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Ligusterhecke: So pflanzen und schneiden Sie diese richtig

Robuster Strauch  

Liguster: So pflanzen und schneiden Sie die Hecke richtig

20.04.2020, 10:13 Uhr | ad, t-online, ron

Ligusterhecke: So pflanzen und schneiden Sie diese richtig. Liguster (Ligustrum vulgare): Er eignet sich hervorragend für Hecken von ein bis drei Metern Höhe. (Quelle: imago images/Redeleit)

Liguster (Ligustrum vulgare): Er eignet sich hervorragend für Hecken von ein bis drei Metern Höhe. (Quelle: Redeleit/imago images)

Eine Ligusterhecke ist anspruchslos, robust und anpassungsfähig. Zudem wächst die Heckenpflanze schnell sowie dicht verzweigt und ist deshalb ein beliebter Sichtschutz für viele Vorgärten.

Der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare), auch Rainweide, Beinholz oder Zaunriegel genannt, ist ein heimisches Ziergehölz, das wenig Pflege braucht. Die Bezeichnung Rainweide trägt der Liguster, weil er angeblich genauso hart im Nehmen ist wie eine Weide. Das sollten Sie beim Pflanzen, Schneiden und Pflegen einer Ligusterhecke beachten.

Standort: Sonnig bis halbschattig

Die Ligusterhecke wächst auf jedem Gartenboden und gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Gießen: Mäßig feucht halten

Der Boden sollte mäßig feucht sein, wobei Liguster sowohl trockene Perioden als auch sehr feuchte Tage nicht übel nimmt.

Düngen: Kompost-Gemisch Im Frühjahr

Für eine Grunddüngung des Ligusters im Frühjahr eignet sich ein Mix aus Kompost und Hornspänen. Letztere werden aus zerschrotetem Horn von Schlachtvieh gewonnen. Der Vorteil: Das Gemisch erhöht den Stickstoffanteil im Boden. Die Ligusterhecke dankt es mit üppigem Wachstum.

Zudem bietet sich konventioneller Dünger für alle immergrünen Pflanzen an, zum Beispiel Koniferendünger. Generell sollte im Frühjahr oder Frühsommer vor dem Wachstumsschub gedüngt werden.

Pflanzen und Setzen: Herbst oder Frühjahr

Der Liguster wird am besten im Oktober gepflanzt, Sie können sich aber auch bis zum Frühjahr Zeit lassen. Spätestens Ende April sollten die Pflanzen aber in der Erde sein.

Unser Tipp
Zu Beginn benötigt der Strauch viel Wasser, daher sollten Sie ihn nicht gerade im Hochsommer setzen. Im Normalfall ist es ausreichend, auf Regen zu warten – zusätzlich gewässert werden muss die Jungpflanze nur bei extremer Trockenheit.

Wenn Sie eine Ligusterhecke setzen möchten, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Pro Meter Ligusterhecke sollten nicht mehr als drei Pflanzen stehen, ein Abstand von 30 Zentimeter ist also sinnvoll.
  • Setzen Sie zu Beginn idealerweise einen Meter hohe Pflanzen, sodass die Hecke möglichst bald blickdicht wird.
  • Heben Sie zum Setzen der jungen Pflanzen einen Graben aus, circa 40 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief.
  • Richten Sie den Graben an einer gespannten Schnur aus, wenn Sie längere Heckenabschnitte anpflanzen wollen. Der Vorteil: So stellen Sie einen geraden Heckenverlauf sicher.

Schneiden: Frühjahrs- und Sommerschnitt

Tatsächlich geht die Regeneration der Heckenpflanze schnell vonstatten: In der Regel sind zwei, häufig sogar drei Zuschnitte im Jahr notwendig:

  • Frühjahrsschnitt:
    Mit dem Schneiden können Sie vor dem ersten Austrieb im zeitigen Frühjahr beginnen. Das heißt Mitte oder Ende Februar. Der Liguster gilt als sehr schnittfest – daher können die Hecken sehr schön in Form gebracht werden.

Gewöhnlicher Liguster: Die kleinen, weißen Blüten erscheinen meist zwischen Juni und Juli an den Zweigspitzen. (Quelle: imago images/blickwinkel)Gewöhnlicher Liguster: Die kleinen, weißen Blüten erscheinen meist zwischen Juni und Juli an den Zweigspitzen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

  • Sommerschnitt:
    Auch abgeschnittene Zweige treiben ab Mai zügig wieder aus, wodurch sich ein zweiter Rückschnitt ab Ende Juni anbietet. Dabei verbleiben aber die gelblich-weißen Blütenrispen im Juni und Juli und auch die schwarzen, erbsengroßen Früchte an der Pflanze.

Unser Tipp
Anfangs ist ein häufigerer Heckenschnitt sogar nötig, um das Wachstum anzuregen.

Starker Rückschnitt: Von März bis September verboten

Wer seine Ligusterhecke regelmäßig schneidet, sollte bei der Wahl des Zeitpunktes zwei wichtige Dinge beachten: Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist laut Bundesnaturschutzgesetz das umfangreiche Beschneiden von Hecken und Bäumen verboten.


Das Gehölz dient Vögeln als Brutstätte. Ausgenommen von dieser Regelung sind schonend durchgeführte Form- oder Pflegeschnitte. Vorausgesetzt wird dabei aber, dass Sie stets auf brütende Vögel Rücksicht nehmen.

Unser Tipp
Wenn Sie keinen Wert auf die perfekte Form legen, genügt es, Ihren Liguster zweimal im Jahr zu schneiden – beispielsweise direkt vor und direkt nach der Schonzeit für Vögel.

Rückschnitt: Ast- oder Heckenschere

Dicke Äste schneiden Sie am besten mit einer Ratschenschere, dünneren Vertretern rücken Sie mit einer herkömmlichen Astschere zu Leibe. Höhere Lagen von drei bis vier Meter erreichen Sie mit einer Schneidgiraffe oder über eine kleine Leiter. Gerade bei großflächigen Hecken erleichtert Ihnen eine elektrische Heckenschere die Arbeit.

Schnitttechnik: Gründlich und gleichmäßig stutzen

Geschnittene Ligusterhecke: Sie bietet sich als besonderer Eingang zum Kleingarten an. (Quelle: imago images/Waldemar Boegel)Geschnittene Ligusterhecke: Sie bietet sich als besonderer Eingang zum Kleingarten an. (Quelle: Waldemar Boegel/imago images)

Sorgen Sie grundsätzlich für ein scharfes Scherblatt, um saubere, glatte Schnittstellen an den Zweigen zu erreichen. Bei bereits dicht gewachsenen Hecken ist es ratsam, die Heckenschere mehrmals über eine Fläche zu führen, um den Liguster gründlich und gleichmäßig zu stutzen. Die unempfindliche Heckenart wächst schnell nach und neue Triebe sorgen bald für weitere Verzweigungen.

Wuchs: 40 Zentimeter pro Jahr

Die bis zu sechs Zentimeter langen Blätter des Ligusters sind elliptisch und dunkelgrün. Der aufrecht wachsende Strauch hat einen Jahreszuwachs von über 40 Zentimeter und kann im Alter über drei Meter hoch werden. Einen kräftigen Rückschnitt verträgt der Liguster bis in das alte Holz.

Früchte: Giftige Beeren

Amsel-Weibchen frisst an Ligusterbeeren: Die Früchte der Hecke werden im Winter von Vögeln als Nahrung geschätzt. (Quelle: imago images/blickwinke)Amsel-Weibchen frisst an Ligusterbeeren: Die Früchte der Hecke werden im Winter von Vögeln als Nahrung geschätzt. (Quelle: blickwinke/imago images)

Auch bei Vögeln steht das Gewächs hoch im Kurs, da seine schwarzen Früchte eine wichtige Nahrungsquelle sind: Die Blüten des Ligusters wachsen zu kugelförmigen, glänzenden Beeren aus, die für Menschen giftig sind. Der Verzehr der Früchte, gerade in größeren Mengen, kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Immergrüne Sorten: Sichtschutz im Winter

Gewöhnlicher Liguster: Die Sorte 'Atrovirens' eignet sich ganzjährig als Sichtschutz, weil sie auch im Winter einen Teil ihrer Blätter behält. (Quelle: imago images/blickwinkel)Gewöhnlicher Liguster: Die Sorte 'Atrovirens' eignet sich ganzjährig als Sichtschutz, weil sie auch im Winter einen Teil ihrer Blätter behält. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Der Gewöhnliche Liguster verliert im Winter einen Großteil seiner Blätter. Trotzdem eignet er sich aufgrund seiner dichten Verzweigung immer noch gut als Sichtschutz und Windschutz über das ganze Jahr – ähnlich wie die Hainbuche und Rotbuche. Diese beiden fast immergrünen Liguster-Sorten sind besonders beliebt:

  • Liguster 'Atrovirens':
    Diese winterharte Sorte behält einen großen Teil ihres grünen Laubes im Winter, bis sich im Frühjahr schöne neue Blätter bilden.

Gemeiner Liguster: Die Sorte 'Ovalifolium' behält in milden Wintern ihre dunkelgrünen, glänzenden Blätter. (Quelle: imago images/McPhoto)Gemeiner Liguster: Die Sorte 'Ovalifolium' behält in milden Wintern ihre dunkelgrünen, glänzenden Blätter. (Quelle: McPhoto/imago images)

  • Liguster 'Ovalifolium':
    Dieser ovalblättrige Liguster zeichnet sich durch sein dunkelgrün glänzendes Laub aus. In milden Lagen behält auch der Ovalifolium im Winter seine Blätter.

Vermehren: Mit Stecklingen Hecke erweitern

Eine Ligusterhecke kann einfach erweitert werden. Stellen Sie dazu die beim Heckenschnitt anfallenden Stecklinge (Mindestlänge: 20 Zentimeter) in Wasser, decken Sie diese mit Folie ab und pflanzen Sie sie nach einigen Monaten ein.

Sofern der Trieb noch nicht allzu stark verzweigt ist, schneiden Sie ihn auf eine Länge von maximal 30 bis 50 Zentimeter. So erreichen Sie eine stärkere Verzweigung, was den Liguster auch im unteren Bereich schön dicht ausfüllt. Fällt die Verzweigung dann immer noch nicht stark genug aus, können Sie die Intensität durch die Anzahl der Zuschnitte steuern: Weitere Verjüngungsschnitte bewirken häufig wahre Wunder.

Unser Tipp
Der letzte Schnitt sollte spätestens im Herbst erfolgen. Auch wenn Ligusterhecken häufig das ganze Jahr über grün sind, sollten Sie der Pflanze im Winter etwas Ruhe gönnen.

Der Herbstschnitt ist allerdings auch nicht zwingend nötig – viele Gartenfreunde schwören darauf, erst im Februar wieder tätig zu werden. Der Grund: Falls nach dem Herbstschnitt noch junge Triebe entstehen, reifen diese nicht mehr rechtzeitig aus und sind anfällig für Frostschäden, informiert die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Sichtschutz: Abstand zum Nachbargrundstück

Wenn Sie die Ligusterhecke als Sichtschutz und Grundstücksgrenze anpflanzen, denken Sie an bau- und nachbarrechtliche Vorgaben sowie spezielle örtliche Satzungen. So dürfen Ziersträucher je nach Sorte nur zwischen einem Meter und 50 Zentimetern nah am Nachbargrundstück stehen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Pflanzen-Steckbrief

Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)
Standortsonnig bis halbschattig
Erdejeder Gartenboden
Gießenmäßig fecht halten
DüngenMix aus Kompost und Hornspänen
Pflanzen/Setzenim Herbst oder Frühjahr
Schneidenetwa zweimal pro Jahr
Früchtegiftige schwarze Beeren
VermehrenStecklinge (Mindestlänge: 20 Zentimeter)
Immergrüne SortenLiguster 'Atrovirens', Liguster 'Ovalifolium'
Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

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