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Erfurter f├╝r Engagement im Artenschutz geehrt

  • Anne-Sophie Schakat
Von Anne-Sophie Schakat

Aktualisiert am 01.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Herr Linhart (links) und Herr Richter: Die Erfurter Umwelt- und Natursch├╝tzer wurden f├╝r ihr ehrenamtliches Engagement geehrt.
Herr Linhart (links) und Herr Richter: Die Erfurter Umwelt- und Natursch├╝tzer wurden f├╝r ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. (Quelle: Landeshauptstadt Erfurt)
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In Zeiten von Hitze und D├╝rre haben Umwelt- und Natursch├╝tzer alle H├Ąnde voll zu tun. Zwei Erfurter Artensch├╝tzer werden nun f├╝r ihr ehrenamtliches Engagement geehrt.

Schon seit seiner Kindheit setzt sich Mario Richter f├╝r den Arten- und Naturschutz ein. Besonders V├Âgel haben es dem leidenschaftlichen Ornithologen angetan. In Erfurt k├╝mmert sich Richter gemeinsam mit seinem Kollegen Lutz Linhart um die sogenannten Geb├Ąudebr├╝ter der Stadt, also Eulen, Falken und andere Arten, die in Geb├Ąuden nisten. Nun werden beide auf Erfurter Werbefl├Ąchen als "Helden des Monats" f├╝r ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Mit t-online hat Mario Richter ├╝ber ihre Arbeit gesprochen.

t-online: Herr Richter, Sie engagieren sich in Erfurt ehrenamtlich f├╝r den Umwelt- und Naturschutz. Was muss man sich darunter vorstellen?

Durch mein Ehrenamt bin ich eigentlich rund um die Uhr ausgelastet. Das ist eine Arbeit, die ich aus innerer ├ťberzeugung mache. Schon als Kind habe ich selbst Nistk├Ąsten f├╝r V├Âgel hergestellt. Als Mitglied des Vereins Th├╝ringer Ornithologen (VTO) wurde ich vor einigen Jahren von der Unteren Naturschutzbeh├Ârde in Erfurt angesprochen, ob ich mich hier mit den Geb├Ąudebr├╝tern, wie Eulen oder Falken, befassen k├Ânnte. Diese Arten brauchen ihre Nistk├Ąsten in Geb├Ąuden, also zum Beispiel in Dachst├╝hlen.

Zusammen mit Herrn Linhart bin ich deshalb st├Ąndig auf der Suche nach neuen Objekten, denn zum einen m├╝ssen die Besitzer einverstanden sein, zum anderen m├╝ssen die Nistk├Ąsten nat├╝rlich auch weiter betreut und gepflegt werden. Au├čerdem erfassen wir Daten zum Beispiel dar├╝ber, wo welche Art gebr├╝tet hat oder wie viele Junge gro├č geworden sind.

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Was glauben Sie, wie sich der Klimawandel in den kommenden Jahren auf die Erfurter Natur auswirken wird?

Viele Auswirkungen kann man jetzt schon beobachten, auch ohne ein erfahrener Umweltsch├╝tzer zu sein. Wir sehen, wie die B├Ąume schon im Sommer ihr Laub abwerfen oder im Fr├╝hjahr gar nicht mehr ausschlagen. Mit Blick auf mein Gebiet, den Artenschutz, kann ich den Kuckuck nennen.

Der Kuckuck ├╝berwintert in Afrika und richtet sich bei seiner R├╝ckreise nach Europa nicht nach dem Wetter, sondern nach der Sonne. Er ist daf├╝r bekannt, seine Eier in fremde Nester zu legen und von anderen Arten ausbr├╝ten zu lassen. Inzwischen sind diese Arten jedoch meist bereits dabei, ihre Eier auszubr├╝ten oder haben sogar schon Jungtiere, wenn der Kuckuck Europa erreicht. Durch den Klimawandel ist sein Fortbestand stark gef├Ąhrdet. Nat├╝rlich gibt es aber auch Arten, die vom ver├Ąnderten Klima profitieren, zum Beispiel, weil sie nun hier ├╝berwintern k├Ânnen.

Wo sehen Sie besonders akuten Handlungsbedarf?

Ich werde h├Ąufig von Leuten, die einen Garten haben, gefragt: "Was kann ich machen?" Dann sage ich oft "Am besten ist es, wenn Sie gar nichts machen". Man sollte versuchen, der Wildnis wieder mehr Raum zu geben. Die Stadt sollte versuchen, mehr gr├╝ne Oasen zu erhalten. Wir haben zwar ein paar Parks in Erfurt, aber wenn hier ein Baum einen kr├Ąnkelnden Ast aufweist, dann wird sicherheitshalber gleich der ganze Baum gef├Ąllt. Hier muss man andere L├Âsungen finden.

Am Gutenbergplatz etwa gab es eine ├Ąhnliche Situation. Hier sollte die letzte Linde, die um 1900 gepflanzt wurde, gef├Ąllt werden. Unter der habe ich als Kind schon gespielt. Mit einem Anruf konnte ich die F├Ąllung aber zum Gl├╝ck noch verhindern, inzwischen schl├Ągt der Baum auch wieder aus. Jedes gr├╝ne Blatt ist eine Versteckm├Âglichkeit f├╝r Insekten und andere Tiere und bringt auch der Stadt Abk├╝hlung.

Haben Sie das Gef├╝hl, dass sich ein Umdenken hin zu mehr Raum f├╝r die Natur auch in der Stadt einstellt?

In den letzten Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Verst├Ąndnis in der Bev├Âlkerung w├Ąchst. Auch die jungen Leute machen jetzt lautstark auf sich aufmerksam, weil sie unzufrieden damit sind, wie es bisher gelaufen ist. Nat├╝rlich bringt es nichts, wenn alle nur zu Demonstrationen laufen, wir brauchen mehr Menschen, die mit anpacken. H├Ąufig wissen die Leute gar nicht, wo sie helfen k├Ânnen. Ein Umdenken erkenne ich aber. Das ist auch entscheidend, denn sonst laufen wir meiner Meinung nach in die Katastrophe.

Was erhoffen Sie sich von der Kampagne "Held des Monats"?

Naturschutz zu betreiben ist eine gute Sache. Wir sind immer auf der Suche nach Nachwuchs, den man an die Arbeit heranf├╝hren kann. Wir werden ├Ąlter, auch bei mir im Verein der Th├╝ringer Ornithologen scheiden immer mehr Kollegen aus. Ich betreibe Naturschutz schon seit ich ein Kind war und hoffe, auf unser Ehrenamt aufmerksam machen zu k├Ânnen.

Vielen Dank f├╝r das Gespr├Ąch!

Disclaimer: Das Nachrichtenportal t-online ist ein Angebot der Str├Âer Content Group, in deren Zusammenarbeit die Plakat-Aktion entstanden ist.

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Von Judith Tausenfreund
Europa

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