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"Sie war immer politisch": Avus feiert 100-jähriges Bestehen

Berlin  

"Sie war immer politisch": Avus feiert 100-jähriges Bestehen

21.09.2021, 05:30 Uhr | dpa

"Sie war immer politisch": Avus feiert 100-jähriges Bestehen. AVUS Tribüne

An der ehemaligen Tribüne an der AVUS wird gebaut. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die legendäre Avus feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Am 24. September 1921 wurde der damals etwa 19 Kilometer lange Rundkurs eingeweiht und diente zunächst vor allem den Autoherstellern zur Entwicklung ihrer Fahrzeuge. "Die Avus ist eine Straße, die Berlin mitgestaltet und das Automobil begleitet hat - sie war immer Teststrecke", sagt Ulf Schulz, der die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße (Avus) am 24. September 2021 organisiert.

Dabei spiegelt die heutige A 115 auch die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre wider. "Die Avus ist ein nationales Thema. Sie war immer politisch: In der Kaiserzeit entwickelt, in der Weimarer Republik eingeweiht, in der Nazizeit missbraucht, im Vier-Mächte-System Transitstrecke, nach dem Mauerfall das Aus als Rennstrecke", sagt der gelernte Kfz-Mechaniker und heutige Radio-Moderator und Verleger Schulz.

Zahlreiche Rekorde wurden auf der Avus in den ersten Jahren aufgestellt. Mit bis zu 400 km/h fuhren die Silberpfeile und Raketenfahrzeuge von Halensee nach Wannsee und zurück. Und das in Fahrzeugen, die mit heutigen Rennwagen nicht mehr zu vergleichen sind. "Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, wie die Rennfahrer 300 Kilometer in diesen Wagen überstanden haben. Mein Vater hat sich im Auto Union ständig die Füße verbrannt wegen der durch den Innenraum laufenden Wasserleitungen, zudem gab es keine Servolenkung. Das schafft heute keiner mehr", sagt der ehemalige Formel 1-Fahrer Hans-Joachim Stuck, dessen Vater Hans 1934 an einem Tag gleich drei neue Bestzeiten aufgestellt hatte.

Seit 1998 werden keine Rennen mehr ausgetragen. Bei der Feier am Freitag wird Stuck aber noch einmal die Vergangenheit aufleben lassen, wenn er im Rennanzug seines Vaters in einen alten Boliden klettert und den Sechzehnzylinder anschmeißt.

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