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Hagen: Wie der Weihnachtsmarkt auf Plastik verzichten will

Mit Pfandbechern  

Wie der Hagener Weihnachtsmarkt auf Plastik verzichten will

21.11.2019, 16:01 Uhr
Hagen: Wie der Weihnachtsmarkt auf Plastik verzichten will. Sandy Arens im Knusperhaus: Hier wird in diesem Jahr auf Plastik verzichtet. (Quelle: Christina Schröer)

Sandy Arens im Knusperhaus: Hier wird in diesem Jahr auf Plastik verzichtet. (Quelle: Christina Schröer)

Es duftet nach gebrannten Mandeln, die ersten Backkartoffeln und Crêpes gehen über die Theken und das Riesenrad auf dem Friedrich-Ebert-Platz nimmt wieder Fahrt auf: Es ist wieder Weihnachtsmarkt in Hagen. Doch dieses Jahr gibt es ein besonders Konzept: weniger Plastik.

Am Donnerstag wurde der 52. Weihnachtsmarkt in Hagen eröffnet und gibt sich in diesem Jahr besonders umweltbewusst und nachhaltig: Plastikfrei soll es bis zum 23. Dezember in der Hagener Innenstadt zugehen. t-online.de hat sich umgeschaut und beobachtet, wie die verschiedenen Buden den neuen Trend umsetzen.

Konkret bedeutet plastikfrei, dass beim Kauf von frischen Speisen oder Getränken keine Plastikschalen, -teller und kein Plastikbesteck mehr ausgegeben werden dürfen. Stattdessen werden alle vorweihnachtlichen Leckereien beispielsweise auf Pappe, anderen biologisch abbaubaren Stoffen oder direkt im Brötchen serviert.

Currywurst aus biologisch abbaubarer Schale

So wie bei Simone Schneiders Holzkohlegrill vor der Volme Galerie. Dort wird die Currywurst ab sofort mit Holzgabel und in einer Pappschachtel ohne Plastikbeschichtung serviert. "Die neuen Schälchen sind natürlich etwas teurer, umgelegt auf unsere Gäste werden diese Mehrkosten aber nicht", erklärt sie. Und auch die kleinen Plastiktüten, die sie in den Vorjahren kostenlos herausgegeben hat, sind verschwunden.

Simone Schneider am Holzkohlegrill: Auch sie verzichtet in ihrem Büdchen auf Plastik. (Quelle: Christina Schröer)Simone Schneider am Holzkohlegrill: Auch sie verzichtet in ihrem Büdchen auf Plastik. (Quelle: Christina Schröer)

Als Ersatz dienen braune Papiertüten. "Die kosten den Kunden allerdings zehn Cent", erklärt Simone Schneider. Weihnachtsmarkt-Presse- und Marketingmann Alex Talash weiß zudem: "Die Papp-Produkte sind aktuell auf dem Markt natürlich sehr gefragt und dementsprechend teuer." Dennoch stünden die Händler und Schausteller hinter der Idee.

Pfand auf Popcorn-Eimer

Noch spannender wird der Versuch, plastikfrei durch den Weihnachtsmarkt zu kommen, an Ricardo Arens‘ Knusperhaus gleich nebenan. Mandeln, Paradiesäpfel, Schokofrüchte oder Weingummi sind in den Köpfen fast untrennbar mit glänzender Folie verbunden, die sie umgibt.

Aber auch hier wurde Abhilfe geschaffen: "Die Tüten für die Paradiesäpfel, Popcorn und Weingummi-Lassos bestehen in diesem Jahr aus einem biobasierten Rohstoff. "Green PE" steht gut lesbar auf einem Schild auf der Knusperhaus-Theke. Darum, dass diese Tüten deutlich teurer als handelsübliche Plastikverpackungen sind, macht Sandy Arens kein Geheimnis. "Es ist schon ein höherer Cent-Betrag pro Tüte", weiß sie.

Paradiesapfel in Folie? Das war einmal: In diesem Jahr bestehen die Tüten aus einem biobasierten Stoff. (Quelle: Christina Schröer)Paradiesapfel in Folie? Das war einmal: In diesem Jahr bestehen die Tüten aus einem biobasierten Stoff. (Quelle: Christina Schröer)

Doch auch Familie Arens legt dies nicht auf die Kunden um, sondern sieht sich in einer Vorbildfunktion und macht sich gern für den plastikfreien Weihnachtsmarkt stark. Dafür haben sie sogar eine ganz neue Reglung eingeführt: Ab sofort gibt es 50 Cent Pfand auf jeden Popcorn-Eimer.

Bio-Strohhalme auf Anfrage

Und auch bei Getränken lässt sich einiges an Plastik sparen. Bei den meisten Ständen ist dahingehend jedoch keine große Umstellung nötig: Bereits seit vielen Jahren schenken die Gastronomen im Sinne der Umwelt Glühwein, Punsch oder Kakao in Pfandbechern oder -gläsern aus. "Für den 23. Dezember nutzen wir dann zusätzlich Pappbecher, wenn es besonders voll ist", erklärt Angela Arens, Chefin der bekannten Westfalenschänke auf dem Friedrich-Ebert-Platz.

Ein großes Thema sind jedoch Plastikstrohhalme, die auch abseits des Weihnachtsmarktes mehr und mehr vom Markt verschwinden. Die gibt es bei Angela Arens ab sofort nur noch aus sogenanntem PLA, einem biologisch abbaubaren Stoff, der im Gegensatz zu Pappe bis zu 90 Grad heißen Getränken standhält.


"Grundsätzlich gibt es diese Strohhalme aber nur noch auf Anfrage. Kinder, ältere Menschen oder zum Beispiel einer unserer Stammgäste mit Parkinson, sollen natürlich nicht komplett darauf verzichten müssen."

Verwendete Quellen:
  • Beobachtungen vor Ort
  • Gespräche mit den im Text Beteiligten

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