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Knigge: Man muss nicht immer Danke sagen

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Knigge  

"Danke" kann man manchmal weglassen

17.09.2012, 14:13 Uhr | ag / dpa-tmn

Knigge: Man muss nicht immer Danke sagen. Der "Guten-Appetit-Wunsch" muss nicht unbedingt mit einem "Danke" beantwortet werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der "Guten-Appetit-Wunsch" muss nicht unbedingt mit einem "Danke" beantwortet werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Schmeckt's?" Mit dieser Frage treibt der Ober den Gast in einem Loriot-Sketch zur Weißglut. So kann es Mitarbeitern auch mittags beim Essen in der Büroküche gehen: Ständig wünschen Kollegen "Guten Appetit", wenn sie eintreten und sich einen Kaffee holen. Aber muss der Mitarbeiter jedesmal höflich antworten und sich für die Nachfrage bedanken? "Nein", lautet die Antwort der Knigge-Expertin Imme Vogelsang aus Hamburg.

Freundliches Nicken statt Small Talk

Ein Nicken reiche als Antwort, wenn jemand gerade beim Essen ist. "Man kann ja zur Erklärung mit der Hand auf den vollen Mund zeigen", erklärt Vogelsang, Sprecherin des Netzwerks Etikette Trainer International (ETI). Die anderen halten sich außerdem besser zurück, wenn Kollegen in der Büroküche etwas essen. Denn es ist nicht gerade höflich, sie dabei zu stören und zum Small Talk zu nötigen. Zuvorkommend sei es, etwas zu sagen, das keine oder wenigstens keine längere Antwort erfordert. Also nicht: "Schmeckt's?", sondern eher ein Satz wie "Das sieht ja lecker aus", erklärt Vogelsang. Dann kann der Kollege sich erst recht mit einem Nicken als Antwort begnügen.

Zahnstocher nicht am Tisch benutzen

In Sachen Essensmanieren gibt es ebenfalls ein paar Dinge zu beachten. Auch wenn es sehr unangenehm sein kann, Fleisch- oder Gemüsereste zwischen den Zähnen zu spüren: Sie sollten es tunlichst vermeiden, diese bei Tisch mit der Zunge herauszupulen. Selbst hinter vorgehaltener Hand wirkt das äußerst unappetitlich."Ganz verkehrt wäre die Benutzung eines Zahnstochers," sagt Dr. Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge Gesellschaft. Diese stehen zwar auf dem Tisch, doch solle man sich einen wegnehmen und die Speisereste damit auf der Toilette entfernen. Ebenso wenig gehört ein zähes Stück Fleisch auf den Tellerrand. "In diesem Fall sollte man lieber auf die Toilette gehen und den Speisrest dort entsorgen," rät Knigge-Fachmann Klein.

"Gesundheit" sagen ist out

Nicht nur die "Gute-Appetit-Floskel" hat sich der neuen Etikette angepasst. Auch andere altbekannte Benimmregeln haben sich somit geändert. Hierzu gehört beispielsweise auch der Schnupfenknigge. So ist es heutzutage nicht mehr angebracht, jemandem nach dem Niesen "Gesundheit" zu wünschen. Bei älteren Menschen dürfen Sie jedoch eine Ausnahme machen. Sie empfinden es als unhöflich, wenn man ihnen nicht Gesundheit wünscht. Für das Niesen selbst gibt es ebenfalls neue Regeln: Hier sollte man besser in die Armbeuge niesen statt die Hand vorzuhalten. Die Gründe hierfür sind hygienischer Natur: Wer nämlich in seine Handflächen niest, verteilt Keime überall und steigert so die Ansteckungsgefahr für andere.

Knigge-Experten billigen Schlussmachen per SMS

Was viele als schlechten Stil interpretieren, ist mittlerweile gesellschaftlich nicht mehr verpönt: So ergab die Abstimmung auf der Jahreshauptversammlung der Deutschen Knigge Gesellschaft, dass es kein Zeichen schlechter Manieren sei, eine Beziehung per SMS zu beenden. Dieses Ergebnis spiegelt jedoch ganz und gar nicht die Meinung der Bevölkerung wieder: In einer Forsa-Umfrage gaben 92 Prozent der Befragten an, das diese Art der Trennung für sie nicht in Frage komme. Aber: Rund drei Millionen Deutsche haben schon einmal per SMS Schluss gemacht.

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