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Reifenwechsel selber machen: So funktioniert es


Schritt für Schritt erklärt
Reifen selber wechseln: So funktioniert es

Von t-online, ccn

Aktualisiert am 22.03.2024Lesedauer: 5 Min.
imago images 107609023Vergrößern des BildesRadmutternschlüssel: Für den Reifenwechsel benötigen Sie passendes Werkzeug. (Quelle: Wedel/Kirchner-Media via www.imago-images.de)
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Ob zum Beginn des Sommers oder im späten Herbst, kurz vor dem Winter: Bei vielen Autos ist der Reifenwechsel fällig. Wie Sie ihn selbst machen können.

Wenn Sie Ihr Fahrzeug nicht mit Ganzjahresreifen ausgerüstet haben, ist zweimal im Jahr der Reifenwechsel angesagt. Hier erfahren Sie die wichtigsten Antworten rund um das Thema, wann genau der Wechsel fällig ist und wann Sie den Radtausch nicht selbst erledigen sollten.

Reifenwechsel: Wann ist er fällig?

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die sogenannte "O-Regel" beachten. Diese Empfehlung des ADAC besagt, dass man von Oktober bis Ostern mit Winterreifen fahren sollte. Natürlich hängt dies aber immer von den aktuell herrschenden Wetterbedingungen ab.

Mit dem Wechsel auf Sommerreifen sollten Sie deshalb auf jeden Fall warten, bis die Straßen dauerhaft schnee- und eisfrei sind, der letzte Frost vorbei ist und die Temperaturen kontinuierlich über sieben Grad Celsius liegen. Winterreifen sollten Sie spätestens dann aufgezogen haben, wenn Sie über vereiste oder zugeschneite Straßen fahren müssen. Hier erfahren Sie, warum der Wechsel auf Winterreifen so wichtig ist, wenn Sie keine Ganzjahresreifen besitzen.

Werkstatt oder selber machen?

Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, können Sie den Reifenwechsel entweder selbst durchführen oder eine Werkstatt damit beauftragen. Bei Kompletträdern ist es meistens kein Problem, den Reifenwechsel selbst zu machen (eine Einschränkung gibt es, siehe weiter unten).

Besitzen Sie jedoch spezielle Felgen, auf die Sie sowohl Ihre Sommer- als auch Ihre Winterreifen aufziehen, sollten Sie sicherheitshalber einen Fachmann beauftragen.

Die Kosten für einen Reifenwechsel liegen bei seriösen Anbietern für Kompletträder zwischen 15 und 20 Euro, für den Wechsel mit Auswuchten um 35 Euro (jeweils für vier Räder).

Welche Werkzeuge benötige ich?

Um den Wechsel reibungslos über die Bühne zu bringen, brauchen Sie

  • einen stabilen Wagenheber
  • Unterstellbock
  • Radkreuz
  • Drahtbürste
  • Schachtel für Schrauben
  • soweit vorhanden Schlüssel für das Felgenschloss
  • einen Drehmomentschlüssel.

Reifenwechsel: Zeit für einen Reifencheck

Experten raten dazu, beim Reifenwechsel einen genauen Blick auf das Profil zu werfen. Unregelmäßig abgefahrene Reifen deuten auf defekte Stoßdämpfer oder eine falsch eingestellte Fahrwerksgeometrie hin. Das sollte sich dann eine Werkstatt anschauen.

Sommerreifen sollten eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben – keinesfalls jedoch dürfen sie die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern unterschreiten. Die Haftung kann laut ADAC – etwa bei Nässe – bereits bei vier Millimetern deutlich abnehmen. Der Automobilclub und die Deutsche Verkehrswacht empfehlen deshalb, Sommerreifen ab spätestens drei Millimetern und Winterreifen bei vier Millimetern Restprofiltiefe zu erneuern.

Reifen, die älter sind als acht Jahre, sollten laut ADAC nicht mehr verwendet werden. Beim Kauf sollten Reifen nicht älter als drei Jahre sein. Abzulesen ist das Herstellungsdatum (DOT-Nummer) in einem Oval an der Reifenseitenwand mit einer Angabe von Kalenderwoche und Jahr.

Kein Reifenwechsel mehr nötig: Für wen eignen sich Ganzjahresreifen?

Die Fahreigenschaften von Winter- wie Sommerreifen sind an unterschiedliche Jahreszeiten und Witterungsbedingungen angepasst. Winterreifen etwa bieten unter anderem bei Schnee besseren Griff. Sommerreifen hingegen punkten bei höheren Temperaturen durch ihre härtere Gummimischung mit einer Reihe von Vorteilen: Der Spritverbrauch ist niedriger, die Bremswege sind kürzer und die Fahrstabilität höher. Warum neue Winterreifen so klein wie möglich sein sollten, lesen Sie hier.

Ganzjahresreifen sollen die guten Eigenschaften von Sommerreifen mit denen der Winterreifen kombinieren. Allerdings gelingt ihnen das nur bedingt, deshalb gelten sie nur als ein Kompromiss. Eine Überlegung wert sind sie eher, wenn das Auto selten bewegt wird und auch eher in einer Stadt als auf einer kurvigen Bergstraße. Sie bieten bei Schnee und Eis weniger Sicherheit als Winterreifen. Im Sommer wiederum sind Fahrstabilität, Verbrauch und Bremsweg schlechter als mit Sommerreifen.

Reifenwechsel Schritt für Schritt: So funktioniert er

  • Stellen Sie Ihr Auto auf einer ebenen Fläche ab, legen Sie den ersten Gang oder bei einem Automatikgetriebe die Einstellung "P" ein und ziehen Sie die Handbremse.
  • Lockern Sie – am besten kreuzweise – die Radschrauben.
  • Heben Sie im nächsten Schritt das Auto mit dem Wagenheber an, bis das zu wechselnde Rad vollständig vom Boden abgehoben ist.
  • Entfernen Sie kreuzweise die Radschauben und nehmen Sie das komplette Rad ab.
  • Setzen Sie das Rad mit dem neuen Reifen auf und drehen die Schrauben – zunächst nur locker – fest.
  • Lassen Sie das Auto mit dem Wagenheber wieder herunter und ziehen Sie erst dann die Radschrauben komplett fest.
  • Die Schrauben sollten nicht zu lose sitzen – sie könnten sich während der Fahrt lösen – aber auch nicht zu fest, denn das könnte das Gewinde beschädigen. Beachten Sie hierbei die Hinweise Ihres Fahrzeugherstellers zum Anzugsdrehmoment. Drehen Sie das Rad idealerweise mit einem Drehmomentschlüssel bis zum vorgegebenen Drehmoment fest.
  • Kennzeichnen Sie die Reifen der demontierten Räder auf der Lauffläche, zum Beispiel mit Wachskreide ("VR" für "vorne rechts", "HL" für "hinten links" etc.). So vermeiden Sie beim nächsten Wechsel Unklarheiten.

Welche Reifen nach vorne, welche nach hinten?

Der ADAC rät bei bereits benutzten Reifen, bei jedem Wechsel zu tauschen und die besseren Exemplare mit dem tieferen Profil hinten aufzuziehen. Dafür spricht vor allem die höhere Fahrstabilität, insbesondere in Notsituationen und auf nasser Fahrbahn. Das Fahrzeug bricht beim Bremsen und beim Spurwechsel nicht so leicht aus. Das gilt in erster Linie für Fahrzeuge ohne ESP. Gegen die Montage der besseren Reifen auf der Hinterachse sprechen der längere Bremsweg und das schlechtere Aquaplaningverhalten.

Wichtig: Niemals sollten Sie unterschiedlich abgenutzte Reifen kreuzweise anbringen, also einen vorn und einen hinten. Im Ernstfall kann das zu einem unvorhersehbaren Fahrverhalten führen.

Reifendruck-Kontrollsystem RKDS: Wann kann ich die Reifen nicht selbst wechseln?

Seit 2014 müssen alle Neuwagen mit dem Reifendruck-Kontrollsystem (RKDS) ausgestattet sein. Es schlägt Alarm, wenn sich der Druck oder die Größe der Räder geändert hat. Eigentlich praktisch, beim Reifenwechsel kann es aber zum Problem werden:

Bei indirekt messenden Systemen, bei dem die Bordelektronik die Abrollbewegungen der Räder analysiert, kann man die neu angebrachte Reifen bei der ersten Fahrt per Knopfdruck kalibrieren, der Reifenwechsel daheim ist hier also kein Problem.

Bei direkt messenden Systemen jedoch ist es komplizierter. Hier senden im Reifen montierte Sensoren den Druck per Funk an ein Steuergerät im Auto. Bei einem Radwechsel muss jeder Sensor neu angelernt werden. Und das kann nur ein Fachbetrieb.

Nach dem Wechsel: Reifendruck prüfen und Schrauben nachziehen

Unmittelbar nach der Montage fahren Sie an die nächste Tankstelle und prüfen den Reifendruck. Wie viel es genau sein muss, lesen Sie in der Betriebsanleitung Ihres Autos nach. Prüfen Sie im Zuge dessen auch gleich den Zustand des Reserverads.

Genauso wichtig: Überprüfen Sie nach 50 bis 100 Kilometern Fahrtstrecke das Anzugsdrehmoment der neu montierten Reifen ein weiteres Mal und ziehen Sie bei Bedarf nach.

Verwendete Quellen
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