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Klimakrise: Kipppunkte – der Beginn einer gefährlichen Kettenreaktion

Voranschreiten der Klimakrise  

Kipppunkte – Wenn das Klima aus dem Gleichgewicht gerät

Von Tim Blumenstein

24.07.2020, 09:10 Uhr
Klimakrise: Kipppunkte – der Beginn einer gefährlichen Kettenreaktion. Der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis: Erst kürzlich haben Forscher anhand neuer Messdaten festgestellt, dass der Gletscher besorgniserregend schnell schmilzt. (Quelle: imago images)

Der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis: Erst kürzlich haben Forscher anhand neuer Messdaten festgestellt, dass der Gletscher besorgniserregend schnell schmilzt. (Quelle: imago images)

Das globale Klima ist ein empfindliches Geflecht unzähliger Ökosysteme. Gerät eines aus der Balance, drohen auch andere zu kippen – der Beginn einer gefährlichen Kettenreaktion. 

Das Klimasystem der Erde könnte schon bald aus der Balance geraten. Davor haben erst Forscher in einem Kommentar im Fachblatt "Nature" gewarnt. Wie bei einer Wippe kann eine plötzlich auftretende klimatische Veränderung das gesamte System aus dem Gleichgewicht bringen. Die Wissenschaftler haben neun sogenannte Kipppunkte ausgemacht, an denen das Weltklima wortwörtlich kippen könnte.

Zu den Kipppunkten gehören beispielsweise das Abschmelzen der Pole, tauende Permafrostböden oder zerstörte Wälder. Geraten diese klimatischen Ökosysteme erst einmal in Schieflage, können sie kaum noch gerettet werden – selbst wenn die menschengemachten Emissionen über Nacht auf Null sinken würden. 

Globale Wechselwirkungen 

Der Grund für diese Prozesse sind die global steigenden Temperaturen. Klimaforscher warnen davor, dass Kipppunkte nur dann aufzuhalten seien, wenn die globale Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf 1,5 Grad Celsius beschränkt bliebe. Sind Kipppunkte aber erst einmal überschritten, können sie eine gefährliche Kettenreaktion auslösen und klimatische Systeme am anderen Ende der Welt beeinflussen. 

Das ist schon heute zu beobachten: Das schmelzende Eis der Arktis kühlt  den nordatlantischen Strom ab, wodurch sich dessen Strömung verändert. Die veränderte Strömung könnte wiederum zu Dürrephasen und Baumsterben im Amazonasgebiet führen, wodurch sich die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre weiter erhöhen würde.

Erste Kipppunkte bereits überschritten 

Erste Kipppunkte könnten bereits heute überschritten sein. Messdaten zeigen, dass die Eisschilde der Westantarktis unaufhaltsam schrumpfen – dem westlichen Teil könnte das gleiche Schicksal bevorstehen. Auch auf der Nordhalbkugel geben die Befunde in der Arktis oder in Grönland wenig Grund für Optimismus. Treffen die Prognosen zu, hätte das einen Anstieg des Meeresspiegels von mehreren Metern zur Folge. 

Die Wechselwirkungen zwischen der Vielzahl von Faktoren ist hochkomplex. Für Wissenschaftler ist es deswegen schwer vorherzusagen, wann und wo genau Kipppunkte auftreten. Fest steht, dass mit steigenden Temperaturen die Gefährdung von immer mehr Ökosystemen zunimmt. Auch wenn manche Kipppunkte schon heute kaum noch aufzuhalten seien, könne man die drohende Kettenreaktion noch verlangsamen, so die Wissenschaftler. Doch dafür müsse die Menschheit sofort aktiv werden, denn: "Das Risiko einzugehen ist keine verantwortungsvolle Option."

Verwendete Quellen:

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