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Köln: Woelki zieht gegen Kirchenrechtler und "Bild" vor Gericht


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Woelki zieht gegen Kirchenrechtler Schüller und "Bild" vor Gericht

Von dpa, ads

Aktualisiert am 18.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki (Archivbild): Bereits zuvor war er gegen "Bild" vorgegangen.
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki (Archivbild): Bereits zuvor war er gegen "Bild" vorgegangen. (Quelle: Oliver Berg/dpa-bilder)
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Wegen immer neuen Skandalen in Bezug auf den Missbrauchskomplex im Erzbistum Köln macht er seit Monaten Schlagzeilen – doch gegen die wehrt Woelki sich jetzt.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki geht juristisch gegen einen seiner härtesten Kritiker, den Kirchenrechtler Thomas Schüller, vor. Auch gegen die "Bild"-Zeitung habe er eine einstweilige Verfügung im Eilverfahren beantragt, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Landgerichts Köln.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung hatte Schüller Woelkis Umgang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Präsidenten der katholischen Sternsinger, Winfried Pilz, kritisiert. Woelkis Vorgänger Kardinal Joachim Meisner hatte Pilz 2014 Kontakt zu Minderjährigen verboten (mehr zu dem Fall lesen Sie hier). Schüller hatte Woelki deshalb eine Dienstpflichtverletzung vorgeworfen: Er hätte seiner Ansicht nach das Bistum Dresden-Meißen frühzeitig über das Verbot informieren müssen.

In einer eidesstattlichen Versicherung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erklärt Woelki, er sei bis Juni 2022 nie mit dem Fall Pilz befasst gewesen. Deshalb sei Schüllers Vorwurf ungerechtfertigt.

Erzbistum Köln veröffentlichte Nachruf auf umstrittenen Kardinal

Nach dem Tod von Pilz 2019 hatte das Erzbistum Köln einen überschwenglichen Nachruf auf den Geistlichen veröffentlicht. Er war der Verfasser des berühmten Kirchenlieds "Laudato si". "Bild" hatte berichtet, dass Pilz bei Woelki wegen seiner Prominenz "unter Denkmalschutz" gestanden habe.

Winfried Pilz (links) mit der damaligen Bundeskanzlerin Merkel bei einem Empfang der Sternsinger (Archivbild): Zehn Jahre lang war er Präsident des Kindermissionswerks.
Winfried Pilz (links) mit der damaligen Bundeskanzlerin Merkel bei einem Empfang der Sternsinger (Archivbild): Zehn Jahre lang war er Präsident des Kindermissionswerks. (Quelle: epd/imago images)
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Ein "Bild"-Sprecher teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Sollte Kardinal Woelki eine eidesstattliche Versicherung mit dem Inhalt abgegeben haben, dass er mit dem Fall Winfried Pilz bis Ende Juni 2022 gar nicht befasst gewesen sei, halten wir das für nicht glaubhaft."

"Bild" erwägt strafrechtliche Schritte gegen Woelki

Kardinal Woelki habe bereits in einem anderen Verfahren am Landgericht Köln eine unzureichende und inhaltlich zweifelhafte eidesstattliche Versicherung abgegeben. "Sollte sich das jetzt in einem weiteren Verfahren wiederholen, werden wir strafrechtliche Schritte erwägen", so "Bild".

Man werde sich von weiteren Recherchen zur Verantwortung für die grausamen Verbrechen des Missbrauchs von Minderjährigen nicht abbringen lassen. Bereits einmal hatten Woelki und "Bild" vor Gericht gekämpft: Damals ging es um die Bezeichnung "Missbrauchspriester" (Mehr dazu lesen Sie hier).

"Zurücktreten" (Archivbild): Bei einer Demo kritisieren Gläubige und Maria 2.0-Aktivisten das Verhalten von Kirche und Woelki bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.
"Zurücktreten" (Archivbild): Bei einer Demo kritisieren Gläubige und Maria 2.0-Aktivisten das Verhalten von Kirche und Woelki bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. (Quelle: Christoph Hardt/imago images)

Ein unter Verschluss gehaltenes Gutachten zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hatte eine Krise im Erzbistum Köln verursacht, die Veröffentlichung eines neuen Missbrauchsgutachtens im März 2021 hatte dann eine weitere Welle von Vorwürfen und Kirchenaustritten ins Rollen gebracht. Die Ergebnisse brachten mindestens 300 Opfer ans Licht. Kirchenrechtler Schüller hatte das Gutachten scharf kritisiert.

Unter anderem machte eine Millionen-Zahlung des Erzbistums Schlagzeilen: Mit ihr wurden die Schulden eines spielenden Priesters beglichen – unter anderem aus dem Topf, aus dem eigentlich Missbrauchsopfer entschädigt werden sollten. Experten und Gläubige forderten Woelkis Rücktritt, kürzlich distanzierten sich Dutzende Mitarbeitende in einer Erklärung vom Kardinal.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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Von Marc Merten
Deutsche Presse-Agentur

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