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Hoher Preis – Warum kostet der deutsche Reisepass so viel?

Im internationalen Vergleich  

Warum kostet der deutsche Reisepass so viel?

Von Sophie Loelke

10.02.2020, 15:02 Uhr
Schnell erklärt: Das ist der deutsche Reisepass

Wer im Urlaub fremde Welten entdecken möchte, braucht einen gültigen Reisepass. t-online.de beantwortet alle wichtigen Fragen zum Antrag, den Kosten und der Gültigkeit des Dokuments. (Quelle: t-online.de)

Türöffner für den Traumurlaub: Alle wichtigen Informationen zum deutschen Reisepass in knapp vier Minuten. (Quelle: t-online.de)


Wer außerhalb der EU reisen möchte, braucht einen gültigen Reisepass – und der kostet im teuersten Fall über 100 Euro. t-online.de hat nachgefragt, woraus sich diese Gebühren überhaupt zusammensetzen.

Alle zehn Jahre verliert der Reisepass seine Gültigkeit. Um ihn zu verlängern, steht spätestens bei der nächsten Reiseplanung der Gang zum Bürgeramt an. Eine Unterschrift später ist der Reisefreudige im teuersten Fall 114 Euro los.

Kostenzusammensetzung des Reisepasses

Die Herstellungskosten für einen Reisepass betragen insgesamt 46 Euro. Das 
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat nennt die Faktoren, die den Preis des Passes bestimmen.

Dazu zählen:

  • Kosten für das Passbuch
  • Kosten für den integrierten Speicherchip
  • Kosten für die Erfassung der biometrischen Daten
  • Kosten für die Aufnahme in den Pass selbst
  • Verwaltungskosten in der Behörde

Personen über 24 Jahre bekommen normalerweise einen Reisepass mit 32 Seiten ausgestellt. Dieser kostet 60 Euro und wird dann teurer, wenn er entweder mit Expressherstellung ausgestellt werden oder mit 48 Seiten für Vielreisende ausgestattet sein soll. Hier erfahren Sie alles, was Sie zur Beantragung des Passes wissen müssen.

Inzwischen 99,9-prozentige Fälschungssicherheit

Als 2005 der elektronische Chip im Reisepass eingeführt wurde, kletterte der Preis um knapp das Doppelte auf 59 Euro nach oben. Mit dem steigenden Preis stieg aber auch die Fälschungssicherheit stark an.

Die Herstellungsverfahren der Bundesdruckerei sind inzwischen so fortschrittlich, dass gute Fälschungen in den seltensten Fällen durchkommen. Seit dem Attentat 2001 auf das World Trade Center werden neben einem Bild und der Unterschrift auch weitere biometrische Daten, wie der Fingerabdruck, aufgenommen. Auch das erschwert eine gute Fälschung.

Preisanstieg vorerst nicht in Sicht

Der letzte Preisanstieg betrug 2012 einen Euro. Sollte es in der nächsten Zeit keine weiteren Fortschritte in der Passsicherheit geben, dürfte es vorerst bei den aktuellen 60 Euro bleiben.

Im internationalen Vergleich sehr günstig

Wirft man einen Blick auf die Reisepässe anderer Länder, sind die der Deutschen vergleichsweise günstig. Und das, obwohl deutsche Pässe auf Rang zwei der weltstärksten stehen.

Info: Die Ränge errechnen sich hauptsächlich daraus, in wie viele Länder ein Bürger ohne Visum einreisen darf. 

Die stärksten Reisepässe der Welt im Vergleich

Besitzer eines deutschen Reisepasses dürfen in 171 Länder einreisen, ohne vorher offiziell beispielsweise bei der Botschaft ein Visum beantragen zu müssen. Das bedeutet, dass sie entweder direkt einreisen dürfen oder am Zielflughafen ein Visum erhalten. Deutschland befindet sich damit – zusammen mit Finnland, Luxemburg und Spanien – auf dem zweiten Platz.

An erster Stelle steht der Pass der Arabischen Emirate, mit dem Bürger und Bürgerinnen des Staates in 178 Länder einreisen dürfen, ohne vorher ein Visum beantragen zu müssen.  



Beispielländer im Kostenvergleich:

  • Australien beispielsweise liegt mit 167 Ländern auf einem guten Rang sechs – die Bewohner des Kontinents müssen allerdings umgerechnet satte 193 Euro für ein gültiges Reisedokument zahlen.
  • Mexiko liegt sogar nur auf Platz 16, die Kosten betragen aber satte 145 Euro.
Verwendete Quellen:
  • Global Passport Index
  • Frag-den-Staat.de – Portal für Informationsfreiheit
  • Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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