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1. FC Köln: Historischer Schuldenberg – So steht es wirklich um den FC


So steht es um die Finanzen des 1. FC Köln

Marc L. Merten

Aktualisiert am 01.04.2021Lesedauer: 3 Min.
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Jonas Hector gestern beim Training des 1.FC Köln (Archivbild): Der Klub ist in massive finanzielle Schieflage geraten.
Jonas Hector gestern beim Training des 1.FC Köln (Archivbild): Der Klub ist in massive finanzielle Schieflage geraten. (Quelle: Eduard Bopp/imago-images-bilder)
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Jetzt ist es raus: Der 1. FC Köln wird durch die Corona-Pandemie bis zum Ende der Saison 2020/21 insgesamt rund 63 Millionen Euro Umsatz verloren haben. Ein gewaltiger Schlag ins Kontor für die Geißböcke. Wie schlimm steht es wirklich um den FC?

Als der 1. FC Köln im Jahr 2012 in die Zweite Liga abstieg, stand der Klub kurz vor der Insolvenz. Es brauchte einen Kraftakt mit über 40 Transfers in einem einzigen Sommer sowie mehrere Finanzpakete, um den FC zu sanieren. Neun Jahre später stehen die Geißböcke nicht ganz so desaströs da. Doch der FC wird Jahre brauchen, um sich davon zu erholen. Ein Überblick über die Lage der Geißböcke.

1. Die Bilanz

Am Mittwoch hat der FC die Zahlen des Geschäftsjahres 2019/20 vorgelegt. Die Bilanz: ein Minus von 23,8 Mio. Euro, das Eigenkapital von 38,6 auf 14,8 Mio. Euro geschrumpft, die Schulden auf 26,4 Mio. Euro angewachsen. Weitaus schlimmer jedoch: Dies war die Bilanz nach nur drei Monaten Corona-Krise bis zum Stichtag 30.06.2020. In dieser Saison wird der FC noch viel tiefer in die roten Zahlen rutschen.

Geschäftsführer Alexander Wehrle bestätigte: In 19/20 sorgte die Pandemie für einen Umsatzausfall von 13,3 Mio. Euro. In der laufenden Spielzeit 20/21 werden es über 50 Mio. Euro sein. Das verbliebene Eigenkapital wird dann aufgebraucht und negativ sein, die Zahlungsfähigkeit konnte ohnehin schon nur durch Kredite aufrecht erhalten werden, die Schulden werden auf über 50 Mio. Euro steigen.

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2. Die Kredite

Bereits in 19/20 musste der FC zwei Kredite aufnehmen. Ein kurzfristiges Darlehen über neun Mio. Euro sicherte die Liquidität für die restliche Spielzeit. Ein zweiter Kredit in Höhe von fünf Mio. Euro war zur Absicherung für einen Saisonabbruch eingeplant. Inzwischen hat der FC zwei weitere Kreditlinien aufgelegt. Die Hausbank der Geißböcke stellt eine Betriebsmittellinie bis zum Ende der Saison 2021/22 und garantiert damit die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs.

Darüber hinaus erwarten die Kölner die Zusage zu einer Landesbürgschaft in Höhe von 20 Mio. Euro. Anders als spekuliert, handelt es sich dabei nicht um klassische Staatshilfe. Die Geißböcke erhalten die 20 Mio. Euro als normalen Kredit über ihre Hausbank. Die Bürgschaft des Landes NRW sichert dieses Darlehen lediglich für den Fall ab, dass der FC insolvent gehen würde. Tatsächlich erhält der Klub also kein Geld vom Staat. Der 20-Millionen-Kredit soll bis 2027 laufen.

3. Genussscheine

Eine kreative Geldquelle haben die Geißböcke ebenso aufgetrieben. Der 1. FC Köln gibt ab sofort Genussscheine heraus, sogenanntes Mezzanine-Kapital. Private Geldgeber und lokale Unternehmen stellen dem FC auf diese Weise ihr Geld zur Verfügung. Für den Mitglieder-geführten Klub ist es die einzige Möglichkeit, Investoren an Land zu ziehen, ohne dabei Anteile am Verein zu verkaufen. Zwar werden die Kapitalgeber an künftigen Gewinnen der Geißböcke beteiligt. Dafür kann der FC, und das ist entscheidend aufgrund der aktuellen Verluste, diese Kredite als Eigenkapital in die Bilanz überführen.

Fazit

Der FC befindet sich in einer finanziellen Notlage, jedoch nicht vergleichbar mit 2012. Aufgrund der bis 2019 exzellenten Eigenkapitalquote konnten sich die Geißböcke jetzt langfristige Kreditlinien organisieren, um den harten Folgen der Corona-Krise entgegen zu wirken. Weil sich zudem die Gehälter aller FC-Profis vertraglich vereinbart im Abstiegsfall in der Zweiten Liga halbieren würden, hätte ein erneuter Absturz zumindest kurzfristig keine existentiellen Folgen für den Klub. Im Gegenteil: Geschäftsführer Alexander Wehrle erklärte am Mittwoch, der FC wäre in der Lage, den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel auszurufen.

Nichtsdestotrotz: Die Corona-Krise trifft den FC mit aller Härte und hat alle finanziellen Reserven vernichtet, die sich der Klub aufgebaut hatte. Stattdessen sitzen die Geißböcke auf einem Schuldenberg, der noch nie in der Vereinsgeschichte größer war. Selbst im Falle des Klassenerhalts würde der Bundesligist mehrere Jahre brauchen, um wieder aus den roten Zahlen herauszufinden.

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Von Marc Merten
1. FC KölnInsolvenzJonas Hector

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