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Innenst├Ądte stemmen sich gemeinsam gegen das Ladensterben

Von dpa
11.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Ladensterben in Innenst├Ądten
Geschlossen sind die T├╝ren der fr├╝heren Filiale eines Drogeriemarktes. (Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Trotz der Corona-Pandemie stellt sich in Th├╝ringen ein breites B├╝ndnis zur Rettung der Innenst├Ądte auf. "An vielen Orten gibt es bereits lokale Initiativen und Str├Âmungen", erkl├Ąrt Alex Peter vom Baureferat des Gemeinde- und St├Ądtebunds Th├╝ringen im Rahmen einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Wenn wir diese zusammenfassen und kanalisieren, k├Ânnen wir viel bewirken." Zahlreiche Kommunen h├Ątten das Problem erkannt und bereits seit l├Ąngerem damit begonnen, gegenzusteuern. Letztlich sei es aber eine Generationenaufgabe, die Stadtzentren mit neuem Leben zu erf├╝llen.

Angesichts der anhaltenden Pandemie scheinen die Voraussetzungen denkbar schlecht: "Corona wirkt als Katalysator zur Verst├Ąrkung der Probleme", sagt Kristian Philler von der Stadtverwaltung Jena. Dirk Fromberger von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt nennt die aktuell fl├Ąchendeckende 2G-Regelung einen "Lockdown bei ge├Âffneten T├╝ren": Im Vorweihnachtsgesch├Ąft erwarte der station├Ąre Einzelhandel einen deutlichen Umsatzr├╝ckgang. Auch die Absage von Weihnachtsm├Ąrkten und verkaufsoffenen Sonntagen sei ein herber Schlag f├╝r alle Gewerbetreibenden. Wie viele H├Ąndler den Winter ├╝berstehen k├Ânnten, werde sich erst im Fr├╝hjahr zeigen.

Doch mit der Not sind auch neue L├Âsungsans├Ątze im Kommen: "Die Einzelh├Ąndler haben sich st├Ąrker vernetzt und durch die Impulse der Stadt eigene kreative Ideen und L├Âsungen gefunden", sagt die Sprecherin der Stadt Sonneberg, Cindy Heinkel. Auch in anderen St├Ądten wie Gera, Jena, Nordhausen und Eisenach laufen schon seit Jahren umfangreiche Projekte zum Erhalt und zur Wiederbelebung der Innenst├Ądte. Sieben Th├╝ringer St├Ądte wurden in das Bundesprogramm "Zukunftsf├Ąhige Innenst├Ądte und Zentren" aufgenommen.

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W├Ąhrend in Nordhausen und Jena den Sprechern zufolge derzeit noch kein Ladensterben zu verzeichnen sei, ist das Problem in Gera, Eisenach und Sonneberg schon greifbarer: Viele Leerst├Ąnde durch Gesch├Ąftsaufgaben h├Ątten etwa in Eisenach durch Neuvermietungen aufgefangen werden k├Ânnen, erkl├Ąrt Sprecherin Ulrike M├╝ller. "Dennoch ist zu beobachten, dass ein Qualit├Ątsverlust mit den Ver├Ąnderungen einhergeht."

Diese Entwicklung zu stoppen und umzukehren, k├Ânne nicht alleine vom Einzelhandel oder den Kommunen geleistet werden, sind sich alle Befragten einig. Das Problem umfasse alle Bereiche vom Handel und der Gastronomie ├╝ber Wohn- und Kulturangebote bis hin zur Digitalisierung, fasst Peter zusammen. "Alle m├╝ssen an einen Tisch kommen. Die Innenstadt kann nur als Gemeinschaft funktionieren", so Fromberger von der IHK.

Das zu erreichen, ist das Ziel des Aktionsb├╝ndnisses "Innenst├Ądte mit Zukunft". Neben vielen anderen engagieren sich dort die Th├╝ringer Industrie- und Handelskammern, das Land Th├╝ringen, der Handelsverband Th├╝ringen, der Th├╝ringer Hotel- und Gastst├Ąttenverband, der Gemeinde - und St├Ądtebund Th├╝ringen und der Verband Th├╝ringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Das bundesweite Projekt "Stadtimpulse" liefert Beispiele und Ideen f├╝r neue Wege.

"W├Ąhrend die gro├čen St├Ądte wie Erfurt und Jena eher weniger betroffen sind, haben es die kleinen St├Ądte im l├Ąndlichen Raum deutlich schwieriger", erkl├Ąrt Fromberger. "Gerade diese Kommunen d├╝rfen den Kopf nicht in den Sand stecken." Ideen wie die Wiederansiedlung von Kinderg├Ąrten oder kleinen Handwerksbetrieben k├Ânnten auch in kleineren Orten funktionieren.

Projekte wie das "Heimatshoppen", bei dem die 15 teilnehmenden Kommunen das ganze Jahr besondere Events anbieten, seien ebenso Bausteine wie neue, kombinierte Einzelhandelsangebote, die St├Ąrkung von unkommerziellen R├Ąumen wie Sitzb├Ąnken und Gr├╝nanlagen oder Nischen f├╝r Kunst, Kultur und Museen. "Vor uns liegt ein Kraftakt, aber unsere Innenst├Ądte haben Zukunft", ist Fromberger ├╝berzeugt.

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