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Borussia Dortmund vor Spitzenspiel in Leverkusen: So überholt Bayer den BVB


Zugänge, Taktik, Konstanz – wie Bayer den BVB überholt

Von Dietmar Nolte

03.12.2023Lesedauer: 4 Min.
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imago images 1023423437Vergrößern des Bildes
Leverkusens Nadiem Amiri im Zweikampf mit dem Dortmunder Marius Wolf (Archivbild): Am Sonntag muss der BVB in Leverkusen antreten. (Quelle: IMAGO/osnapix / Hirnschal/imago images)

Zehn Punkte liegen vor dem Spitzenspiel am Sonntag zwischen Bayer Leverkusen und dem BVB. Was macht die Werkself besser als die Borussia?

Wenn der BVB am kommenden Sonntag in der Bayarena auf Bayer Leverkusen trifft, bedeutet das für die Dortmunder den ultimativen Härtetest. Die Werkself empfängt die Borussia als ungeschlagener Tabellenführer, kann sich vor Lob von allen Seiten kaum retten und stellt zurzeit auch in den Augen von BVB-Verteidiger Mats Hummels das Nonplusultra der Bundesliga dar: "Das ist die schwerste Aufgabe aktuell in Deutschland." Warum aber läuft es so gut in Leverkusen? Was macht Bayer 04 besser als der BVB? t-online wirft einen Blick auf fünf Faktoren, die im Moment den Unterschied ausmachen.

Konstanz

Als eines von zwei Teams ist Bayer in der Liga noch ungeschlagen. In der Bilanz stehen zehn Siege sowie ein Unentschieden beim Rekordmeister in München. Auch wettbewerbsübergreifend ist Leverkusen noch ohne Niederlage, schraubt seine Ausbeute so auf 18 Siege in 19 Partien und liefert in allen drei Wettbewerben (Bundesliga, Europa League, DFB-Pokal) konstant ab.

Auf drei Hochzeiten tanzt auch der BVB noch, der sich vorzeitig das Überwintern in der Champions League gesichert hat. Derartig überzeugenden Auftritten stehen aber immer wieder Schwächephasen mit unerklärlichen Einbrüchen gegenüber. Dem Tiefpunkt mit der Heimpleite gegen die Bayern folgte der noch tiefere Tiefpunkt in Stuttgart. Konstanz ist genau das, was die Dortmunder mit einer Liga-Bilanz von sieben Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen vermissen lassen.

Spielweise

Nicht nur Deutschland, ganz Europa schwärmt von der attraktiven Spielweise der Bayer-Elf. Technisch stark, tempo- und variantenreich brennt Leverkusen zumeist ein Offensivfeuerwerk ab. Im Schnitt erzielt die Mannschaft mehr als drei Tore pro Spiel. Das variable Angriffsspiel ist dabei einer der großen Pluspunkte, die Treffer verteilen sich auf fast alle Mannschaftsteile.

Victor Boniface steht in der Liga bei zwölf Scorerpunkten, ebenso Jonas Hofmann; Florian Wirtz kommt auf acht Scorerpunkte. Dazu ist Bayer höchst gefährlich über die Außenverteidiger mit ihrer dynamischen Spielweise und Offensiv-Power. Jeremie Frimpong und Alejandro Grimaldo sind Torgaranten. Trotzdem steht die Bayer-Elf sicher, stabil im Zentrum und hat bisher in der Liga nur zehn Gegentore kassiert.

Während bei Leverkusen ein klares Konzept mit entsprechender Struktur zu erkennen ist, sucht der BVB noch – auch in personeller Hinsicht – seine Erfolgsformation. Vor allem das Zentrum ist nach dem Abgang von Bellingham eine Baustelle, die weder defensive Stabilität noch kreatives Offensivspiel garantiert. Dortmund steht bei 19 Gegentoren, hat aber auch erst 25 Tore erzielt. Torgefahr über die Außenverteidiger geht der Borussia fast völlig ab. Bensebaini, Ryerson und Wolf kommen zusammen nur auf fünf Scorerpunkte.

Neuzugänge

Das erfolgreiche Spiel der Leverkusener ist eng verbunden mit den Neuzugängen. Granit Xhaka ist als Sechser der Garant für Stabilität. Alejandro Grimaldo, Victor Boniface und Jonas Hofmann sorgen für permanente Torgefahr. Die rund 55 Millionen Euro, die Bayer für Moussa Diaby erhalten hat, hat Simon Rolfes als Geschäftsführer Sport optimal in seine Wunschspieler investiert und den Kader erfolgreich umgebaut.

Der BVB hat für Jude Bellingham deutlich mehr kassiert (103 Millionen Euro), sein Geld aber schlechter investiert. Weder Ramy Bensebaini als Guerreiro-Ersatz noch Felix Nmecha und Marcel Sabitzer für die Zentrale sind bisher Leistungsträger. Auf einen zusätzlichen Sechser hat man komplett verzichtet. In Sachen Außenverteidiger müssen Sportdirektor Kehl und Trainer Terzić neidisch nach Leverkusen blicken.

Trainer

Xabi Alonso ist das Kunststück gelungen, aus einem strauchelnden Team in nur einem Jahr eine Spitzenmannschaft zu formen. Der Spanier, der selbst unter Guardiola, Ancelotti und Benitez gespielt hat, bringt eine natürliche Autorität mit, verfolgt einen klaren Plan und gilt als Sympathieträger mit Charme und Charisma auch weit über die Vereinsgrenzen hinaus.

Edin Terzić wiederum ist im eigenen Vereinsumfeld nicht mehr unumstritten, obwohl viele dem "Dortmunder Jung" den Erfolg wünschen. Von einem Teil der Fans wird er inzwischen kritischer gesehen, was nicht primär an der verpassten Meisterschaft im Mai liegt. Die stagnierende Entwicklung der Mannschaft, mangelnde Konstanz und umstrittene Personalentscheidungen bei Transfers (Nmecha) und Aufstellung (Moukoko) bieten Anlass zu Diskussionen.

Stimmung

In Leverkusen hat der Lauf der Werkself Euphorie ausgelöst. Auf einmal winkt die Chance, dass aus dem ewigen "Vizekusen" doch noch ein Titelsammler wird. Ob innerhalb der Mannschaft, im Verein oder im Umfeld – die Stimmung ist überall positiv.

Bei der Borussia hingegen schwelt die Unzufriedenheit beständig vor sich hin. Als der BVB zuletzt gegen Gladbach daheim mit 0:2 in Rückstand geriet, stand der Unmut kurz vor der Eruption. Nur der schnelle Ausgleich rettete die Situation. Auf der anderen Seite hat der Triumph in Mailand gezeigt, wie gierig alle nach Erfolg und gutem Fußball sind – und wie schnell man sich auch wieder hinter der Mannschaft versammelt. Ein Sieg in Leverkusen könnte in dieser Hinsicht ein "Game-Changer" sein.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
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