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"Zecke mit Flügeln": Hirschlausfliege lauert im Wald

Fast unbekannter Blutsauger  

"Zecke mit Flügeln": Hirschlausfliege lauert im Wald

12.08.2019, 07:00 Uhr | sah, t-online.de, dpa

Asiatische Tigermücke
Der Ratgeber für Insektenstiche

Warme Sommertage könnten nicht besser sein - wenn da nicht eins wäre: die lästigen Insektenstiche.

Großer Ratgeber: Wer von Mücken und anderen Insekten gestochen wurde, kann etwas gegen die Folgen tun. (Quelle: t-online.de)


Nicht nur Zecken machen Waldspaziergängern zu schaffen. Auch die blutsaugende Hirschlausfliege ist unterwegs. Gefährlichkeit und Verbreitung des Parasiten sind jedoch kaum erforscht.

Sie ist rund fünf Millimeter klein, dunkel – und ziemlich lästig: Auf den ersten Blick erinnert die Hirschlausfliege (Lipoptena cervi) an eine Zecke mit Flügeln. 2018 gab es in manchen Gebieten eine massenhafte Vermehrung der Tiere und sie wurden zur  richtigen Plage.

Nicht nur Hunde und Pferde: Hirschlausfliege beißt auch Menschen

Vor allem Hundehalter haben große Probleme mit den Hirschlausfliegen. Sie setzen sich im Fell der Hunde fest, ihre Bisse können zu entzündeten Stellen der Haut führen, die dann behandelt werden müssen.

Als kleine Blutsauger befallen die Hirschlausfliegen in erster Linie die Säugetiere des Waldes. Wie ihr Name vermuten lässt, gehören dazu Hirsche, Rehe und junge Wildschweine. Aber auch Pferde, Hunde oder Menschen werden angeflogen und können gebissen werden.

Wann Hirschlausfliegen aktiv sind

Hirschlausfliege ohne Flügel: Haben sie ihren Wirt erreicht, brechen ihre Flügel ab. (Quelle: imago/imagebroker)Hirschlausfliege ohne Flügel: Haben sie ihren Wirt erreicht, brechen ihre Flügel ab. (Quelle: imago/imagebroker)

Das Auftreten der Hirschlausfliege ist nicht meldepflichtig. Daher gibt es keinerlei zentrale Informationen, ob die Population steigt. Immer wieder gibt es einmal Zunahmen bestimmter Insekten, die vielleicht von der Klimaerwärmung profitierten, systematische Untersuchungen fehlen aber.

2018 war die Verbreitung der Hirschlausfliege besonders schlimm und die Blutsauger waren bereits im Frühsommer aktiv. Die Hauptsaison der Hirschlausfliege ist aber im Spätsommer und Herbst. Dann ist sie am häufigsten anzutreffen. Eventuell könnte die Witterung verantwortlich dafür sein, dass sich die Verbreitung im Vorjahr zeitlich vorverlagert hatte.

An diesen Stellen werden Menschen attackiert

Die Hirschlausfliege ist in der Bevölkerung noch recht unbekannt. Da sie vorrangig Wild befällt, kommt sie auch dort am häufigsten vor, wo dieses lebt – unter anderem in Wäldern in Sachsen. Die Blutsauger fliegen beim Menschen besonders den Nackenbereich an. Haben sie ihren Wirt erreicht, brechen ihre Flügel ab.

Wie gefährlich sind die Bisse der Hirschlausfliege?

Inwieweit die Tiere für den Menschen gefährlich sein können, wird noch erforscht. Die Tiere tragen oft ein bestimmtes Bakterium – den Erreger Bartonella schoenbuchensis. Dessen Entdeckung liegt noch keine 20 Jahre zurück.

Bei ungefähr 90 Prozent der Hirschlausfliegen konnten Wissenschaftler Bartonellen nachweisen. Noch nicht sicher ist, ob Bakterien auf den Menschen übertragen werden, da die Datenlage sehr dünn ist.


Einige wenige Fallberichte weisen auf unspezifische Beschwerden und Hautentzündungen bei gebissenen Menschen hin. Dass es zu schweren Entzündungen des Herzens kommen könne, wie in der Öffentlichkeit manchmal dargestellt, ist aber noch Spekulation.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

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