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Hochwasser in Hagener Brautmodengeschäft: "Die totale Katastrophe"

Hochwasser im Brautmodengeschäft  

"Ein Lebenswerk zerbricht in Minuten"

Von Nils Heidemann

20.07.2021, 16:41 Uhr
Hochwasser in Hagener Brautmodengeschäft: "Die totale Katastrophe". Viele Brautkleider wurden durch das Hochwasser zerstört: Das Geschäft am Märkischen Ring in Hagen hat es schlimm erwischt. (Quelle: privat)

Viele Brautkleider wurden durch das Hochwasser zerstört: Das Geschäft am Märkischen Ring in Hagen hat es schlimm erwischt. (Quelle: privat)

Seit dem Jahr 2003 bietet Urszula Strzelczyk Brautkleider in Hagen an. Nach der Corona-Krise im vergangenen Jahr hat nun auch die Flutkatastrophe ihr Geschäft voll erwischt – und viele Brautkleider zerstört.

Als das Wasser der Volme in der Nacht auf Donnerstag die Straßen Hagens überflutete, war Familie Strzelczyk im Heimaturlaub in Polen. Als sie von dem Unglück erfuhren, setzten sie sich umgehend ins Auto und fuhren zurück nach Nordrhein-Westfalen. Dann der Schock: Ihr Laden am Märkischen Ring stand komplett unter Wasser, wie Veronica Strzelczyk, die Tochter der Inhaberhin, im Gespräch mit t-online schildert. "Das war die totale Katastrophe. Wir können es immer noch nicht fassen. Von der einen auf die andere Minute zerbricht ein Lebenswerk".

Von den 500 Kleidern konnte die Familie nur noch 250 sichern. "Die andere Hälfte ist leider wirklich nur noch Müll. Da konnten wir wirklich nichts mehr retten". Die bereits verkauften und bestellten Hochzeitskleider konnten am Tag zuvor in Sicherheit gebracht werden, als der Keller circa 15 bis 20 Zentimeter mit Wasser voll lief. Sie lagern nun in der externen Halle eines Bekannten. "Da braucht sich keine Braut Sorgen machen". Doch dass es am Donnerstag noch so viel schlimmer kommen sollte, hätten sie nicht gedacht. "Wir sind einfach nur sprachlos, da kann man keine Worte für finden".

Verschmutzte Hochzeitskleider: Insgesamt 250 Stücke konnte das Brautmodengeschäft nicht mehr retten. (Quelle: privat)Verschmutzte Hochzeitskleider: Insgesamt 250 Stücke konnte das Brautmodengeschäft nicht mehr retten. (Quelle: privat)

Immerhin: Die Hälfte der Kleider möchte die Familie Strzelczyk versuchen zu reinigen und wieder anzubieten – wohl allerdings nur als "zweite Ware“. Aktuell hängen noch 60 Stücke in dem Laden. Nach und nach sollen sie herausgeholt werden.

"Wir haben kaum geschlafen"

Bereits das Wochenende stand ganz im Zeichen der Aufräumarbeiten. Schnell stellte man fest, dass auch das komplette Inventar kaputt ist und Accessoires nicht mehr verwendet werden können. "Wir haben am Wochenende kaum geschlafen, nur kurz etwas gegessen und wirklich versucht alles herauszutragen. Vor dem Laden steht alles voller Möbel." 

In dem Laden selbst ist das Wasser gewichen, jetzt dominieren Schlamm und Dreck. Es werde lange dauern, bis man alles wieder sauber bekommen hat, so die Familie. Der finanzielle Schaden ist für die Familie Strzelczyk noch nicht abzusehen. Versichert sind sie gegen eine solche Naturkatastrophe nicht.

Möbel stehen vor dem Brautmode-Geschäft: Die Stadt Hagen entsorgt sie kostenfrei. (Quelle: privat)Möbel stehen vor dem Brautmode-Geschäft: Die Stadt Hagen entsorgt sie kostenfrei. (Quelle: privat)

Dass solche Wassermassen kurz nach dem schwierigen Corona-Lockdown durch Hagen fließen, sei ein harter Rückschlag. "Wir sind gerade wieder auf die Beine gekommen und es war Licht in Sicht. Und dann das". Um die finanziellen Schäden etwas abzufangen, haben sie eine Spendenaktion ins Leben berufen. So könne man zumindest den Anfang meistern. "Wir müssen natürlich jede Kleinigkeit neu kaufen und außerdem Kleider beschaffen, um zur neuen Saison im Herbst die neue Kollektion präsentieren zu können".

Bis dahin möchte das Geschäft die Zeit im externen Lager mit den geretteten Kleidern überbrücken. Das mache Mut, sagt Veronica Strzelczyk. Und auch etwas anderes stimme die Familie optimistisch: In Hagen herrsche aktuell ein "wahnsinniger Zusammenhalt“. Nachbarn, Freunde und wildfremde Menschen würden sie finanziell unterstützen, mit anpacken, etwas kochen oder ihre Einkäufe besorgen. "Als erstes waren wir natürlich am Boden zerstört. Aber es gibt schon einige Lichtblicke, auf die wir aufbauen können".

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Veronica Strzelczyk

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