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Bonn: Corona-Rückstände im Abwasser nachgewiesen

Klärwerke als Frühwarnsystem?  

Corona-Rückstände in Bonner Abwasser nachgewiesen

01.06.2021, 15:19 Uhr | t-online

Bonn: Corona-Rückstände im Abwasser nachgewiesen. Hier wurde Sars-CoV-2 nachgewiesen: Die Kläranlage Salierweg ist eine der Bonner Klärschlammanlagen, die an der bundesweiten Kontrolle teilgenommen hat. (Quelle: imago/Reiner Zensen/Symbolbild)

Hier wurde Sars-CoV-2 nachgewiesen: Die Kläranlage Salierweg ist eine der Bonner Klärschlammanlagen, die an der bundesweiten Kontrolle teilgenommen hat. (Quelle: imago/Reiner Zensen/Symbolbild)

Im Bonner Abwasser sind Rückstände des Coronavirus festgestellt worden. Das zeigt eine Untersuchung, an der unter anderem zwei Klärwerke in Bonn teilgenommen haben. Diese Erkenntnis soll nun bei der Corona-Früherkennung helfen.

In einer deutschlandweiten Abwasserkontrolle konnte in fast allen Proben Erbgut des Coronavirus nachgewiesen werden. Auch zwei Bonner Abwasserreinigungsanlagen hatten dafür Material zur Verfügung gestellt. Das könnte Wissenschaftlern einen Vorsprung im Aufspüren des Virus ermöglichen.

Proben von rund 50 Kläranlagen wurden dafür analysiert, so auch zwei aus Bonn und Beuel. Sie haben für den Versuch 24-Stunden-Mischproben und Primärschlamm zur Verfügung gestellt. Die Untersuchung lief drei Monate und zeigte: Im Abwasser sind tatsächlich Bestandteile des Coronavirus nachweisbar.

Von diesen gehe zwar spätestens durch all die Reinigungsmittel im Wasser nach derzeitigem Kenntnisstand eher keine Ansteckungsgefahr aus, entwarnt Virologe René Kallies vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Trotzdem könnte diese Erkenntnis ein wichtiger Schritt in Richtung Früherkennung sein.

Denn: Durch die Überwachung des Abwassers könnten Neuinfektionen etwa zwei bis drei Tage schneller erkannt werden als mit klinischen Tests, wie die Stadt Bonn betont. Demnach könne durch das Abwassermonitoring ein realistisches Bild des Infektionsgeschehens gezeichnet werden.

Coronavirus-Analysen im Bonner Labor bisher nicht möglich

Die Europäische Union hat sich deshalb für den Aufbau von nationalen Abwasserüberwachungssystemen bis zum Oktober 2021 ausgesprochen. Sie könnten "eine kostengünstige, schnelle und verlässliche Quelle für Informa­tionen (...) über die Verbreitung des Virus und seinen Varianten in der Bevölkerung“ sein, so EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius gegenüber der "Welt am Sonntag".

Bonn könnte eine solche Überwachung wohl bis dato noch nicht alleine stemmen. Laut einem WDR-Inteview mit dem Abwassertechniker Achim Höcherl der Stadt Bonn seien die eigenen Labore nicht dazu in der Lage, Krankheitserreger festzustellen. Dafür seien Aufrüstungen notwendig.

Das Projekt zum Abwassermonitoring war eine Kooperation des UFZ, der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) und der TU Dresden. Untersucht werden sollte, inwiefern sich Coronaviren im Abwasser feststellen lassen.

Verwendete Quellen:

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