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Tag des Bieres: So soll das Brauereisterben gestoppt werden

Tag des deutschen Bieres  

So wird das deutsche Brauereisterben gestoppt

23.04.2018, 10:46 Uhr | AFP

Tag des Bieres: So soll das Brauereisterben gestoppt werden. Gemeinsames Zuprosten und Anstoßen: Eine Mass Bier im Biergarten gehört für viele Menschen im Sommer zum Entspannen dazu. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Gemeinsames Zuprosten und Anstoßen: Eine Mass Bier im Biergarten gehört für viele Menschen im Sommer zum Entspannen dazu. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Ob Craft-Bier, regionale Spezialitäten oder alte Rezepturen: Trotz des rückläufigen Bierdursts im Jahr 2017 erlebt Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Brauer-Bunds (DBB) "eine Renaissance des Biers und des Brauens".

Die Zahl der Brauereien werde wohl noch in diesem Frühling die Marke von 1.500 überschreiten, erklärt der Deutsche Brauer-Bund (DBB) zum Tag des deutsche Bieres am 23. April. Schon sehen die Brauer eine "Renaissance des Biers". Doch Herausforderungen für die Branche bleiben.

Warum feiern die Brauer am 23. April?

Am 23. April 1516 wird im bayerischen Ingolstadt festgelegt, dass zum Brauen nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen. Auch wenn es damals noch nicht so heißt, ist damit das deutsche Reinheitsgebot geboren – die älteste noch immer bestehende Lebensmittelvorschrift der Welt.

Dabei soll das Gebot damals vor allem vor Vergiftungen durch Bierbeigaben wie Stechapfel, Ruß oder Holzspäne schützen – heute dient es den Brauern noch immer als werbewirksames Aushängeschild: "Das Reinheitsgebot steht für die Bewahrung einer althergebrachten Handwerkstechnik", rühmt es der DBB. Daraus habe sich eine "weltweit beachtete Braukunst entwickelt".

Wie viele Brauereien gibt es in Deutschland?

Tatsächlich erlebt die Braubranche derzeit einen Boom: Laut Statistischem Bundesamt waren Ende 2017 mit 1.492 Braustätten rund 150 Betriebe mehr in Deutschland registriert als noch vier Jahre zuvor. "Der Begriff 'Brauereisterben' ist mittlerweile ausgestorben", betont der DBB. Während viele kleine Handwerksbetriebe wie Bäckereien oder Fleischereien aufgeben müssten, werde die Zahl der Brauereien "auch in den kommenden Jahren weiter wachsen".

Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die kleinsten Braustätten – 2017 stellten sie mit 824 Brauereien bereits mehr als die Hälfte aller Brauereien in Deutschland. Laut DBB wächst auch die Zahl der Heim- und Hobbybrauer sowie speziell ausgebildeter Biersommeliers.

Trinken die Deutschen wieder mehr Bier?

Nein, der Bierkonsum pro Kopf war in den vergangenen Jahren rückläufig. 2017 trank jeder Deutsche rein rechnerisch 101 Liter Bier – 2016 waren es noch 104 Liter gewesen, 1997 mehr als 131 Liter.

Einen Strich durch die Rechnung machte den Brauern 2017 dabei auch der verregnete Sommer, durch den viele Biergartenbesuche ins Wasser fielen. In diesem Jahr hofft der DBB nun auf Impulse für die Branche durch die Fußballweltmeisterschaft.

Infografik zum Tag des Bieres: Seit 1993 feiern deutsche Brauer ihren Festtag am 23. April des Jahres. (Quelle: t-online.de/www.statista.com)Infografik zum Tag des Bieres: Seit 1993 feiern deutsche Brauer ihren Festtag am 23. April des Jahres. (Quelle: t-online.de/www.statista.com)

Welches Bier trinken die Bundesbürger am liebsten?

Pils ist nach wie vor die beliebteste Biersorte der Deutschen mit einem Marktanteil von über 50 Prozent vor Weizen und Export mit jeweils rund sieben Prozent. Dahinter folgt das vor allem im Süden Deutschlands verbreitete Helle, dessen Absatz zuletzt deutlich zulegte.

Gleichzeitig nimmt die Vielzahl an Bieren deutlich zu: Zum einen werden alkoholfreie Biere immer beliebter. Zugleich sind Craft-Biere, bei denen beispielsweise neue Hopfensorten zum Einsatz kommen, auf dem Vormarsch.

Im Trend liegen auch regionale Spezialitäten wie Landbiere, Kellerbiere oder Zwickl. Zum Teil beruhen diese Biere dabei laut DBB auf alten oder neu interpretierten Rezepturen – wie etwa das Sauerbier Berliner Weisse, das bereits von Napoleons Truppen als "Champagner des Nordens" bewundert worden sei.

Was sagen die Kritiker?

Dass beim Bier nicht alles Gold ist, was glänzt, monierte schon zum 500. Jubiläum des Reinheitsgebots im Jahr 2016 die Verbraucherorganisation Foodwatch. Biertrinkern würden Pestizidrückstände bei Hopfen und Malz untergejubelt, und von den verschiedenen technischen Hilfsstoffen während des Produktionsprozesses erführen sie nichts, kritisierten die Verbraucherschützer.

Zudem sei die Kennzeichnung alkoholfrei irreführend: Viele Bundesbürger gingen davon aus, dass diese Biere keinerlei Alkohol enthielten, obwohl bis zu einem halben Volumenprozent üblich und auch zulässig seien. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät, täglich nicht mehr als ein Standardglas Alkohol zu trinken und an zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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