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Liebe: Das sollten Sie erlebt haben, bevor Sie sich binden


Vier wichtige Lebensphasen
Das sollten Sie erlebt haben, bevor Sie sich binden

Von t-online
11.08.2014Lesedauer: 3 Min.
Als Single glücklich zu sein, ist eine wichtige Erfahrung, die das Leben positiv prägt.Vergrößern des BildesAls Single glücklich zu sein, ist eine wichtige Erfahrung, die das Leben positiv prägt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Es gibt nichts Schöneres, als endlich den Partner fürs Leben gefunden zu haben. Manchmal jedoch vergehen viele Jahre, bis man sich für einen Menschen entscheiden kann. Und das ist gut so. Denn um eine glückliche und dauerhafte Liebesbeziehung zu führen, bedarf es einer große Portion an Lebenserfahrung. Wenn Sie diese vier Phasen durchlebt haben, sind Sie wirklich reif für ein Leben zu zweit.

Phase Nummer 1: die Abnabelungs-Phase

Morgens, halb 10. Das Handy klingelt. Schon wieder Mama. "Soll ich dir heute deine Wäsche waschen?“ Sie antworten: "Nein.“ Schließlich haben Sie ihre Mutter doch erst gestern von der Kurzwahltaste #1 Ihres Telefons geworfen. Und sich fest vorgenommen, beim nächsten emotionalen Tief lieber die beste Freundin aufzusuchen und bei Hunger den Pizzaservice anzurufen.

Als junge Erwachsene lassen wir uns noch zu gerne im Hotel Mama verwöhnen und lästige Angelegenheiten wie Handwerker bestellen oder Autoreparaturen von unseren Eltern erledigen. In der Abnabelungsphase übernehmen wir langsam, aber sicher selbst das Zepter. Wir wohnen alleine, regeln immer mehr unserer Belange in Eigenregie und haben auch schon den ersten Herzschmerz hinter uns. Wir kommen klar in der großen weiten Welt. Na ja, mal mehr, mal weniger.

Phase Nr. 2: die experimentelle Phase

Sie schlagen morgens die Augen auf und stellen fest: In Ihrem Bett liegt ein Mensch, den Sie erst seit sechs Stunden kennen. Vor drei Stunden dachten Sie noch, er sei Ihr Seelenverwandter. Jetzt denken Sie, dass es besser gewesen wäre, den fünften Gin Tonic abzulehnen. Ihre romantischen Vorstellungen davon, dass die erste Liebe die einzig wahre ist, existiert seit der letzten Nacht nicht mehr. Macht nichts: Die nächste ultimative Partynacht wartet schon. Und am Montag die wichtige Präsentation, bei der die Augenringe wieder verschwunden sein müssen.

Doch keine Angst: In dieser experimentellen Lebensphase lernen Sie eine Menge dazu. Manchmal balancieren Sie wie auf dem Gerüst ohne Netz und doppelten Boden und genießen die Aussicht: wilde Partys, aufregende Flirts und unvorhersehbare Abenteuer. Sie erkennen, dass das Leben mehr bietet, als Sie sich früher so vorgestellt haben. Nebenbei schrauben Sie an Ihrer Karriere. Oder Sie schnüren den Rucksack und schlagen sich alleine durch Nepal. Und weil für einen Back-Packer ein Back-up eine super Sache ist, rufen Sie auch manchmal noch Mama an, sobald das nötige Kleingeld ausgeht.

Phase Nr. 3: die Weltschmerz-Phase

Nach einer durchheulten Nacht haben Sie beschlossen, sich krank zu melden und begutachten ausgiebig die ersten Tränensäcke Ihres Lebens im Spiegel. Was Ihr Schicksal nicht leichter macht.

In dieser Lebensphase, die oft von Einsamkeit und Verzweiflung geprägt ist, sind Sie vielleicht überzeugt, für den Rest des Lebens als Single durch die ungerechte Welt laufen zu müssen. Untröstlich blicken Sie an Sonntagnachmittagen glücklichen Paaren beim Spazierengehen hinterher. Wenn Sie sich doch verlieben, meldet sich gleich die Angst: Herzschmerzgefahr! Und dann noch all diese Schreckensmeldungen über Kriege, Verrat und Lebensmittelskandale. Die ganze Grausamkeit des menschlichen Daseins scheint auf Ihren Schultern zu lasten.

"Schwerer Liebeskummer kann in seinem Ausmaß so stark sein, dass er körperlich und psychisch krank macht", sagt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach, Paarberaterin bei ElitePartner. Doch auch diese Zeit habe ihren Sinn, betont die Expertin: "Auch wenn in dieser Phase die Welt unterzugehen scheint, wachsen wir auch daran. Wir erkennen zunehmend, was uns wichtig ist, was wir in Zukunft nicht mehr im Leben oder in der Partnerschaft wollen. Das macht uns bewusster für die Liebe.“

Phase Nr. 4: die Happy-Single-Phase

Sie liegen um 11 Uhr morgens noch in den Federn, drehen sich gerade noch mal genüsslich um und wühlen sich auf vollen zwei Metern Breite durch die Kissen. Einen Partner vermissen Sie gerade überhaupt nicht. Gott bewahre, womöglich ein Frühaufsteher! Den Kaffee ans Bett bekommen Sie auch so: Schließlich haben Sie den Kaffeevollautomaten direkt auf dem Nachtisch platziert.

In dieser Phase haben Sie das Gefühl, mit sich selbst im Reinen zu sein. Sie haben keine Angst mehr, allein zu sein und brauchen keine faulen Kompromisse mehr. Endlich können Sie unbeschwert das tun, worauf Sie Lust haben und es auch genießen. Spontan buchen Sie einen Wellnessurlaub alleine, fahren mit Freunden an die See oder trinken einen Absacker in Ihrer Lieblingskneipe.

Endlich angekommen!

Herzlichen Glückwunsch: Sie ruhen endlich in sich selbst! Genau das ist der richtige Moment, sich auf einen neuen Menschen einzulassen und als "gefestigte" Persönlichkeit die Herausforderungen einer Partnerschaft zu meistern. "Sehr wichtig für eine zufriedene Beziehung ist eine angemessene Balance zwischen Unabhängigkeit und Nähe”, sagt Fischbach. “Ein in sich ruhender Single, der sowohl viel Gemeinsamkeit, aber auch das Alleinsein genießen kann, schafft beste Voraussetzungen für eine glückliche Beziehung. Denn neben einem Wir-Gefühl als Paar sollte jeder Partner auch seine Ich-Identität ausgewogen leben.“

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