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Gefahr in Kölner Gewässern: Darum ist das Baden hier verboten


Gefahr in Kölner Gewässern: Darum ist das Baden hier verboten

Von Judith Tausendfreund

Aktualisiert am 19.06.2022Lesedauer: 4 Min.
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Verbotsschilder warnen in Rodenkirchen vor Lebensgefahr: Viele Kölner lieben die Sandstrände hier, vor allem Eltern mit kleinen Kindern. Doch Schwimmen sollte man definitiv nicht im Rhein.
Verbotsschilder warnen in Rodenkirchen vor Lebensgefahr: Viele Kölner lieben die Sandstrände hier, vor allem Eltern mit kleinen Kindern. Doch schwimmen sollte man definitiv nicht im Rhein. (Quelle: Judith Tausendfreund)
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Mit den Temperaturen steigt auch die Lust auf eine Abkühlung. Doch viele Kölnerinnen und Kölner vergessen dabei die Lebensgefahren illegaler Badestellen. Wo sollte man besonders vorsichtig sein?

Es ist heiß. Die Kölner schwitzen und suchen Abkühlung. Die offiziellen Freibäder haben oft Kapazitätsprobleme. Deshalb weden die inoffiziellen Badestellen immer beliebter. Doch bei aller Sehnsucht nach dem kühlen Nass sollte man die Gefahren ernst nehmen, die mit dem "freien" Schwimmen verbunden sind.

Auch das Baden im Rhein gehört zu den lebensgefährlichen Ideen. Aus der DLRG-Ertrinkungsstatistik 2021 geht hervor, dass im vergangenen Jahr 299 Personen in Deutschland ertranken. Das seien zwar weniger als im Jahr zuvor, aber immer noch sehr viele. Die meisten Ertrinkungstoten starben in Seen und Teichen. "Das größte Risiko zu ertrinken, besteht weiterhin in Seen und Flüssen. Nur verhältnismäßig wenige Gewässer werden von Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern bewacht", sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt.

88 Prozent aller Opfer kamen im vergangenen Jahr an unbewachten Binnengewässern um. An von Rettungsschwimmern bewachten Badestellen und in Schwimmbädern passierte deutlich weniger. Übrigens sind vier von fünf Todesopfern männlich. Hier geht die DLRG davon aus, dass vor allem Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Alkohol und die Unkenntnis möglicher Gefahren zum Ertrinken führen.

Das Rheinufer auf der schäl Sick: Hier ist es lange flach, doch der Rhein hat uneinschätzbare Strömungen.
Das Rheinufer auf der Schäl Sick: Hier ist es lange flach, doch der Rhein hat nicht einschätzbare Strömungen. (Quelle: Judith Tausendfreund)

Rodenkirchen, Rheinbrücken, Rather See – Stadt Köln spricht Warnung aus

Dementsprechend warnt auch die Stadt Köln explizit davor, im Rhein schwimmen zu gehen. An beliebten Badestellen, etwa an der "Rodenkirchener Riviera" hat die Verwaltung gut sichtbare Warnschilder aufstellen lassen. Denn allzu oft endet der Badespaß im Rhein tödlich. Die gefährlichen Strömungen sind an der Oberfläche oft so gut wie gar nicht zu erkennen. Wer einmal hineingesogen wird, kommt ohne Hilfe nicht mehr hinaus.

Vor allem in unmittelbarer Nähe der Rheinbrücken ist das Baden besonders gefährlich: Rund um die Brückenpfeiler im Wasser entwickeln sich spezielle Strömungen. Auch an den beliebten "Stränden" im Kölner Süden und im Kölner Norden ist der Rhein verlockend und gefährlich zugleich. Auch wenn es hier flach ins Wasser hineingeht, sorgen die Schiffe für gefährliche Wasserbewegungen, die vor allem Kinder sofort mit in die Tiefe ziehen.

Sommer-Idylle in in Köln: Leider bedeuten warme Temperaturen auch immer wieder Notfälle, die durch das Baden im Rhein entstehen.
Sommerliche Idylle in in Köln: Leider bedeuten warme Temperaturen auch immer wieder Notfälle, die durch das Baden im Rhein entstehen. (Quelle: Judith Tausendfreund)

Illegal und gefährlich: Der Rather See in Heumar

Der Rather See, der auch als "Neubrücker Baggerloch" bekannt ist, gehört ebenfalls zu Kölns gefährlichsten Badestellen. Im vergangenen Jahr kam dort ein 13-jähriger Junge nach einem Badeunfall ums Leben. Das Baden dort ist verboten, da die Strudel in der einstigen Kiesgrube Schwimmer schnell in die Tiefe ziehen können. Am Uferbereich gibt es viele Stellen, die nur vermeintlich flach, aber plötzlich deutlich tiefer sind. Diese Untiefen und eventuelle Strudel können auch gute Schwimmer unter Wasser ziehen. Das Ufer ist außerdem unbefestigt, sodass man schnell ins Rutschen kommen kann. Hinzu kommt, dass sich das Gelände in Privatbesitz befindet und Unbefugten der Zutritt verboten ist.

Trügerische Idylle am Rather See in Köln: Hier ist ein 13 Jahre altes Mädchen leblos geborgen worden. Sie hat den Badeunfall nicht überlebt.
Trügerische Idylle am Rather See in Köln: Hier ist ein 13 Jahre altes Mädchen leblos geborgen worden. Sie hat den Badeunfall nicht überlebt. (Quelle: Thomas Banneyer)

Der See ist größtenteils eingezäunt, Trampelpfade und Löcher im Zaun ermöglichen jedoch einen Zugang. In naher Zukunft soll das Areal ein Naturbad werden, einer Änderung des Bebauungsplans wurde schon zugestimmt – doch all diese Pläne ändern nichts an der aktuellen Gefährlichkeit des Sees.

Verboten: Das Schwimmen in Naturschutzgebieten

Die extra ausgewiesenen Uferzonen am Escher See, aber auch das Naturschutzgebiet rund um die ehemaligen Kiesgruben in Meschenich sowie der Baggersee in Gremberghoven gehören ebenfalls zu den Kölner Gewässern, in denen das Schwimmen explizit verboten ist.

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Auch der Vogelsanger See, die Kiesgrube in Wahn, der Höhenfelder See und andere Gewässer sind zwar schön anzusehen, aber eben nicht zum Schwimmen geeignet. Ebenso ist der Pescher See ein Landschaftsschutzgebiet, in dem die Natur Vorrang haben soll. Aus diesem Grund ist das Betreten Spaziergängern und Naturfreunden vorbehalten. Auch Grillen und Ähnliches ist verboten – dennoch gibt es immer wieder Menschen, die sich in die Ruhezonen der Tiere hineinbegeben und damit deren Areale stören.

Das Baden ist hier ausdrücklich verboten, wie auf Schildern zu lesen ist. Doch selbst wenn diese Schilder fehlen, bleibt das Baden immer noch untersagt: Denn aus der Kölner Stadtordnung ergibt sich ein generelles Badeverbot in öffentlichen Gewässern. Nur in den ausgewiesenen Badeeinrichtungen, also etwa im Schwimmbadbereich des Fühlinger Sees sowie des Escher Sees und im Vingster Bad ist das Baden auf eigene Gefahr erlaubt.

Dabei gilt für die Verwaltung keine Pflicht, diese Verbotszonen explizit auszuweisen oder gar einzuzäunen. Denn das wäre ein umfangreiches Projekt: Von den rund 400 Quadratkilometern Stadtgebiet sind gut 160 Natur- oder Landschaftsschutzgebiete, darunter auch viele Seen. Und diese sind Lebensraum für gefährdete Pflanzen, Amphibien und Vögel.

Baden, Grillen, Abhängen in der sommerlichen Hitze – all das führt dazu, dass die Tiere gestört werden. Hinzu kommt, dass sanitäre Anlagen und Aufsichtspersonal fehlen, und die vielen Besucher auch viele wilde Müllkippen verursachen.

Die Kiesgruben rund um das Naturschutzgebiet in Meschenich: Sie sehen zwar schön aus, sind aber keineswegs als Badestelle geeignet.
Die Kiesgruben rund um das Naturschutzgebiet in Meschenich: Sie sehen zwar schön aus und versprechen Abkühlung, sind aber keineswegs als Badestelle geeignet. (Quelle: Judith Tausendfreund)

Verbotene Badestellen in Köln

Warum ist das "freie" Baden so gefährlich?
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt vor Übermut und Selbstüberschätzung beim Baden. Jedes Jahr ertrinken Hunderte Menschen in deutschen Gewässern, dabei ist das Baden in Baggerseen besonders gefährlich:
Keine schnelle Hilfe möglich: Badeaufsicht? Fehlanzeige bei einem Baggersee. Hinzu kommt, dass Rettungswagen und Helfer schlecht an die Unfallstellen gelangen können, wenn diese versteckt sind oder sie sich durch eigens zerstörte Zäune schlängeln müssen.
Hygiene: Die Wasserqualität von inoffiziellen Badestellen wird nicht überwacht. Es gibt keine Sanitäreinrichtungen und keine Abfallentsorgung. Menschen, Tiere und Pflanzen verursachen einen großen Nährstoffeintrag, dadurch kann sich die Wasserqualität verschlechtern. Vor allem bei der Hitze entwickeln sich so schnell massive Probleme durch Verunreinigungen.
Temperaturunterschiede: Die Gewässer sind teilweise sehr tief, und das Wasser wird nicht immer gut durchmischt. Schon kurz unter der Wasseroberfläche können die Temperaturen unerwartet stark absinken. Dadurch kann es zu schockartigen Lähmungen und zum Herzstillstand kommen.
Unbefestigte oder zu steile Uferböschungen: Die Böschungen können abrutschen. Auch geübte Schwimmer werden durch den Sog hinabgezogen.

Tipps von der DLRG: Hilfe gegen das Ertrinken

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat einige Tipps zusammengestellt, die man beachten sollte:

  1. Badestelle richtig einschätzen: Vor allem unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Deshalb nie übermütig in einen See springen. Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen und die Warnhinweise zu beachten.
  2. Regeln für die Rettung aus dem Wasser: Wer einen Menschen entdeckt, der im Wasser in Not geraten ist, sollte laut um Hilfe rufen. Wer sich nicht in der Lage fühlt, einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen, sollte am Ufer verbleiben und sich genau merken, wo sich die Hilfe suchende Person befindet, um diese oder weitere Informationen an die Rettungskräfte weiterzugeben. Nur geübte Schwimmer sollten versuchen, Ertrinkende zu retten.
    Bei der Rettung sollte man immer einen Gegenstand mitnehmen. Das kann auch einfach ein Ast sein. Dem Opfer sollte man niemals die Hand geben, sondern diesen Gegenstand. Grund: Ein Ertrinkender bekommt in der Regel panische Angst, schlägt unkontrolliert um sich und wird versuchen, sich an jedem Gegenstand festzuhalten, den er greifen kann. Der Retter könnte selbst unter Wasser gezogen werden. Lebenswichtig ist es, beim Herausziehen darauf zu achten, dass der Kopf über Wasser bleibt
  3. Erste Hilfe: Der Verunglückte darf auf keinen Fall allein gelassen werden. Um eine Unterkühlung zu vermeiden, muss er oder sie sofort zugedeckt werden. Pralle Sonne vermeiden. Als Erstes sollte die Atmung überprüft werden. Wenn die Atmung fehlt, sollte sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen werden.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • DLRG
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