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CO2: Deutschland verfehlt fast alle Klimaschutz-Ziele


Nur ein Bereich auf Kurs  

Deutschland verfehlt fast alle Klimaschutz-Ziele

26.10.2020, 13:41 Uhr | dpa

CO2: Deutschland verfehlt fast alle Klimaschutz-Ziele. Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf: Unter anderem im Bereich Energie verfehlt Deutschland die selbstgesteckten CO2-Ziele. (Quelle: imago images/ Jan Huebner)

Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf: Unter anderem im Bereich Energie verfehlt Deutschland die selbstgesteckten CO2-Ziele. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Im Klimaschutzgesetz wurden jährliche Minderungsziele für CO2 in verschiedenen Bereichen des Lebens und der Wirtschaft festgesetzt. Aktuell ist Deutschland nur in einem Bereich auf Kurs.

Die geplanten Schritte zu den im Klimaschutzgesetz festgeschriebenen 2030-Zielen beim CO2-Sparen werden nach einer Analyse für das Umweltbundesamt in fast allen Bereichen verpasst: von Verkehr über Gebäude, Landwirtschaft und Industrie bis zur Energiewirtschaft. Eine Kurzfassung der Berechnungen ist bereits seit März bekannt.

Nun steht auch die ausführliche Fassung auf der Homepage des Bundesamts, die einzelne Maßnahmen und ihre Wirkung betrachtet. Demnach ist mit dem Klimaschutzprogramm nur der Bereich "Abfallwirtschaft und Sonstiges" auf dem Weg, sein Ziel zur Minderung von Treibhausgasen für 2030 zu schaffen. Die Analyse bezieht sich auf Maßnahmen, die Stand Januar 2020 geplant waren.

Aktuelle Entwicklungen noch nicht berücksichtigt

Klimapolitisch ist derzeit allerdings viel in Bewegung. Wenn die EU ihre Ziele wie angekündigt hochschraubt, könnte auch Deutschlands bisheriges 2030-Ziel, nämlich 55 Prozent weniger Treibhausgase als 1990, nochmal angepasst werden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und das jüngste Konjunkturpaket der Bundesregierung sind nicht in der Abschätzung berücksichtigt, das Paket enthält aber auch Maßnahmen, die dem Klima nützen sollen – etwa eine höhere Kaufprämie für E-Autos.

Dass es – Stand jetzt – noch nicht reicht, wird dennoch deutlich. Die mit Abstand größte Lücke besteht der Analyse zufolge im Verkehr – schon 2025 sind dort 27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu viel auf dem Konto, 2030 dann sogar 33,4. In diese Einheit werden alle Treibhausgase umgerechnet, um besser vergleichen zu können.

Notfalls soll es ein Sofortprogramm geben

"Die Bundesregierung hat noch einen Stapel klimapolitischer Hausaufgaben vor sich liegen", sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Aufschlüsselung der einzelnen Maßnahmen des Klimaschutzprogramms legt den Finger in die Wunde, denn sie offenbart die Versäumnisse, insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft."

Das neue Klimaschutzgesetz soll dafür sorgen, dass die CO2-Einsparziele künftig auch erreicht werden. Für die verschiedenen Bereiche wie Verkehr oder Landwirtschaft schreibt es Jahresbudgets vor. Werden diese nicht eingehalten, muss das zuständige Ministerium ein Sofortprogramm vorlegen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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