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Riesiger Waldbrand: Polizei nimmt Brandstiftung an

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 01.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Feuerwehrleute löschen Glutnester: Insgesamt standen 900 Hektar in Flammen.
Feuerwehrleute löschen Glutnester: Insgesamt standen 900 Hektar in Flammen. (Quelle: Guttmann/dpa)
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Der bislang größte Waldbrand dieser Saison ist vermutlich gelegt worden. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung an mindestens sechs Stellen.

Die Bundeswehr kämpfte mit einem Panzer gegen das Feuer, auch Hubschrauber waren im Einsatz. Auf 900 Hektar loderten die Flammen in der Gohrischheide zwischen Sachsen und Brandenburg. Am Freitag teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit: Das Feuer geht höchstwahrscheinlich auf das Konto von Brandstiftern.

In einer gemeinsamen Mitteilung heißt es: "Bislang unbekannten Tätern wird vorgeworfen, am 23. Juni 2022 auf derzeit unbekannte Art und Weise an mindestens vier Stellen im Landschaftsschutzgebiet Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain bei Gröditz Heide- und Forstflächen in Brand gesetzt zu haben."

Polizei: Täter legten während Löscharbeiten erneut Feuer

Aufgrund der extremen Trockenheit und Temperaturen über 30 Grad habe sich das Feuer schnell ausgebreitet. Munition im Boden auf dem Gelände eines ehemaligen Truppenübungsplatzes von Bundeswehr und NVA erschwerte die Löscharbeiten. Das Feuer wütete tagelang und wurde durch starke Winde immer wieder angefacht.

Waldbrand in der Gohrischheide: Zeitweise brannten 800 Hektar.
Waldbrand in der Gohrischheide: Die Polizei sucht Zeugen. (Quelle: Schreiner/dpa)

Noch während der Löscharbeiten sollen die Täter zudem erneut Feuer gelegt haben: Am 25. Juni nach 20 Uhr und am 25. Juni gegen 22.40 Uhr sollen die Unbekannten an mindestens zwei weiteren Stellen zugeschlagen haben. Brandursachenermittler hätten vor Ort Hinweise auf Brandbeschleuniger festgestellt.

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Millionenschaden: Ermittler bitten um Zeugenhinweise

Nach ersten Schätzungen sei ein Sachschaden von etwa 13,5 Millionen Euro entstanden, teilte die Polizei mit. Jetzt suchen die Ermittler Zeugen.

Auch Hinweise aus den sozialen Medien oder dem Internet seien für Polizei und Staatsanwaltschaft von Bedeutung. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

"Deutschland ist jetzt ein Waldbrandland"

2022 ist auf dem Weg, zum Waldbrand-Rekordjahr zu werden: Bereits jetzt sind Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) zufolge mehr als 3.100 Hektar bei Waldbränden in ganz Deutschland zerstört worden. Das ist zu dieser Jahreszeit so viel wie nie zuvor seit Beginn der Datenerfassung. Bisher lag das Maximum der Verwüstung bei 3.700 Hektar – im September.

Kumulative Daten zeigen: Dieses Jahr ist in Deutschland schon fast so viel Fläche verbrannt wie im bisherigen Rekordjahr Ende September.
Kumulative Daten zeigen: Dieses Jahr ist in Deutschland schon fast so viel Fläche verbrannt wie im gesamten bisherigen Rekordjahr. (Quelle: EFFIS)

"Deutschland ist jetzt ein Waldbrandland", konstatierte vor wenigen Tagen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einer Presseaussendung. Das Institut hatte seit den schweren Bränden 2018 im brandenburgischen Treuenbrietzen untersucht, wie sich das Ökosystem erholt. Mitte Juni zerstörten neue Brände einen großen Teil der Versuchsflächen. In Treuenbrietzen und im nahen Beelitz brannten jeweils rund 200 Hektar.

Forschungsgruppenleiter Somidh Saha zeigte sich entsetzt, war aber kaum überrascht. "Als Folge des Klimawandels erleben wir nun extreme Hitzewellen sowie Dürren und damit steigt natürlich auch die Feuergefahr", sagte er. Mit großen Waldbränden, die sich über mehrere Hundert Hektar ausdehnten, sei in Deutschland jetzt regelmäßig zu rechnen.

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  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe
DeutschlandPolizeiWaldbrand

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