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Meeresspiegel könnte bis 2100 um mehr als einen Meter steigen

Dramatische Prognose  

Meeresspiegel könnte noch schneller steigen

08.05.2020, 08:26 Uhr | AFP

Meeresspiegel könnte bis 2100 um mehr als einen Meter steigen. Ein Vater trägt sein Kind auf den Schultern durch die überfluteten Straßen von Jakarta: Schon jetzt kämpfen zahlreiche Länder mit den Folgen des steigenden Meeresspiegels. (Archivbild) (Quelle: imago images/Xinhua)

Ein Vater trägt sein Kind auf den Schultern durch die überfluteten Straßen von Jakarta: Schon jetzt kämpfen zahlreiche Länder mit den Folgen des steigenden Meeresspiegels. (Archivbild) (Quelle: Xinhua/imago images)

Schon der Weltklimarat blickte besorgt auf den Anstieg des Meeresspiegels. Jetzt gibt es neue Schätzungen von Experten – und die fallen noch drastischer aus. Doch Klimaforscher haben auch eine gute Nachricht.

Der globale mittlere Anstieg des Meeresspiegels könnte bis zum Jahr 2100 über einen Meter und bis 2300 sogar über fünf Meter betragen – wenn die Menschheit weiter so viel Treibhausgas ausstößt wie bislang. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter gut hundert Meeresspiegelexperten, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitteilte.

Die neuen Risikoabschätzungen liegen demnach alles in allem höher als die bislang vom Weltklimarat veröffentlichten. Die Abschätzung basiert auf zunehmendem Wissen über Ozeane, Eismassen und Wasserkreisläufe. Die Wissenschaftler zeigen die verbleibenden Unsicherheiten auf, halten aber zugleich frühere Schätzungen des Meeresspiegelanstiegs für zu niedrig.

Es gibt auch eine gute Nachricht

"Was wir heute innerhalb weniger Jahrzehnte tun, bestimmt den Meeresspiegelanstieg für viele Jahrhunderte, das zeigt die neue Analyse deutlicher als je zuvor", erklärte Stefan Rahmstorf vom PIK. "Das ist aber auch eine gute Nachricht: Wir haben es beim Ausstoß von Treibhausgasen selbst in der Hand, wie stark wir die Risiken für Millionen von Menschen an den Küsten der Welt ansteigen lassen."

Für ein Szenario, in dem gemäß den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens die Erwärmung auf zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzt wird, sagen die Experten einen Anstieg der Ozeane von etwa einem halben Meter im globalen Mittel bis 2100 und von einem halben bis zwei Meter bis 2300 voraus.

Ändert sich nichts, fällt der Anstieg dramatisch aus

Für ein Szenario unverminderten Ausstoßes von Treibhausgasen mit einer Erwärmung um weltweit durchschnittlich viereinhalb Grad Celsius prognostizieren die Fachleute hingegen einen entsprechend größeren Anstieg des Meeresspiegels von 0,6 bis 1,3 Meter bis 2100 und 1,7 bis 5,6 Meter bis 2300.

Diese Riskoabschätzungen übertreffen laut PIK weitgehend die entsprechenden bisherigen Einschätzungen des Weltklimarats IPCC. Da die Daten und das Prozessverständnis immer besser werden, hob der IPCC demnach zuletzt seine Projektionen zum Meeresspiegel bereits um knapp zwei Drittel an. Nun sehe es aber so aus, als seien die Herausforderungen noch größer als bislang befürchtet und Gegenmaßnahmen daher noch dringlicher, erklärte das PIK.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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