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RBB-Affäre: Mitglied der Findungskommission erhebt schwere Vorwürfe


Mitglied von RBB-Findungskommission erhebt schwere Vorwürfe

Von Yannick von Eisenhart Rothe

07.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Mitarbeitenden-Demo vor dem RBB (Archivbild): Redaktionsausschuss und Vertretung der freischaffenden RBB-Mitarbeiter schlossen sich am Dienstag zusammen.
Mitarbeitenden-Demo vor dem RBB (Archivbild): Wegen der anstehenden Wahl der Übergansintendantin sei in der Belegschaft "die Hölle" los. (Quelle: Yannick von Eisenhart Rothe/t-online)
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Vor der möglichen Wahl einer Schlesinger-Nachfolgerin herrscht beim RBB Chaos. Ein Mitglied der Findungskommission stellt sich klar gegen die Kandidatin.

Das Chaos beim RBB geht in die nächste Runde. Ein Mitglied der Findungskommission für eine Übergangs-Intendanz beim RBB erhebt im Gespräch mit t-online schwere Vorwürfe gegen die Art und Weise, wie in der Kommission gearbeitet wurde. Dagmar Bednarek ist Sprecherin der Freienvertretung des RBB und spricht von einer "Scheinkommission" und "undemokratischen" Abläufen.

Vehement widersprach Bednarek den Darstellungen von RBB-Rundfunkratschef Dieter Pienkny, der ebenfalls Mitglied der vierköpfigen Findungskommission ist. Er hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, dass die Kommission sich am Sonntag "einvernehmlich" auf eine Kandidatin geeinigt habe. Bednarek zufolge soll Katrin Vernau am Mittwoch trotz massiver Kritik von innen und außen vom Rundfunkrat zur Übergangs-Intendantin gewählt werden.

Bednarek: "Entscheidung nicht einvernehmlich"

"Ich wehre mich total gegen den Begriff einvernehmlich", sagte Bednarek zu t-online. Sie habe nicht für die Kandidatur Vernaus gestimmt, sondern sich enthalten. Im Nachhinein bereue sie es, nicht klar gegen die WDR-Frau gestimmt zu haben. "Ich wollte in dem Moment nicht, dass wir als Freienvertretung als Bremser des Findungsprozesses dastehen. Das war eine Fehleinschätzung."

Lesen Sie auch: Patricia Schlesinger äußert sich in einem Interview zu den Vorwürfen

Es sei unbestritten, dass Katrin Vernau, aktuell WDR-Verwaltungsdirektorin, fachlich herausragend sei. "Aber sie ist nicht die Person, die wir jetzt an der RBB-Spitze brauchen", sagte Bednarek. Vernau habe klare Positionen, die eher Arbeitgeberinteressen verträten.

"Zum Beispiel führt sie beim WDR gerade erbitterte Tarifverhandlungen gegen freie Kolleginnen und Kollegen", so Bednarek. Die Gewerkschaft Verdi etwa bezeichnete ein im Juni von Vernau für den WDR vorgelegtes Tarifangebot als "unterirdisch".

"In der Belegschaft ist die Hölle los"

Bereits am Dienstag hatten sich die Freienvertretung des RBB und der Redaktionsausschuss klar gegen Vernau als vorübergehende Nachfolgerin ausgesprochen. Trotzdem steht sie bei der Sitzung des Rundfunkrates als einzige Kandidatin zur Wahl.

In der Belegschaft des RBB sei "die Hölle los", sagte Bednarek. In internen Chatgruppen werde angeregt über Vernau als mögliche Intendantin diskutiert. Sie nehme in weiten Teilen des Hauses eine starke Ablehnung wahr, könne aber nicht die Meinung der kompletten Belegschaft überblicken, sagte Bednarek.

Es gebe durchaus die Hoffnung, dass der Rundfunkrat Vernau nicht wähle – um Intendantin zu werden, benötigt sie bei der Wahl eine Zweidrittelmehrheit.

Bednarek: Wunschkandidaten wurden nicht gehört

Auch an den Abläufen innerhalb der Findungskommission hat Bednarek einiges auszusetzen. "Ich bin davon ausgegangen, dass alle Mitglieder die gleichen Rechte haben. Das war nicht der Fall", sagte sie. Auf zwei Wunschkandidaten, die sie und die Personalratsvorsitzende Sabine Jauer vorgeschlagen hätten, sei von den anderen Mitgliedern "aktiv nicht eingegangen" worden. Neben Jauer, Bednarek und Pienkny gehört die RBB-Verwaltungsratsvorsitzende Dorette König dem Gremium an.

Der RBB befindet sich seit Monaten in einer schweren Krise. Ex-Intendantin Patricia Schlesinger sieht sich seit Ende Juni durch Berichte vor allem des Online-Mediums "Business Insider" zahlreichen Vorwürfen des Filzes und der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Sie war seit Jahresbeginn ARD-Vorsitzende und seit 2016 RBB-Intendantin. Von beiden Ämtern trat sie zurück.

Im Zentrum des Skandals steht neben der abberufenen Intendantin auch der zurückgetretene RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf. Beide wiesen die gegen sie gerichteten Vorwürfe zurück.

Es geht unter anderem um umstrittene Beraterverträge für ein RBB-Bauprojekt, um Abstimmungen zwischen beiden zu Gehalt und Boni für Schlesinger. Und es geht um Aufträge für ihren Ehemann, den Ex-"Spiegel"-Journalisten Gerhard Spörl, bei der Messe Berlin – wo Wolf bis vor kurzem in Personalunion auch Chefaufseher war.

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Verwendete Quellen
  • Interview mit Dagmar Bednarek
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
Hintergrund zum Beitrag

Transparenzhinweis: Schlesingers Ehemann Gerhard Spörl schreibt als Kolumnist auch für t-online.

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