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Karlsruhe: Lokale Tattoo-Szene bangt um Zukunft

Tattooszene in Aufruhr  

Tätowierer wehren sich gegen drohendes Farbverbot

24.02.2020, 16:04 Uhr
Karlsruhe: Lokale Tattoo-Szene bangt um Zukunft. Eine Frau mit einem Tattoo: Wird es bald keine farbigen Designs mehr geben? (Quelle: Symbolbild/Anthony Tran/unsplash.com)

Eine Frau mit einem Tattoo: Wird es bald keine farbigen Designs mehr geben? (Quelle: Symbolbild/Anthony Tran/unsplash.com)

Weil zwei Farbstoffe verboten werden sollen, sind Tätowierer in Sorge. Wird es bald nur noch Schwarz-Weiß-Tattoos geben? t-online.de-Autorin Ariane Lindemann hat in Karlsruhe nachgefragt.

Tattoostudios droht eine einschneidende Veränderung: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) möchte die Farben "Blue15" und "Green7" verbieten, da sie womöglich krebserregend sind. Weil diese zwei Inhaltsstoffe für etwa zwei Drittel der bunten Tattoos benötigt werden, hieße das vor allem eines: Weniger Farbvielfalt. Allerdings gibt es zu Tattoofarben und deren Langzeitwirkung im Körper kaum Studien. Ein solches Verbot würde also vor allem auf Vermutungen beruhen. 

Petition gegen Verbot

Die deutsche Tattooszene will gegen die mögliche Einschränkung vorgehen und hat eine Online-Petition gestartet, die den Bundestag auffordert, das geplante Verbot deutschlandweit zu verhindern. Bis zum Ende der Laufzeit der Petition hatten bereits knapp 150.000 Personen zugestimmt. "Ein Leben ohne Tätowierungen könnte bald Realität werden", heißt es dort warnend. Offenbar wollen das Zehntausende verhindern.

Aufschrei auch in Karlsruhe

Das drohende Verbot beschäftigt auch Victor Lembke in Karlsruhe. "Das Verbot wäre eine verheerende Einschränkung sowohl für uns Tätowierer als auch für unsere Kunden", sagt Lembke vom Karlsruher Tattoostudio "Hell Yeah". 

Ein Tätowierer bei der Arbeit: Bald könnten zwei Tattoo-Farben verboten werden. (Quelle: imago images/Symbolbild/Scanpix)Ein Tätowierer bei der Arbeit: Bald könnten zwei Tattoo-Farben verboten werden. (Quelle: Symbolbild/Scanpix/imago images)

"Zwar sollten die Sicherheitsvorkehrungen für Tattoos allgemein verschärft, beziehungsweise erstmal standardisiert werden, aber mit Bedacht", erklärt er "Tätowierer und Kunden sollten von strengeren Sicherheitsvorkehrungen profitieren können, nicht darunter leiden. Farben einfach zu verbieten, ist der falsche Ansatz."

"Gesundheit geht vor"

In Deutschland regelt die Tätowiermittelverordnung, welche Stoffe in Tattoofarben enthalten sein dürfen und welche nicht. Trotzdem ist die Aufklärung über mögliche gesundheitliche Risiken das A und O, schließlich ist jedes Tattoo ein körperlicher Eingriff. 

Damit alles glatt laufen kann, muss vor allem unter hygienischen Bedingungen gestochen werden. Das bedeutet: Sterile Nadeln und saubere Tattoofarben. Ansonsten kann es schnell zu Infektionen kommen. 

"Um auf der sicheren Seite zu sein, bekommt jede Kundin und jeder Kunde ein Formular von uns, in dem alles Wichtige über mögliche Risiken nachgelesen werden kann", erklärt Lembke. Die Entscheidung für ein Tattoo und das jeweilige Motiv sei eine persönliche und müsse natürlich von jedem selbst getroffen werden, die Entscheidung für Gesundheit sollte dagegen selbstverständlich sein.

Jeder Zehnte ist tätowiert

Ob unauffälliges Accessoire auf der Haut oder unübersehbare Ganzkörperkunst – Tattoos sind heutzutage keine Besonderheit mehr. In Deutschland ist knapp jeder Zehnte tätowiert, Tendenz steigend.

Während Tattoos früher mit Hilfe eines angespitzten Gegenstands unter die Haut geritzt wurden, wird heute meist eine Tätowiermaschine genutzt. Dabei befördern mehrere, in Farbe getränkte Nadeln die Farbpigmente in die zweite Hautschicht, die Dermis. Der Großteil der Pigmente wird hier dauerhaft eingelagert, und das Tattoo hält normalerweise ein Leben lang.

Verwendete Quellen:
  • Interview mit Victor Lembke
  • Eigene Recherche 

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