Images)

Neben einem sonnigen oder wenigstens halbschattigen Standort braucht die Magnolie einen Boden, der nährstoffreich, feucht und lehmig sein sollte. Damit sich die später weitreichenden Wurzeln der Tulpenmagnolie gut in Ihrem Garten ausbreiten können, sollten Sie vor dem Einpflanzen den Boden auflockern und darauf achten, dass der Boden tiefgründig genug ist.

Tulpen im Garten pflanzen und auf die Wiese setzen

Tulpen können je nach Geschmack in das Gesamtbild des Gartens eingefügt werden. Sie werden etwa einzeln zwischen Rosen gesetzt, wirken aber auch in der Masse schön: Statt zu sechs verschiedenen Tulpensorten zu greifen, kann man zum Beispiel 20 Stück einer leuchtend rosa Sorte und 40 Stück in Puderrosa kaufen und nebeneinander pflanzen.

Wer die Pflanzung farblich abstimmen will, dem rät Prof. Schmidt, die Umgebung zu berücksichtigen. "Man kann beispielsweise das Farbkonzept der Fassade des Wohnhauses übernehmen oder zum weißblühenden Fliederstrauch etwa weißgrüne Viridiflora-Tulpen pflanzen." Gut passten auch Farben zueinander, die im Farbkreis nahe beieinanderliegen. Solche feinen Abstufungen finden sich zum Beispiel bei den Triumph-Tulpen, die kleinere Blüten haben und sich im Vergleich zu den Darwin-Hybrid-Tulpen nicht vollständig öffnen. Sie müssen allerdings immer mal wieder ersetzt werden.

Ein natürliches Bild geben Tulpen auf Wiesen ab. Hier werden die Blumenzwiebeln locker ausgestreut und gepflanzt, wie sie fallen.

Tulpen ergänzen sich mit vielen Frühblühern

Zur Tulpenblüte passen zahlreiche Frühblüher. "Die frühen Sorten werden von Traubenhyazinthen (Muscari) und Hyazinthen (Hyazinthus orientalis) begleitet", sagt Simon. Als Unterpflanzung von höheren Tulpen eignen sich auch blaue Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica), die zu rosafarbenen und roten Tulpen sowie zu gelb- und weißblühenden Sorten einen Kontrast bilden.

Tipp: Zu Narzissen sollte man Tulpen allerdings nicht setzen. Denn die Ansprüche an den Boden sind zu unterschiedlich.

Für Sorten, die erst im Mai blühen, empfiehlt Simon Zierlauch als Begleiter. Auch zweijährige Frühlingsblumen, zum Beispiel Goldlack (Cheiranthus cheirii) und Schöterich (Erysimum), ergänzen das bunte Treiben der Tulpen ebenso wie eine ganze Reihe von Stauden.

Das Zusammenspiel von violetten und rosafarbenen Tulpen bekommt durch das Tränende Herz (Dicentra spectabilis), den Silberling (Lunaria annua) und den Nachtviolen (Hesperis) einen passenden Rahmen. Wolfsmilch (Euphorbia) und Gemswurz (Doronicum) runden das Farbspektrum ab.

Tulpen in der Vase richtig pflegen

Wer keinen Garten hat, arrangiert einen Tulpenstrauß in der Vase. Claudia Gölz empfiehlt, die Stiele mit einem scharfen Messer leicht schräg anzuschneiden. "Dieser Schnitt öffnet zahlreiche Gefäße, sodass Blätter und Blüten optimal mit Wasser versorgt werden." Der Wasserstand in der Vase sollte nur wenige Zentimeter betragen.

Tulpenstrauß in einer Vase: Wenn die Blätter von Tulpen quietschen, sind die Schnittblumen noch frisch.  (Quelle: Getty Images/inarik)Tulpenstrauß in einer Vase: Wenn die Blätter von Tulpen quietschen, sind die Schnittblumen noch frisch. (Quelle: inarik/Getty Images)

Tulpen wachsen in der Vase weiter, denn sie strecken ihre Pflanzenzellen in die Länge. In hohen Vasen wachsen die Tulpen gerade, in niedrigen oder Kugelvasen tanzen die Tulpen ausdrucksvoll aus der Reihe.

Das Wasser in einer Vase mit Tulpen sollte man zudem nie vollständig wechseln, sondern immer nur wieder auffüllen. Denn bekommen die Tulpen komplett frisches Wasser, wirkt das wie ein Energieschub. Die Pflanzen wachsen rascher, blühen stärker und verblühen damit auch schneller. Wird aber Wasser nur nachgefüllt, bleibt der Nährstoffgehalt in der Vase konstant. So hat man länger etwas von dem Strauß.

Tipp: Eine Prise Zucker im Wasser der mit Tulpen gefüllten Vase ist kein Frischhaltemittel. Ganz im Gegenteil: Zucker schmeckt Bakterien, und deren Vermehrung sorgt letztlich für das raschere Welken der Tulpen. Auch die oft als Hausmittel empfohlene Kupfermünze hat keine besondere Frischhaltefunktion: Zwar wirkt Kupfer antibakteriell, aber es dauert, bis das eintrifft – weit länger als das natürliche Welken der Tulpen.

Tulpen sind für Tiere giftig

Wer Haustiere hat, die gerne auch mal im Garten stöbern, sollte vorsichtig sein. Alle Pflanzenteile der Tulpen sind giftig. Symptome treten auf, wenn größere Mengen an Tulpen gefressen werden.

Anzeichen einer Vergiftung können Magen-Darm-Störungen oder Bauchkrämpfe sein. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollte man den Tierarzt aufsuchen.

Woher stammen Tulpen?

Tulpen stammen ursprünglich nicht aus Amsterdam. Die Zwiebelblumen sind im 16. Jahrhundert aus dem Orient nach Europa gelang und gehören zu den geschichtsträchtigsten Pflanzen der Menschheitsgeschichte. Ihre Karriere begann in Persien. Dort zierten die heute als "botanische Tulpen" bezeichneten Wildarten bereits um das Jahr 1050 die Gärten der Reichen und Mächtigen. Im Osmanischen Reich wurden sie sogar als heilige Blume verehrt.

Rasch verbreitete sich die Kunde von der exotischen Pflanze und als Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Zwiebeln nach Europa gelangten, entbrannte insbesondere in den Niederlanden alsbald eine ungezähmte Sammelwut. Adlige und betuchte Kaufleute wetteiferten um die prachtvollsten Sorten, was Tulpenzwiebeln zu begehrten Spekulationsobjekten werden ließ. Mancher Bauer verlor durch diese Tulpenmanie Haus und Hof, als nach einigen Jahren zu viele Tulpen auf dem Markt waren und die Preise rapide sanken.

Pflegetipps für die Gartentulpe (Tulipa gesneriana)
Standort: 
Sonnig; der Boden sollte durchlässig sein. Gegebenenfalls Sand untermischen.
Pflanzzeit: Im Herbst. Im Frühling können vorgetriebene Tulpen gesetzt werden.
Düngen: Im Frühling, sobald sich die Blätter zeigen, bis zum Ende der Blütezeit.
Pflege nach der Blüte: Blätter der Tulpe unbedingt stehen lassen, bis sie vertrocknet sind und sich ablösen. Tulpen können über den Sommer ausgegraben und trocken gelagert werden.

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Verwendete Quellen:
  • dpa
  • eigene Recherchen

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