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Nur wenige Photovoltaik-Anlagen auf landeseigenen Gebäuden

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Photovoltaik-Anlage
Eine Photovoltaik-Anlage steht auf dem Dach einer Hochschule. (Quelle: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Thüringen will schnell mehr Öko-Strom gewinnen, lässt aber bisher noch viele landeseigene Immobilien als Standort für Solaranlagen ungenutzt. Nur auf 50 von etwa 800 energetisch relevanten Gebäuden im Eigentum des Landes gibt es aktuell solche Anlagen, geht aus einer Antwort des Thüringer Infrastrukturministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Dirk Bergner hervor. Das Ministerium räumt ein, dass es bei der Ausstattung der landeseigenen Gebäude mit diesen Anlagen in den vergangenen Jahren nur "geringe Fortschritte" gegeben hat.

Schon im September 2016 hatte der Thüringer Landtag einen Beschluss gefasst, mit dem das Parlament die Landesregierung aufforderte, alle geeigneten Dächer landeseigener Immobilien unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und der Finanzierbarkeit bis Ende 2021 mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Zudem sollten bei allen Neubauten des Landes solche Anlagen zur Stromgewinnung installiert werden - falls dies wirtschaftlich sinnvoll ist.

Nach Angaben des Infrastrukturministeriums gibt es derzeit unter anderem auf mehreren Gebäuden der Fachhochschule, der Universität und der Polizei in Erfurt, des Landwirtschaftsamtes in Hildburghausen und des Gefängnisses in Suhl-Goldlauter Photovoltaikanlagen. Weitere Standorte seien die Jugendstrafanstalt Arnstadt, die Fachhochschule Schmalkalden und die Ministerien für Infrastruktur, für Gesundheit und für Energie in der Landeshauptstadt.

Eine Sprecherin des Ministeriums sagte auf Anfrage, es gebe insgesamt etwa 1400 Gebäude, die im Eigentum des Freistaats stünden. Davon hätten etwa 800 einen relevanten Energieverbrauch. Bei den übrigen handele es sich um kleinere Gebäude, in denen zum Beispiel Anlagen zur Messung von Flusspegeln untergebracht seien und bei denen es keinen signifikanten Energieverbrauch gebe.

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Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, die Zahlen zeigten, dass es in Thüringen noch Ausbaupotenzial für Photovoltaikanlagen gebe, auch auf Landesimmobilien. "Im Privatbereich gehen die Zahlen erfreulich schnell nach oben." Die hohe Nachfrage nach dem landeseigenen Förderprogramm Solar Invest zeige dies. Die noch freien Dächer in Thüringen müssten genutzt werden, "um die Energiewende in Thüringen voran zu bringen, das Klima zu schützen, das Handwerk zu unterstützen und unabhängig von fossilen Importen zu werden", so Siegesmund.

Als Gründe für das Fehlen von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden nannte das Infrastrukturministerium Verzögerungen während der Corona-Pandemie und fehlende Kapazitäten bei Ingenieurbüros. In manchen Fällen habe es bei der Ausschreibung von Solaranlagen keine oder keine zuschlagsfähigen Angebote gegeben.

In Planung seien Photovoltaikanlagen unter anderem auf den Gebäuden der Landespolizeiinspektion in Suhl, der Polizeiinspektion Apolda, der Bußgeldstelle des Landes in Artern oder dem Sportgymnasium in Jena. Die voraussichtlichen Kosten lägen je Vorhaben zwischen etwa 33.000 und 398.000 Euro.

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