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Brutale Überfälle auf 72 und 93 Jahre alt Seniorinnen

Bremen  

Brutale Überfälle auf 72 und 93 Jahre alt Seniorinnen

30.07.2021, 12:55 Uhr | dpa

Brutale Überfälle auf 72 und 93 Jahre alt Seniorinnen. Justitia

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Zwei junge Männer müssen sich seit Freitag wegen eines brutalen Raubüberfalls auf eine 72-Jährige vor dem Landgericht Bremen verantworten. Die mutmaßlich 24 und 17 Jahre alten Täter verschafften sich laut Staatsanwaltschaft im Februar 2021 Zugang zu dem Haus der Frau, die sie dann schlugen, traten, fesselten und knebelten. Der 17-Jährige soll zudem versucht haben, das teilweise von ihm entkleidete Opfer im Keller zu vergewaltigen. Ihm wird sexuelle Nötigung sowie eine Beteiligung an einem ähnlich brutalen Überfall vorgeworfen (Aktenzeichen: Az. 42 KLs 150 Js 10797/21).

Beide Männer, deren Nationalität unklar ist, sind in Haft und müssen sich wegen schweren Raubes verantworten. Sie wollten am Freitag keine Angaben zu ihrem Geburtsdatum und ihrem Geburtsort machen. Die Anklage wurde von einem Dolmetscher in die arabische Sprache übersetzt. Bei dem Überfall im Februar erbeuteten die Täter etwa 70 Schmuckstücke im Gesamtwert von rund 50.000 Euro. Das Opfer fühlt sich seit der Tat in dem Haus nicht mehr sicher und leidet laut Staatsanwaltschaft an Angst- und Schlafstörungen.

Der mutmaßlich jüngere Angeklagte soll zudem am 26. Dezember 2020 mit einem anderen in Bremen eine 93-jährige Frau brutal überfallen und misshandelt haben. In diesem Fall verschafften sich die Täter unter dem Vorwand, ein Paket abgeben zu wollen, Zutritt zu dem Haus. Die Männer warfen die Seniorin auf den Boden, zogen ihr Schuhe, Hose und Unterhose aus und fesselten ihr die Hände.

Zum Knebeln benutzten sie Klebeband, das sie der wehrlosen Frau auch um den Kopf wickelten, wodurch die Zahnprothese der 93-Jährigen verrutschte und sie in Atemnot geriet. Sie leide noch heute an den psychischen Folgen des Überfalls, so die Staatsanwältin. Der Prozess wird am 23. August fortgesetzt.

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