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Niedersachsen: Behörde warnt vor gefährlichem Virus – Tiere sterben elendig


Impfstoff fehlt
Behörde warnt vor gefährlicher Viruserkrankung bei Tieren

Von t-online, stk

08.05.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0200392117Vergrößern des BildesSchafe sowie Rinder sind besonders häufig von Infektionen betroffen. Die Tiere müssen geimpft werden, doch das Präparat fehlt zurzeit. (Quelle: IMAGO/imago)
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Fieses Virus im Anmarsch – und Impfstoff fehlt: Die Blauzungenkrankheit erreicht den Norden, Landwirte sind alarmiert. Tun können sie jedoch recht wenig.

Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat angesichts des Auftretens der Blauzungenkrankheit in einigen Regionen Deutschlands zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. "Die Blauzungenkrankheit ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere Tierbestände", teilte das Ministerium am Dienstag mit. Es fordert die Betriebe zur verstärkten Überwachung auf.

Besondere Sorge bereitet der Behörde die Tatsache, dass es keine Heilung für die Krankheit gibt. "Einmal infiziert, bleiben die Tiere ihr Leben lang Träger des Virus", erklärte das Ministerium. Die einzige effektive Maßnahme gegen eine Ausbreitung sei daher die konsequente Impfung der Tiere.

Tieren hilft nur Impfung – doch Präparat weist Mängel auf

Doch auch hier gibt es zurzeit ein großes Problem: Eine Impfung ist aktuell nicht möglich, weil das für die Lieferung zuständige Unternehmen seinen Impfstoff wegen Mängeln zurückgerufen hat. Bei Nachuntersuchungen sei herausgekommen, dass Tiere sich trotz Impfung erneut mit dem Virus infiziert hatten. Die Verabreichung des Impfstoffes sei daher "umgehend zu stoppen" und bereits geimpfte Tiere seien regelmäßig tierärztlich zu beobachten.

Anstecken können sich demnach Schafe, aber auch Rinder, Ziegen, Alpakas und Wildwiederkäuer. Letztgenannte Tiere sind Wiederkäuer, die nicht durch Domestizierung von Menschen als Nutztiere gehalten werden.

Darüber hinaus weist das Ministerium auf erhebliche wirtschaftliche Folgen einer weitverbreiteten Infektion hin. "Eine großflächige Ausbreitung der Blauzungenkrankheit könnte verheerende Auswirkungen auf unseren Agrarsektor haben", so die Warnung aus Hannover. Umso wichtiger sei es, jedes Auftreten der Krankheit frühzeitig zu erkennen und sofort Maßnahmen zu ergreifen.

Virus verursacht Fieber, Atemnot und Entzündungen

Neben der Bitte um erhöhte Wachsamkeit hat das Ministerium auch entsprechende Handlungsempfehlungen herausgegeben, darunter vor allem die Aufforderung zur Impfung. Diese soll in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Vorausgesetzt, der Impfstoff liegt bald wieder vor.

Die Blauzungenkrankheit ist eine von Bartmücken, auch Gnitzen genannt, übertragene Viruserkrankung. Sie führt bei den Tieren zu Fieber, Atemnot und Entzündungen der Schleimhäute, was insbesondere für Milchviehbetriebe erhebliche wirtschaftliche Einbußen bedeuten kann.

Seit Oktober 2023 hatten sich in Niedersachsen 41 Ausbrüche ereignet. Betroffen war vorrangig ein Betrieb im Ammerland. Aufgrund der räumlichen Nähe verlor in diesem Zusammenhang auch die Stadt Bremen ihren Status als "seuchenfrei in Bezug auf Infektionen mit BTV (Blauzungenvirus)“. In den Niederlanden starben im vergangenen Jahr innerhalb kurzer Zeit etwa 50.000 Schafe und Ziegen, nachdem sich das Virus im September ausgebreitet hatte.

Verwendete Quellen
  • tierseucheninfo.niedersachsen.de: Mitteilung vom 24. April 2024
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