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Hat die Schreibschrift auch in Deutschland bald ausgedient?

t-online, rev; Nicola Wilbrand-Donzelli

Aktualisiert am 08.04.2014Lesedauer: 3 Min.
In der Schweiz steht die Scheibschrift vor dem Aus. Doch auch in Deutschland gibt es längst solche Überlegungen.
In der Schweiz steht die Scheibschrift vor dem Aus. Doch auch in Deutschland gibt es längst solche Überlegungen. (Quelle: dpa-bilder)
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Steht die Schreibschrift, wie sie jahrzehntelang in Grundschulen gelehrt wurde, vor dem Aus? Laut Bericht der "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) könnte das zumindest bald für die Schweiz gelten. Doch auch in Deutschland lernt längst nicht mehr jedes Kind das Schreiben mit Schnörkeln, Schleifen und Verbindungsbögen.

Der Großteil der Kantone als auch die Lehrer in der Schweiz wollten statt der bisherigen Schreibschrift ("Schnüerlischrift") eine Basisschrift mit nicht verbundenen Buchstaben einführen, die einfacher zu erlernen sei. Wie die NZZ mitteilt, habe eine Luzerner Arbeitsgruppe ermittelt, dass die Schreibschrift mit ihren komplexen Formen überholt sei.

Auch in Deutschland lernt nicht mehr jedes Kind Schreibschrift

Aber auch in Deutschland ist die Schreibschrift nicht unumstritten: Seit längerem wird eine schlichte "Grundschrift" als ökonomische Idealform vom deutschen Grundschulverband propagiert und seit 2011 von mehr als 100 deutschen Schulen erprobt.

In Hamburg beispielsweise darf seit Beginn des Schuljahres die Grundschrift offiziell unterrichtet werden - das Lernen einer verbundenen Handschrift ist dort nun nicht mehr verbindlich vorgeschrieben. Das heißt, dass jede Grundschule entscheiden kann, welche Schrift sie lehrt. Auch andere Bundesländer liebäugeln mit diesem Schreibkonzept.

Grundschulverband setzt sich für Grundschrift ein

Für den Grundschulverband ist die Einführung der Grundschrift eine sinnvolle didaktische Weiterentwicklung. So müssten sich die Kinder nicht nach dem Erlernen der Druckschrift innerhalb weniger Wochen an zwei Schriften gewöhnen. Dies würde den Lernprozess des Schreibens erheblich behindern und oftmals seien die Schüler verwirrt, denn sie könnten nur schwer nachvollziehen, warum sich Lese-Buchstaben von Schreib-Buchstaben unterscheiden.

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Die zentrale Idee der Reform ist: Um mehr Formklarheit und bessere Lesbarkeit zu erreichen, wird nur noch eine gerade stehende Druckschrift aus "isolierten" Buchstaben geschrieben, die teilweise nah zusammenrücken und nur noch sehr wenige Verbindungsschwünge haben. Eine kursive Schreibschrift, so der Verband, in der alle Buchstaben eines Wortes verbunden und bestimmte, für Kinder komplizierte Bewegungsmuster beim Schreiben vorgegeben seien, werde damit überflüssig.

Für einige sei zudem das Lernen der "alten" Ausgangsschriften wie eine motorische Vollbremsung, weil die Schüler zunächst damit beschäftigt seien, die neuen verschnörkelten Buchstaben zu üben und über ihr Schriftbild nachzudenken, so dass andere Faktoren wie etwa die Rechtschreibung oder das Formulieren eigener Geschichten in den Hintergrund gerieten.

Schreibschrift fördert die Feinmotorik der Kinder

Natürlich ist aber auch die Zahl der Grundschrift-Kritiker groß: Viele von ihnen argumentieren vor allem mit den Vorzügen der etablierten Schreib- beziehungsweise Ausgangsschriften. Zu ihnen gehört auch die Hamburger Grundschullehrerin Jessica Werk. Sie schätzt die Technik, Buchstaben miteinander zu verbinden, denn Grundschüler sähen so besser, welche Lettern zusammengehörten und ein Wort bildeten. Außerdem befürchtet die Pädagogin, dass sich die Grundschrift zu einer reinen Druckschrift verfestige und Groß-und Kleinschreibung irgendwann nur noch schlecht zu erkennen seien.

"Das verbundene Schreiben schult die Feinmotorik. Erst die Schreibschrift ermöglicht einen Schreibfluss, dagegen ist die Grundschrift abgehackt", so Werk. Daher spräche auch viel dafür, dass die kursiven Ausgangsschriften die schöneren Varianten seien und sich daraus später eher flüssige und weniger krakelige Handschriften entwickelten.

Die Lehrerin und Verlegerin Karin Pfeiffer-Stolz äußert in einem Artikel der Tageszeitung "taz" sogar ihre Befürchtung, dass körperliche Beschwerden durch das Schreiben in der Grundschrift ausgelöst werden könnten: "Die Druckschrift ist für die Hand ungefähr dasselbe, was der Holzpantoffel für den Fuß ist. Man schreibt nicht mehr fließend. Man druckt sozusagen. Wer kennt das nicht: Beim Schreiben längerer Texte in Druckschrift verkrampfen sich die Finger."

Kritiker wirft Lehrern Inkompetenz vor

Auch viele Mütter und Väter gehen auf die Barrikaden und sind gegen die Einführung der Grundschrift. Einer der Wortführer ist der Hamburger Anwalt und Bildungskritiker Walter Scheuerl. Durch die wenigen formalen Regeln der Grundschrift befürchtet er einen Wildwuchs von eigenwilligen Handschriften schon in der Mittelstufe. Kinder, die nur Druckschrift beherrschten, seien benachteiligt, vor allem wenn sie lange Aufsätze schreiben müssten.

Im Gespräch mit "Cicero Online" warf Scheuerl bei diesem Thema Lehrern sogar Inkompetenz vor: "Die haben ja noch nicht mal mehr Schreibdidaktik in ihrer Universitätsausbildung."

Förderales Wirrwarr bleibt auch beim Schreiben vorerst bestehen

Ob sich die Grundschrift als Idealform in allen deutschen Bundesländern durchsetzen wird, kann sich erst in einigen Jahren zeigen, wenn Kinder, Eltern und Pädagogen weitere Erfahrungen gesammelt haben. Solange bleibt Schulschrift in Deutschland eine geografische Angelegenheit, wobei es passieren kann, dass ein Grundschüler bei einem Schulwechsel selbst innerhalb eines Bundeslandes eine neue Schrift lernen muss - mit Schnörkeln oder ohne.

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