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Körpergeruch ist das Salz in der Suppe

  • Jennifer Buchholz
Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 30.01.2020Lesedauer: 3 Min.
Liebesspiel: Körpergerüche können die Lust steigern.
Liebesspiel: Körpergerüche können die Lust steigern. (Quelle: puhhha/getty-images-bilder)
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In Japan gibt es dafür eine große Fangemeinde, aber hierzulande steht er in der Schmuddelecke: der Geruchsfetisch. Ob Schlüpfer, Strumpfhosen, T-Shirts oder Schuhe. Hauptsache, es riecht. Und wenn wir ehrlich sind: Körpergeruch ist sexy und macht geil.

Grinsend überreicht mir mein Kumpel ein kleines Päckchen: "Das sollte ich dir doch für deine 'Recherche' mitbringen." Es ist ein getragener Slip aus Japan. In dem Land gibt es Automaten, an denen man sich die Höschen kaufen kann – wie bei uns die Süßigkeitenautomaten am Bahnsteig.

Mit oder ohne Sekret?

Das Geschäft mit getragener Unterwäsche oder allgemein mit getragenen Kleidungsstücken läuft auch in Deutschland – allerdings eher im Untergrund. Es gibt viele Internetseiten, auf denen Träger und Schnüffler in Kontakt kommen, um sich gegenseitig eine Freude zu machen. Sogar Wünsche können die Käufer äußern: "Bitte beim Sport tragen" oder "Sekretflecken erwünscht". Der Preis: bis zu 30 Euro – teilweise sogar mehr. Oft wechseln Slips und Co. aber nur für ein paar Cent den Besitzer.

Ich hole den Slip aus der Vakuumverpackung – die ist besonders wichtig, wie ich bei meinen Recherchen erfahre – und rieche daran. Es riecht nach Frau. Süßlich bis lieblich. Allerdings sehr dezent. Ansonsten sehe ich weder Tragefalten noch Gebrauchsspuren. Dass ihn wirklich jemand getragen hat, bezweifle ich. Oder wird er danach noch einmal gebügelt und aufbereitet? Dennoch muss ich sagen, dass der Geruch etwas in mir auslöst. Ich grinse leicht, als ich das zweite Mal daran schnuppere.

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Der Körpergeruch ist das Salz in der Suppe

Für viele sind Düfte total erregend – zumindest bestimmte. Wer hat nicht schon einmal an dem Shirt der oder des Liebsten geschnuppert oder will nach dem Sex die Bettwäsche nicht wechseln, weil es einfach so … geil riecht? Mit jemandem intim sein, der gerade frisch aus der Dusche kommt und einfach nach gar nichts riecht? Das ist nur eine Notlösung, die erst dann richtig heiß wird, wenn beide ins Schwitzen kommen.

Der Körpergeruch ist das Salz in der Sexsuppe. Wenn der Körper des anderen dezent nach Schweiß, Talg, Pheromonen und Testosteron riecht, wirkt das erregend. Sowohl die Berliner Charité als auch amerikanische Wissenschaftler haben das in Untersuchungen bewiesen. Wichtig dabei ist: Die Gerüche müssen echt – also natürlich – sein. Das ganze industriell hergestellte Zeug funktioniert nicht – auch das zeigten seriöse Studien.

Machtspielchen oder ErinnerungsstĂĽck?

Tage später rieche ich erneut an dem luftdicht aufbewahrten Mitbringsel aus Japan. Der Geruch ist geblieben. Beim Geschäft mit dem Duftfetisch geht es zusätzlich noch um die feinen Nuancen, wie ich bei meiner Recherche erfahre – also, dass der Slip extra für mich getragen wurde oder sich später jemand mithilfe meines Duftes selbst befriedigt. Ein kleines Machtspiel, irgendwie.

Ich finde, anstelle eines Zettels mit einer sexy Botschaft sollte man für den Sexpartner lieber das eigene getragene Top oder Shirt zurücklassen. Dann kann er daran schnuppern und sich an die geile Zeit erinnern. Das ist zwar nicht ganz günstig, aber die Chance ist sehr hoch, dass es eine Fortsetzung gibt – und man so sein Kleidungsstück zurückbekommt.

Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" ĂĽber Liebe, Partnerschaft und Sex.

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Eine Kolumne von Jennifer Buchholz
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