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Erfurt: Thüringens Ex-Ministerpräsident Kemmerich verliert Mandat im Stadtrat

Fehlender Hauptwohnsitz  

Thomas Kemmerich verliert Mandat im Erfurter Stadtrat

11.06.2020, 16:54 Uhr | dpa

Erfurt: Thüringens Ex-Ministerpräsident Kemmerich verliert Mandat im Stadtrat . Thomas Kemmerich spricht im Thüringer Landtag: Sein Mandat im Erfurter Stadtrat muss der FDP-Politiker nun abgeben. (Quelle: imago images/Jacob Schröter)

Thomas Kemmerich spricht im Thüringer Landtag: Sein Mandat im Erfurter Stadtrat muss der FDP-Politiker nun abgeben. (Quelle: Jacob Schröter/imago images)

Das Verwaltungsgericht Weimar hat dem FDP-Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich sein Mandat für den Erfurter Stadtrat aberkannt. Zuvor wollte ein Erfurter die ganze Stadtratswahl 2019 für ungültig erklären lassen.

Der frühere Thüringer Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) verliert wegen einer Gerichtsentscheidung sein Mandat für den Erfurter Stadtrat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die zuständige Kammer des Verwaltungsgerichts Weimar habe sich nicht davon überzeugen können, dass Kemmerich "seinen Aufenthaltsschwerpunkt" zum Zeitpunkt der Wahl in Erfurt gehabt habe, sagte die Präsidentin des Verwaltungsgerichts, Elke Heßelmann, in Weimar.

Damit gelte der Wohnort der Familie als Hauptwohnsitz Kemmerichs – das ist seit 2009 Weimar. Als Stadtrat in einer Stadt kann aber nur kandidieren, wer dort seinen Hauptwohnsitz hat.

Kläger war ein Erfurter, der die gesamte Stadtratswahl 2019 für ungültig erklären lassen wollte und dafür mehrere Argumente anführte – unter anderem Kemmerichs Wohnort. Das Verwaltungsgericht wies die Klage in weiten Teilen ab, entschied aber, dass der FDP-Politiker sein Stadtratsmandat niederlegen muss.

Bei der mündlichen Verhandlung zu der Klage hatte der Kläger am Mittwoch Kemmerich vorgeworfen, wegen der Wohnrechtsfrage zu Unrecht für den Stadtrat kandidiert zu haben. Außerdem warf er Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) vor, unmittelbar vor der Wahl seine Neutralitätspflicht als Amtsinhaber verletzt zu haben, um für seine Partei zu werben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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