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Dortmund: Regenbogen-Kapitänsbinde bald dauerhaft beim BVB?

Offener Brief an den Klub  

Regenbogen-Kapitänsbinde bald dauerhaft beim BVB?

Von David Peters

13.03.2021, 11:18 Uhr
Dortmund: Regenbogen-Kapitänsbinde bald dauerhaft beim BVB?. Eine Regenbogen-Kapitänsbinde (Symbolbild): Geht es nach Fanklubs und Initiativen, soll sie beim BVB bald dauerhaft getragen werden.  (Quelle: imago images/foto2press)

Eine Regenbogen-Kapitänsbinde (Symbolbild): Geht es nach Fanklubs und Initiativen, soll sie beim BVB bald dauerhaft getragen werden. (Quelle: foto2press/imago images)

Im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern lief Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus mit einer regenbogenfarbenen Kapitänsbinde auf. Geht es nach dem BVB-Lernzentrum könnte das bald zur Normalität werden. 

In einem offenen Brief hat sich das BVB-Lernzentrum an die Verantwortlichen des deutschen Spitzenklubs gewandt. Der Hintergrund: Am 24. Spieltag war der BVB mit einem Sondertrikot aufgelaufen. Das Sponsorenlogo und die Kapitänsbinde waren in den Farben des Regenbogens gehalten. Damit wollten Borussia Dortmund und seine Sponsoren "ein klares Zeichen für mehr Vielfalt und Chancengleichheit setzen."

"Wir wenden uns mit dem Wunsch an Sie, diese Spielführendenbinde als Standard für alle Teams des BVB beizubehalten", so die Unterzeichnenden des offenen Briefes. So könne der BVB zeigen, dass man 365 Tage im Jahr für eine offene Gesellschaft stehe und nicht nur an besonderen Spieltagen.

Anstoß durch Fußballmagazin

Neben dem Lernzentrum unterzeichneten mehrere Fanklubs und das BVB-Fanzine schwatzgelb.de die Forderung. Daniel Schröder vom Lernzentrum erklärt, dass neben dem Sonderspieltag auch die Aktion des Fußballmagazins 11 Freunde sie zu der Idee bewegt hatten. Im Februar hatten in dem Magazin über 800 Fußballerinnen und Fußballer, darunter Nationaltorhüterin Almuth Schult oder Union Berlins Max Kruse, ein Zeichen gegen Homofeindlichkeit gesetzt und homosexuellen Fußballern ihre Unterstützung bei einem Coming-Out zugesichert. An der anschließenden Kampagne #Ihrkönntaufunszählen beteiligte sich auch das Lernzentrum des BVB. Daraufhin habe man Fanklubs angesprochen, mit denen man häufiger zusammenarbeite und die seien sofort dabei gewesen, so Schröder.

Für Schröder und das Lernzentrum sei eine Regenbogen-Kapitänsbinde ein kleines Zeichen mit großer Wirkung. "Irgendwo muss man ja anfangen." Man wolle damit mehr Sichtbarkeit schaffen und "nicht-normative Sexualitäten" normalisieren. Niemand solle aufgrund seiner Sexualität diskriminiert werden, so Schröder. Zudem hätte der BVB so die Möglichkeit, die Gruppen im Umfeld des Vereins zu unterstützen, die sich immer wieder gegen Diskriminierung und für Vielfalt stark machen. Überschrieben ist der Brief deshalb mit einem Zitat des Vereinsgründers Franz Jacobi: "Die Qualität eines Fußballvereins zeigt sich darin, wie er seinen sozialen Aufgaben gerecht wird."

Direkter Austausch mit dem Verein

Auf Nachfrage von t-online erklärte Borussia Dortmund: "Wir freuen uns sehr darüber, dass sich so viele Fans und Fanklubs für dieses wichtige Thema engagieren. Auch über diesen konkreten Vorschlag freuen wir uns." Den Vorschlag möchte man jetzt mit den Verfassern des Briefs im direkten Austausch diskutieren. Das Lernzentrum bestätigte, dass man bereits dabei sei, einen Termin dafür zu finden.

Borussia Dortmund engagiere sich zudem seit vielen Jahren mit dem Projekt "Borussia verbindet" gegen jede Form der Diskriminierung. Im Zusammenhang mit dem Aktionsspieltag gegen den FC Bayern unterstützt der Verein mit seiner Stiftung "leuchte auf" zwei Organisationen, die sich für die LGBTQ-Community einsetzen, mit jeweils 5.000 Euro.

Wenn der BVB dem Wunsch des offenen Briefes folgen würde, könnte das andere Vereine motivieren nachzuziehen, hofft Schröder. Nicht nachziehen muss hingegen der VfL Wolfsburg. Die Kapitäne der Niedersachsen laufen seit 2018 mit einer Armbinde in Regenbogenfarben auf.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Offener Brief des BVB Lernzentrums
  • Mitteilung von Borussia Dortmund
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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