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Kammern: 2Gplus wäre Lockdown für Thüringer Gastgewerbe

Erfurt  

Kammern: 2Gplus wäre Lockdown für Thüringer Gastgewerbe

03.12.2021, 17:17 Uhr | dpa

Kammern: 2Gplus wäre Lockdown für Thüringer Gastgewerbe. Gastgewerbe

Der Außenbereich eines Restaurants. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach Einschätzung der drei Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) würde eine 2Gplus-Regelung für das Gastgewerbe einem Lockdown gleichkommen. Sie reagierten damit am Freitag auf Überlegungen der Landesregierung, angesichts der weiter stark steigenden Corona-Infektionen im Freistaat den Zugang zu Gaststätten und Hotel nur noch für geimpfte, genesene und zusätzlich getestete Menschen zu ermöglichen. Die Kammern appellierten an die Landespolitik, davon Abstand zu nehmen.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte schon vergangene Woche von einer Stornierungswelle in Thüringen berichtet - wegen der extrem hohen Inzidenz und den Corona-Einschränkungen. Das Land habe bereits vor den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag seine Regeln verschärft, argumentierten die Kammern nun.

Das Verbot von Weihnachtsmärkten und verkaufsoffenen Sonntagen in der Adventszeit bringe Händler und Gastronomen ohnehin in Existenznöte. Schon jetzt seien Gastwirte und Restaurantchefs weder organisatorisch noch personell in der Lage, die Corona-Auflagen zu stemmen, erklärte der Ostthüringer IHK-Präsident Ralf Bauer. Selbsttests seien kaum oder nur zu hohen Kosten verfügbar und Termine in Testzentren knapp.

Vorläufige Schließungen seien oft die einzige Alternative zur Insolvenz - manchmal nur noch ein Aufschub, so Bauer. Bund und Länder dürften die Gastronomie nicht schon wieder unter Generalverdacht stellen, der sich schon bei den ersten Wellen nicht bestätigt habe.

Die Industrie- und Handelskammer Erfurt bezeichnete die Situation vieler Betriebe als sehr angespannt. Es gebe Existenzängste. Eine Woche nach der bundesweiten Einführung der 3G-Regelung am Arbeitsplatz und der verschärften Zugangsbeschränkungen in Thüringen gebe es einen hohen Beratungsbedarf, so IHK-Geschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch.

Es habe unter anderem Klärungsbedarf bei 3G im Fahrerhaus von Lastwagen oder Testbeobachtungen per Videochat gegeben. "3G am Arbeitsplatz hat viele Unternehmen mit Wucht getroffen, inklusive weitreichender Auswirkungen auf Abläufe und Kostenstrukturen." Fehlende öffentliche Testkapazitäten, ungeeignete Öffnungszeiten von Testzentren sowie geminderte Verfügbarkeit und stark gestiegene Test-Kosten erschwerten die 3G-Einführung zusätzlich. "Unternehmen sind keine Testzentren", erklärte die IHK-Geschäftsführerin.

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