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Eichenprozessionsspinner erkennen: Das sollten Sie wissen


Wie Sie Eichenprozessionsspinner erkennen

Von t-online, br

Aktualisiert am 19.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Eichenprozessionsspinner in einem Nest: Die Haare der Raupen können schwere allergische Reaktionen auslösen.Vergrößern des BildesEichenprozessionsspinner in einem Nest: Die Haare der Raupen können schwere allergische Reaktionen auslösen. (Quelle: agrarmotive/imago-images-bilder)
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Durch den Klimawandel breitet sich die gefährliche Raupe immer weiter aus. Ihre giftigen Haare können hunderte Meter weit mit dem Wind fliegen und beim Menschen brennende Hautausschläge und Atemnot hervorrufen.

Der Eichenprozessionsspinner richtet sich mehr nach dem Wetter als nach dem Kalender: Nach einem milden Winter und warmen Frühling schlüpfen die Raupen früh und können sich bereits ab Ende März schnell ausbreiten. Wie ihr Name verrät, leben sie am liebsten auf Eichen, deren Blätter sie fressen. Die Raupen können ganze Bäume entblößen und zerstören und auch für Mensch und Tiere sind sie eine Gefahr.

Was die Raupen so gefährlich macht

Die Eier, jungen Raupen und geschlüpften Falter sind harmlos. Gefährlich sind nur die giftigen Brennhaare, die die Raupen ab dem dritten Larvenstadium besitzen. Nach dem sechsten Larvenstadium sind Eichenprozessionsspinner ausgewachsen. Dann sind sie bis zu fünf Zentimeter groß, haben einen dunkel gestreiften Rücken und auffällige helle Härchen am ganzen Körper. Die nur 0,1 bis 0,3 Millimeter langen gefährlichen Brennhaare, die die Raupen abstoßen können, sieht man hingegen nicht: Sie enthalten ein Nesselgift, das bei Menschen zu starken allergischen Reaktionen, Hautausschlägen und Asthma führen kann.

Das Tückische ist: Die Haare können vom Wind mehrere Hundert Meter weit durch die Luft getragen werden. Somit können sie bei Menschen Krankheitssymptome auslösen, ohne dass diese direkten Kontakt zu den Raupen hatten.

Daran erkennen Sie Eichenprozessionsspinner

Am einfachsten erkennt man die Tiere daran, dass sie sich auf oder in der Nähe von Eichen aufhalten und stets in Gruppen unterwegs sind: Eichenprozessionsspinner bewegen sich in der Dämmerung in einer pfeilförmigen Prozession – daher der Name – über den Stamm in die Äste hinauf, um Nahrung zu suchen, wobei eine Anführer-Raupe den Weg weist. Sie können auch auf dem Boden anzutreffen sein, wenn sie sich von einem Baum zum anderen bewegen.

Nester aus dichten Spinnweben auf Bäumen

Ab Juni legen die Raupen Nester an – zum Schutz vor Feinden und um sich später darin zu verpuppen. Die typischen Gespinstnester kleben wie flache Beutel am Stamm oder in Astgabeln. Sie ähneln dichten Spinnweben und sind durch die Farbe der Raupen darin relativ gut getarnt.

Welche Symptome können auftreten?

Treffen die giftigen Härchen auf die Haut, kann es zu allergischen Reaktionen kommen – von Ausschlag über Juckreiz bis hin zu Nesselsucht. Die Symptome können mehrere Tage lang anhalten. Geraten Brennhaare in die Augen, können sie diese stark reizen, und geraten sie in die Lunge, droht im schlimmsten Fall Atemnot. Auch Fieber und Schwindel können auftreten. Bei starken Symptomen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Tiere leiden übrigens unter ähnlichen Symptomen.

Was tun, wenn man die Raupen entdeckt?

Raupen oder ein Raupennest sollten auf keinen Fall berührt werden – auch verlassene, vom Baum herabgefallene Nester nicht, denn die Brennhaare behalten ihre gefährliche Wirkung auch noch, nachdem die Falter geschlüpft sind. Wer sich in einem befallenen Gebiet aufgehalten hat, sollte die getragene Kleidung bei 60 Grad waschen, um das Gift der Brennhaare unschädlich zu machen.

Wichtig
Eine Meldepflicht für Eichenprozessionsspinner gibt es nicht. Wer die Tiere oder ein Nest entdeckt, sollte trotzdem die zuständigen Behörde, also zum Beispiel das Forstamt, informieren.

So werden die Raupen bekämpft

Gebiete, in denen Eichenprozessionsspinner aufgetreten sind, werden häufig vorübergehend abgesperrt oder durch Warnschilder gekennzeichnet. Das Entsorgen der Raupen ist aufwändig: Baumpfleger oder Schädlingsbekämpfer tragen Schutzanzüge, Masken und Handschuhe, während sie die Raupen und Nester mit speziellen Geräten einsaugen und einschweißen, um sie später in Verbrennungsanlagen zu entsorgen. Da Eichenprozessionsspinner so gefährlich sind, ist auch eine chemische Bekämpfung mit Insektiziden erlaubt.

Verwendete Quellen
  • Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu)
  • Geo
  • Plantopedia
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