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Karlsruhe: Sind E-Scooter eine praktische Alternative oder nerviges Übel?

E-Scooter-Boom in Deutschland  

Wie nervig sind die neuen Tretroller in Karlsruhe wirklich?

Von Ariane Lindemann

14.11.2019, 11:44 Uhr
Karlsruhe: Sind E-Scooter eine praktische Alternative oder nerviges Übel?. Frau auf E-Scooter: Auch so lässt sich die Herbststimmung genießen. Doch nicht alle Karlsruher sind von den neuen Fortbewegungsmitteln begeistert. (Quelle: imago images/Alexander Pohl)

Frau auf E-Scooter: Auch so lässt sich die Herbststimmung genießen. Doch nicht alle Karlsruher sind von den neuen Fortbewegungsmitteln begeistert. (Quelle: Alexander Pohl/imago images)

E-Scooter sieht man derzeit überall, auch in Karlsruhe. Für die Einen sind sie unerlässlich geworden, um sich in der Stadt fortzubewegen. Andere sehen in den Rollern eine Gefahr und sind genervt. Was denken Menschen in Karlsruhe? t-online.de-Autorin Ariane Lindemann hat mit ihnen gesprochen.

In Berlin, Paris, Madrid und vielen anderen Metropolen auf der Welt gehören sie längst zum Stadtbild. Seit wenigen Wochen sind sie nun auch in Karlsruhe an jeder Ecke zu finden: Tretroller mit Elektroantrieb. Die Meinungen über die neuen Zweiräder gehen stark auseinander.

"Ich nutze E-Scooter vor allem, wenn mein Rad kaputt ist oder wenn ich zu Zeiten unterwegs bin, wo keine Bahnen mehr fahren", sagt Eric Zimmermann, 23 Jahre alt und Student in Karlsruhe. Darin sieht er einen Vorteil: "Die Scooter sind einfach super praktisch, weil sie überall stehen. Sie sind quasi jederzeit verfügbar und man ist somit immer mobil und unabhängig."

"Sie verschandeln das Stadtbild"

Bislang ist VOI der einzige Anbieter von insgesamt 150 E-Scootern in Karlsruhe. Als weiterer Anbieter ist der Betreiber Tier im Gespräch, der seine Roller von Anfang an mit austauschbaren Akkus ausstatten möchte, um eine bessere und nachhaltigere Aufladelogistik zu gewährleisten.

Die geladenen Batterien würden dann mit dem Lastenrad zu den Tretrollern transportiert. In Sachen Sicherheit bleiben jedoch noch viele Fragen offen.

"Auf einer vielbefahrenen Straße fühle ich mich eher unsicher", sagt Eric Zimmermann. "Aber das ist auf dem Fahrrad eigentlich genauso." Janina Niehof fühlt sich durch die Scooter eher gestört. Selbst fahren würde sie nicht. "Zu gefährlich", sagt die Angestellte. "Die können schon ein ganz schönes Tempo erreichen und dann sind viele Fahrer auch noch rücksichtslos damit unterwegs. Ganz zu schweigen davon, dass kaum einer einen Helm trägt und kaum kontrolliert wird, wie diese Roller benutzt werden", schildert sie ihre Erfahrungen.

"Ich finde auch nicht gut, dass die Scooter überall wild in der Gegend abgestellt werden. Das blockiert Gehwege und verschandelt unser Stadtbild."

Zu viele Betrunkene unterwegs

Auch eine Passantin, die nicht genannt werden will, sieht die Tretroller mit Elektroantrieb eher kritisch: "Ich habe schon einige Betrunkene auf den Rollern gesehen, manche fahren sogar zu zweit und missachten die Verkehrsregeln", sagt sie. Auch Janina Niehof wünscht sich, dass sich die Fahrer mehr an die Regeln halten. "Ich finde, es sollte mehr kontrolliert werden. Der normale Straßenverkehr ist schon gefährlich genug."

Die Reaktionen auf die neue Fortbewegungsmöglichkeit fallen durchaus gemischt aus. Die Stadt Karlsruhe versucht jedoch zusammen mit der Polizeibehörde und auch dem bisher einzigen Anbieter VOI etwas gegen die Probleme zu unternehmen.

Stärkere Kontrollen geplant

Der Leiter der Verkehrspolizeidirektion, Martin Plate verspricht: "Künftig werden wir etwas genauer hinschauen und die Kontrollen intensivieren". Zudem hat der schwedische E-Tretroller-Sharing-Dienst VOI die benötigte App überarbeitet. Somit können die Roller nur noch in erlaubten Zonen abgestellt werden.


Auch das nächtliche Fahren am Wochenende wurde reguliert, da gerade hier viele missbräuchliche Nutzungen, wie zum Beispiel unter Alkoholeinfluss zu verzeichnen waren. Daniel Fluhrer, Baubürgermeister der Stadt,will sich um Frieden auf den Straßen der Stadt bemühen: "Unser Ziel ist, ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu ermöglichen." 

Erst vergangene Woche war ein Mann von der Polizei angehalten worden, weil er mit einem E-Scooter Schlangenlinien durch die Innenstadt fuhr. Nach einem positiven Alkoholtest war der Mann seinen Führerschein fürs Erste los.

Verwendete Quellen:
  • Gespräche vor Ort
  • Eigene Recherche

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